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Fuel-Cell-Tagebuch 2: Wasserstoffmobilität beginnt jetzt – oder nie?

Die Versorgung mit Wasserstoff bei Minusgraden entwickelt sich mehr und mehr zum Desaster.

Eine App die lügt: Zwar wird die Station "grün" gemeldet, doch in Wahrheit versuchen Servicetechniker, diesen Zustand wieder herzustellen. | Foto: G. Soller
Eine App die lügt: Zwar wird die Station "grün" gemeldet, doch in Wahrheit versuchen Servicetechniker, diesen Zustand wieder herzustellen. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Nachdem im Raum München am 14.12. zwei von vier Wasserstofftankstellen in Betrieb waren, setzten wir heute auf Nummer sicher: Die Linde-Station an der Allguth-Tankstelle in der Kreiller-Straße punktet mit immergrüner Anzeige, scheint also eine sichere Bank zu sein. Als wir um ca. 15 Uhr dort ankommen, sind das H2- und das Linde-Servicemobil schon vor Ort. Diesmal sei es eine Dichtung, ob wir eine Viertelstunde Zeit hätten, fragt das engagierte Servicepersonal. Nach dem Desaster gestern haben wir die, zumal die jetzt ebenfalls funktionierende Station an der Verdistraße fast 20 Kilometer entfernt am anderen Ende der Stadt liegt.

Doch warum wird die Tankstelle, wenn sie repariert wird, grün, also betriebsbereit, angezeigt? Sei`s drum, nach den avisierten 15 Minuten ist sie das und wir dürfen „probetanken“. Rund zwei Kilogramm benötigen wir, nach 370 Gramm schaltet die Säule ab. Fehler. Neustart: Nach 210 Gramm ist erneut Ende der Betankung. Und so pumpen wir in acht Vorgängen zwischen NULL und 950 Gramm in den Nexo.

Der Linde-Techniker telefoniert derweil mit Berlin – anfangs niemand mehr da - klar, Freitag nachmittag. Denn theoretisch könnte man per Software eine "Notbetankung" mit weniger Druck einsteuern.Dann erreicht er doch noch jemanden: Mittlerweile haben wir rund 1,5 Kilogramm in den Nexo gepumpt, bevor die Pumpe als Fehlerteil ausgemacht wird und der Puffer erst aufgefüllt und dann wieder geleert zu sein scheint. Nachdem die letzten beiden der ACHT (!) Tankvorgänge abgebrochen wurden, verlassen wir nach einer Stunde den Ort des Grauens.

Was bedeutet das?

Klares Fazit: Wenn die Tankstellenbetreiber respektive Anlagenbauer diese Probleme nicht bald in den Griff bekommen, wird das mit dem Wasserstoff gar nichts. Stand Dezember 2018 kann man davon nur abraten. Zumal Hyundai so schöne, kräftigere, günstigere und reichweitenstarke Batterieelektriker im Programm hat. Aktuell dient der per se gut funktionierende Nexo (gleiches gilt für Toyotas Mirai) allenfalls als „Versuchskaninchen“ für Linde. Und dafür braucht es wagemutige Pioniere mit viel Geduld, denn für den Alltag und ist die Alternative Wasserstoff Stand Winter 2018 –keine!

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