Für Bauteile in Kleinserie: Fronius schweißt Prototypen für Zulieferer

Am Standort Wels in Oberösterreich will der Experte für Schweiß- und Batterieladetechnik sowie Photovoltaik ab Spätherbst 2020 Prototypen für Bauteile von Zulieferern fertigen. Das Unternehmen stellt den Betrieben sein Expertenwissen zur Verfügung, um mit wenig Aufwand spezifische Mobilitätslösungen bis zur Marktreife zu entwickeln.

Vor allem das Schweißen von Batteriewannen stellt wegen der hohen Anforderungen an die Schweißnähte eine herausfordernde Aufgabe für Zulieferbetriebe dar. Foto: Fronius International GmbH.
Vor allem das Schweißen von Batteriewannen stellt wegen der hohen Anforderungen an die Schweißnähte eine herausfordernde Aufgabe für Zulieferbetriebe dar. Foto: Fronius International GmbH.
Redaktion (allg.)
von Claudia Leistritz

Die Anfrage nach Einzellösungen ist mit den technologischen Herausforderungen durch die Elektromobilität gestiegen: immer mehr Bauteile müssen den damit einhergehenden neuartigen Anforderungen genügen, die Produktion darauf abgestimmt werden. Neue, spezifische Kenntnisse sind gefragt, die zum Beispiel die Fügetechnik betreffen. Aber die Fertigung von Prototypen für neue Lösungen kann für die Hersteller, zum Beispiel durch die Investition in neue Anlagen, auch ein hohes finanzielles Risiko darstellen. Mit dem neuen Prototypen-Zentrum reagiert Fronius auf diese Problematik und spezialisiert sich auf die Konstruktion und Fertigung neuer Bauteile für Zulieferbetriebe in kleiner Stückzahl.

"Wir haben in der Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen in den letzten Jahren erkannt, dass der Bau von Prototypen ein wichtiges, für unsere Kunden oft mit Unsicherheit behaftetes Thema ist. Darum haben wir uns entschieden, sie dabei zu unterstützen,“

äußert sich Harald Scherleitner, kaufmännischer Leiter der Fronius Business Unit Perfect Welding, zu den Beweggründen.

Von der Entwicklung zur Serienreife bis zur Produktionsanlage

Damit der Kunde den geeigneten Anbieter für seine individuellen Lösungen besser finden kann, bietet Fronius daher auf Wunsch an, Bauteile für Prototypen zu schweißen. Sollte das entsprechende Stück dann tatsächlich für die Fertigung in Serie geeignet sein, so der Pressebericht, könne das Unternehmen dann auch das passende Equipment bereitstellen. So müsse der Kunde nicht in eigene Prototypen-Zentren investieren und könne zudem vom umfangreichen Know-how von Fronius in der Schweißtechnik profitieren, wie Wolfgang Scherleitner, Leiter des Prototypen-Zentrums, ausführt:

„Wir bieten unseren Kunden prozesstechnische Unterstützung und entwickeln bei uns im Haus die ideale Schweißlösung für das spezifische Bauteil. Wenn es schließlich in die Serienfertigung geht, können wir als Generalunternehmer auch die notwendigen Schweißanlagen direkt mitliefern.“

Das neue Prototypenzentrum hat eine Gesamtfläche von über 900 Quadratmetern und ist ausgestattet mit einem optischen Messsystem sowie zwei Schweißzellen, die mit der MIG-CMT und LaserHybrid-Technologie arbeiten. Es können Bauteile mit einer Größe von bis zu 2 x 3 Metern bearbeitet werden. Dem Unternehmen zufolge wird das Zentrum Anfang November 2020 in Betrieb genommen.

Der 1945 gegründete, österreichische Konzern Fronius mit Sitz in Pettenbach ist spezialisiert auf Lösungen zur Kontrolle und Steuerung von Energie für Schweißtechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik. Das eigentümergeführte Unternehmen hat weitere Standorte in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt sowie weltweit auf fünf Kontinenten 43 Tochtergesellschaften und beschäftigt über 5.440 Mitarbeiter. Eigenen Angaben zufolge ist der Konzern mit 1.264 erteilten Patenten einer der Innovationsführer am Weltmarkt, der Exportanteil in über 60 Länder liegt bei 93 Prozent.

Unter dem Namen Business Unit Perfect Welding firmiert die Schweißtechnik-Sparte von Fronius eigenen Angaben zufolge als innovationsführend im Lichtbogenschweißen und als globaler Vorreiter für robotergestütztes Schweißen. Mit der Bezeichnung Fronius Welding Automation realisiert Fronius zudem kundenspezifische automatisierte Schweiß-Komplettlösungen wie beispielsweise im Behälterbau oder für Plattierungen im Offshore-Bereich. Als weitere Produkte hat der Konzern Stromquellen für manuelle Anwendungen, Schweißzubehör sowie umfangreiche Dienstleistungen im Angebot. Mehr als 1.000 globale Vertriebspartner sorgen für die weltweite Präsenz.

Was bedeutet das?

Die Elektromobilität reicht bis in die Tiefen der Schweißtechnik hinein.

Printer Friendly, PDF & Email