Friesland setzt auf Wasserstoffbusse

Der Landkreis sieht großes Potenzial für Entfaltung der Wasserstoffwirtschaft – im Rahmen des gemeinsamen Projekts „HyFri“ gehen ab Ende nächsten Jahres fünf H2-Busse im ÖPNV an den Start.

Zukunftsweisendes Projekt „HyFri“ – fünf Wasserstoffbusse gehen Ende 2023 im Landkreis Friesland auf Linie, v.l.n.r.: Umweltminister Olaf Lies mit EWE-Chef Stefan Dohler, Jan Cyrullies Geschäftsführer von Weser-Ems-Bus, Maximilian Graf von Wedel, Geschäftsführer der Friesen Elektra der Unternehmensgruppe Schloss Gödens sowie Frieslands Landrat Sven Ambrosy vor einem Caetano H2-Bus. (Foto: Dietmar Brücker)
Zukunftsweisendes Projekt „HyFri“ – fünf Wasserstoffbusse gehen Ende 2023 im Landkreis Friesland auf Linie, v.l.n.r.: Umweltminister Olaf Lies mit EWE-Chef Stefan Dohler, Jan Cyrullies Geschäftsführer von Weser-Ems-Bus, Maximilian Graf von Wedel, Geschäftsführer der Friesen Elektra der Unternehmensgruppe Schloss Gödens sowie Frieslands Landrat Sven Ambrosy vor einem Caetano H2-Bus. (Foto: Dietmar Brücker)
Redaktion (allg.)
von Martina Weyh

„HyFri“, so heißt das Projekt, dass der Landkreis Friesland, Weser-Ems-Bus, der Energiedienstleister EWE und Schloss Gödens ab Ende 2023 gemeinsam starten. Dann sind im friesischen ÖPNV fünf Wasserstoffbusse im Einsatz.

„Mit der Etablierung einer regionalen, grünen Wasserstoffproduktion leisten wir einen sehr großen Beitrag zur Reduktion von CO2, stärken zugleich die lokale Wirtschaft und schützen unsere Natur für die Menschen, die hier leben, für Touristen sowie für kommende Generationen. Ich freue mich, dass wir hervorragende Partner aus der Wirtschaft gefunden haben, um gemeinsam ins Wasserstoffzeitalter aufzubrechen“, so Landrat Sven Ambrosy.

Gerade in der Weltnaturerbe-Region trage man eine große Verantwortung für den Klimaschutz.

Auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies sieht großes Potenzial – grüner Wasserstoff sei als Energieträger und Rohstoff ein zentraler Baustein der Energiewende und engagierte Unternehmen eine wichtige Voraussetzung für die Erreichung der deutschen Ziele in der Nationalen Wasserstoffstrategie bis 2040. Der erste Schritt dabei sei oft der schwierigste – das ÖPNV-Projekt im Landkreis Friesland gehe ihn und markiere damit den Start für den weiteren Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in der Region.

Auch Projektpartner Friesen Elektra der Unternehmensgruppe Schloss Gödens glaubt an das riesige Wirtschaftspotenzial für Sande und Friesland.

„Wir werden dazu beitragen, dieses Potenzial zu heben“, sagt Geschäftsführer Maximilian Graf von Wedel-Gödens.

Das Unternehmen betreibt einen Windpark am Standort Sande. Der bevorstehende Ausbau des Windparks durch Photovoltaikmodule zum hybriden Energiepark, sorge für eine gesteigerte, regionale Verfügbarkeit grüner Energie, die zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden könne.
  
Die neuen H2-Busse werden ab Ende 2023 von der DB-Regio-Tochter Weser-Ems-Bus in den Einsatz geschickt, die sich um die Anschaffung, Inbetriebnahme und Instandhaltung kümmert. Betankt werden sie an einer neuen Wasserstofftankstelle, die verkehrsgünstig in Schortens errichtet werden soll. Betrieben wird die Tankstelle durch eine neue Betreibergesellschaft, die von den Partnern Weser-Ems Busverkehr GmbH, EWE AG und der Unternehmensgruppe Gödens eigens gegründet wird, heißt es in der Pressemitteilung.

„In Schleswig-Holstein hat unsere Region bereits gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Wasserstoffbussen gemacht. Wir freuen uns, dass wir unser Know-how in diesem Bereich nun auch im Landkreis Friesland auf die Straße bringen können“, sagt Jan Cyrullies, Geschäftsführer von Weser-Ems-Bus.

Förderung vom Bund

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Rahmen des Projektes HyWays for Future gefördert, das wiederum Teil des HyLand-Programms für Regionen-Förderungen ist. Die Beschaffung der Busse wird unter Vorbehalt der Förderzusage ebenfalls durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert und deren Betrieb mit Mitteln des Landkreises Friesland unterstützt.
 

Die Weser-Ems Busverkehr GmbH mit Hauptsitz in Hamburg ist ein Tochterunternehmen der DB Regio AG, Sparte Bus, Region Nord. Weser-Ems-Bus betreibt Busverkehre in Niedersachsen von der Nordsee bis ins Osnabrücker Land. Im Verkehrsgebiet des Verkehrsverbunds Ems-Jade (VEJ) beschäftigt das Unternehmen 135 Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter und setzt 45 eigene Busse ein. Zusätzlich sind rund 110 Fahrzeuge von lokalen Partnerunternehmen für Weser-Ems-Bus unterwegs. Die DB will bis 2040 klimaneutral werden. Auf diesem Weg ist DB Regio Bus Nord aktiver Teil der Verkehrswende und setzt zunehmend Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ein.

Was bedeutet das?

Im Busbereich bleibt die Brennstoffzelle eine interessante Alternative - zumal man im Norden nah an Windkraft dran ist, womit man CO2-neutral Wasserstoff erzeugen kann und keine langen Transportwege hat.

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