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Free Now und hive starten Kick-Scooter-Sharing in München

Erstes Pilotprojekt in Deutschland geht noch vor der Freigabe von E-Scootern an den Start und soll vorerst der Quartiersmobilität dienen.

Kick Off für den Kick-Scooter: hive-CEO Tristan Torres Velat und Jost-Hurler-Geschäftsführer Roland Wüst (links) drehten schon mal eine Proberunde durch das Quartier, das auch eine eigene Tram-Haltestelle hat. | Foto: J. Reichel
Kick Off für den Kick-Scooter: hive-CEO Tristan Torres Velat und Jost-Hurler-Geschäftsführer Roland Wüst (links) drehten schon mal eine Proberunde durch das Quartier, das auch eine eigene Tram-Haltestelle hat. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Der E-Kick-Scooter-Anbieter hive geht nach erfolgreicher Testphase in Lissabon jetzt auch in Deutschland an den Start. Noch vor der für Mai erwarteten gesetzlichen Freigabe von E-Rollern will die von Mytaxi initiierte Marke in einem neuen Quartier in München Schwabinger Tor für Micromobilität sorgen. Während der Pilotphase dürfen die Roller auch nicht im weiteren Stadtgebiet verwendet werden. Zudem empfiehlt der Anbieter, beim Einsatz der bis zu 20 km/h schnellen Scooter von Segway einen Helm zu tragen. Im Anschluss an die Nutzung, die im Normalbetrieb ein Euro Fixgebühr und 15 ct/min kosten soll, müssen die Roller in den 4,2 ha großen Quartier wieder abgestellt werden. Die per Smartphone-App lokalisier- und buchbaren E-Fahrzeuge werden von der Hausverwaltung wieder eingesammelt und aufgeladen, was an der Haushaltssteckdose maximal sieben Stunden dauern soll. Schwerpunktmäßig werden die zum Start 30 Roller dann an fünf "Hotspots" im Quartier platziert. Sobald hive den Dienst auf die gesamte Stadt ausgedehnt hat, sollen Nutzer die Roller überall abstellen können.

Bewährte Segway-Technik, 300 Watt für flotten Vortrieb   

Die Reichweite der Segway ES4-Roller soll bei etwa 45 Kilometer liegen, wie hive-CEO Tristan Torres Velat versichert. Außerdem verfügen die 14 Kilogramm schweren Mikromobile über LED-Beleuchtung, einen Vorderradantrieb, der zugleich als Bremse fungiert sowie eine zusätzliche Bremse per Fersenbetätigung am Schutzblech. Vom Handling kommt man mit den hive-Rollern schnell klar. Nach dem Starten per Button stößt man sich zwei mal vom Boden ab und dreht dann am rechten "Gas"-Griff. Die Beschleunigung erfolgt mit dem 300-Watt-Radnabenmotor flott aber nicht zu abrupt und dann gleichmäßig zügig bis 20 km/h.

Dank einer Vorder- und Hinterachsfederung und relativ großer und breiter und profilierten Rollen steckt das Gerät auch kleinere Bordsteinkanten oder Trambahnschienen gut weg und liegt relativ ruhig auf dem Asphalt. Die Lenkung über die armdicke Lenkerstange ist ebenfalls nicht zu nervös. Allerdings sollte man beide Hände am Lenker behalten, auch im nötigenfalls links die rekuperationsfähige Bremse zu betätigen. Diese verzögert sehr nachdrücklich, nötigenfalls hilft auch ein zusätzlicher Tritt auf das Schutzblech. Etwas filigran wirkt der ausklappbare Ständer, überhaupt sollte man den Scooter sehr bewusst wieder abstellen, damit er nicht umfällt.

"Wir glauben fest an diese andere Art von Mobilität in der Stadt, die leise, sauber und platzsparend ist und Spaß macht. Außerdem erlebt man die Stadt mit den E-Scootern auf eine andere Weise als etwa auf dem Fahrrad - und man kann auch mit dem Anzug ins Geschäft rollen, gerade im Sommer ein wichtiger Faktor", erklärte Velat anlässlich der Kick-Off-Veranstaltung.

Aus seiner Sicht seien die Fahrzeuge perfekt für die erste und letzte Meile auf dem Weg zur Arbeit, aber auch für eine Ausflugstour. Man werde generell eine Schlüsselrolle in Sachen Mikromobilität im neuen Joint Venture NOW von BMW und Daimler spielen, versicherte der CEO. Zudem lege man größten Wert auf die Verwendung von Ökostrom zum Aufladen der Kick-Roller sowie das Recycling ausgedienter Scooter und deren Akkus.

Der Vertreter der Entwicklers und Eigentümers des Quartiers Jost Hurler Gruppe Geschäftsführer Roland Wüst bekräftigte, man wolle mit den Kick-Scootern zu dem ohnehin schon vorhandenen Mobilitätsangebot aus Anwohner-Carsharing mit konventionellen und Elektro-Fahrzeugen sowie ÖPNV mit eigener Trambahnhaltestelle eine weitere Ergänzung schaffen, die für die kurzen und engen Wege in der bewusst autofrei gestalteten Umgebung ideal sei.

Städte wie Lissabon und Tel Aviv haben gezeigt, wie erfolgreich neue E-Mobilität mit Scootern umgesetzt werden kann. Wir sind überzeugt, dass sich dieser Erfolg auch in München fortsetzen wird und freuen uns sehr, durch die Kooperation mit hive Türöffner für diese neue Technologie sein zu können“, so Wüst weiter.

Auf dem Areal erprobt BMW auch in einem Pilotprojekt das autonome Parken und setzt einen der selbstentwickelten X2City-Roller zur Nutzung für die Anwohner ein. Generell werde die Frage der Mobilität beim Thema Immobilien immer wichtiger, bestätigt auch der Leiter Vermietung am Schwabinger Tor, Markus G. Neuper. Man wolle hier eine Vorreiterrolle einnehmen und den Anwohnern eine vielseitige Mobilität auch ohne eigenes Auto ermöglichen, skizzierte der Immoblienspezialist. Immer mehr Bewohner würden ein eigenes Fahrzeug als Belastung empfinden und flexible Mobilität wertschätzen. Für die E-Fahrzeuge in der geschlossenen Sharing-Flotte, die die Hausverwaltung über die BMW-Tochter Alphabet betreibt, wurden entsprechende Ladesäulen geschaffen. Außerdem habe man diverse Fahrzeuggattungen vom Cabrio bis zum Van im Sortiment.

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