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Fuel-Cell-Tagebuch 3: Wasserstoffmobilität beginnt jetzt – doch!

Nach Problemen mit den Münchner Wasserstofftankstellen trauten wir uns trotzdem eine Fernfahrt nach Österreich – mit einer Tankstelle, die funktionieren musste – was sie auch tat!

Die Tankstelle in Asten St. Florian hat perfekt funktioniert. | Foto: G. Soller
Die Tankstelle in Asten St. Florian hat perfekt funktioniert. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Der Start unserer Brennstoffzellenerfahrung war nicht so der Brenner: In München ist die meiste Zeit nur eine Tankstelle funktionsfähig, was teils umständliche „Betankungsfahrten“ erfordert, doch die Situation bessert sich und Fernfahrten funktionieren dann doch problemlos.

Doch der Reihe nach: Gleich zu Beginn des Wochenendes musste der Nexo seine Qualitäten als Arbeitstier beweisen: Eine vierköpfige Basketballmannschaft zum Spiel fahren (wofür genug Platz auch in Reihe zwei ist), einen 2,5-Meter-Christbaum durchladen, all das macht der Nexo wie jeder Kombi auch – läuft!

Dann zum Tanken an die Verdistraße, die nach ihrem Pumpenausfall wieder problemlos funktioniert. Dort treffen wir einen Toyota Mirai von „Clever Shuttle“, dessen Fahrer ebenfalls die Tankstellensituation in München beklagt, aber immerhin sorgt das für Auslastung: Ein Mini-Stau an der Wasserstofftankstelle – gibt es!

Anschließend war die Fernfahrt ins österreichische Steyr angesetzt, gut 280 Kilometer von München entfernt – das würde mit den kolportierten 519 Startkilometren ab Verdistraße eher nicht klappen, zumal wir fast nur Autobahn fahren und den Verbrauch trotz dezenter 100 km/h-Reisetempo mit einigen Überholvorgängen nicht unter 1,1 Kilogramm drücken konnten. Ziel: Die OMV-Station in Asten St. Florian bei Linz, die funktionieren musste, sonst hätten wir ein Problem gehabt. Was sie auch klaglos tat: Tanken, wie man es von Erdgasautos kennt: Anstecken, abdrücken und go! So einfach kann das sein. Danach brauchte der Rüssel zwar eine Zeit, bis er sich wieder vom Nexo trennen wollte, aber alles in allem hat die Tankung perfekt funktioniert, bezahlt wird wie gehabt mit Bankomat, Kreditkarte oder bar – wie einfach kann das Wasserstofffahren sein!

Nach gut fünf Minuten waren wir wieder on the road. Angenehm im Winter: Brennstoffzellenfahrzeuge produzieren auch Wärme und heizen sofort und beständig – ohne dafür Reichweite zu verlieren. So kamen wir gewärmt und entspannt in Steyr an und gingen den Rückweg etwas zügiger an, was gleich auf den Verbrauch schlug, der auf 1,4 Kilogramm pro 100 Kilometer hochschnellte. Und da schnurrten die in Linz gebotenen 482 Kilometer dann schnell auf 80 Kilometer am Fahrtende zusammen. Die größte Herausforderung wartet allerdings noch auf uns: Tanken in München.

Was bedeutet das?

Wenn Ende 2019 alle Wasserstofftankstellen stehen – und funktionieren – kann die Brennstoffzelle für Fern- und Vielfahrer sowie große und gewichtssensible Fahrzeuge eine echte Alternative werden: Der Nexo fährt problemlos und alltagstauglich sich wie ein Verbrenner - nur leiser!

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