FreZe Nikrob EV: Europas billigster Großserienstromer

In Litauen und Österreich wird der Nikrob EV ab 13.000 Euro netto angeboten - vor Abzug der Prämien, die am Ende 7.000 Euro netto daraus machen.

In China ist die von Wuling gebaute Kurzware seit Jahren der bestverkaufte Großserienstromer. | Foto: Nikrob
In China ist die von Wuling gebaute Kurzware seit Jahren der bestverkaufte Großserienstromer. | Foto: Nikrob
Gregor Soller

Er ist Chinas beliebtester Großserien-EV: Der kantige FreZe Nikrob EV, dort besser bekannt als Hongguang Mini EV von Wuling – einem Unternehmen, an dem wiederum GM beteiligt ist. Laut der Plattform Auto Motor und Sport soll sich der Winzling allein in den ersten drei Monaten seit seinem Verkaufsstart im Juli 2020 in China 55.781 Mal verkauft haben – öfter als das Tesla Model 3. Und seitdem steht der 2,92-Meter-Zwerg meist an der Spitze der chinesischen EV-Zulassungen, was für eine grundsätzliche Basisqualität sprechen muss.

Das lettische Unternehmen Dartz bietet das Modell über eine österreichische Website zur Konfiguration und zum Kauf an. Den ultragünstigen chinesischen Tarif von umgerechnet rund 3.700 Euro können die Letten zwar nicht halten. Doch da der Nikrob auf der Bafa-Liste der in Deutschland per Innovationsprämie förderfähigen Elektroautos steht, gehen vom Nettolistenpreis ab 16.000 Euro sowohl der Herstelleranteil (3.000 Euro) und die Förderung des Bundes (6.000 Euro) weg, womit der Freze Nikrob EV in Deutschland ab 7.000 Euro netto beziehungsweise 8.330 Euro brutto zu haben wäre.

Für den Verkauf in Europa musste allerdings ein Sicherheits-Update sein, heißt: Airbags und eine elektromechanische Servolenkung (EPS), einige Komponenten müssen verstärkt werden und ein braucht ein EU-Interface für den Zugang zu den Fahrzeugdaten. Serie sind LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera und Klimaanlage.

Der Nikrob soll so M1- und Autobahn-tauglich in der EU sein. Ein offizieller Crashtest stünde allerdings noch aus. Aber auch im Detail ging Dartz nochmal ran: eine andere Lichtmaschine soll die Reichweite im Vergleich zum chinesischen Pendant um 30 auf bis zu 200 Kilometer erweitern.

Der Lithium-Eisenphosphat-Akku bietet 16,35 kWh Kapazität, womit der Dartz sehr sparsam sein müsste, um die 200 km Reichweite zu schaffen – könnte bei nicht ganz leichten 1.070 kg Leergewicht (das ist schwerer als ein Dacia Spring!) etwas knapp werden. Der Elektromotor kommt von Siemens und leistet 29 kW (39 PS), womit bis zu 110 km/h Höchsttempo drin sein sollen.

Was bedeutet das?

In China ist der Zwerg seit Jahren Topseller bei den Stromern, weshalb es ihn dort auch als Cabrio gibt. Das Package lässt keine Revolutionen erwarten, aber der Preis ist heiß und wenn einem zwei Sitze genügen, könnte der Nikrob EV auch bei Boten- und Pflegediensten viele Kunden finden. Dazu braucht es allerdings auch ein Servicenetz und vielleicht auch gute Ergebnisse bei einem offiziellen Crashtest.

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