Frankreichs radikale Revolution

Bis 2040 sollen in Frankreich keine Verbrenner mehr verkauft werden.
Elektriker fahren vor: In Frankreich sollen nach dem Willen der Regierung Elektroautos die Verbrenner abhängen und möglichst bald ganz ersetzen. | Foto: HUSS-Verlag/Gregor Soller
Elektriker fahren vor: In Frankreich sollen nach dem Willen der Regierung Elektroautos die Verbrenner abhängen und möglichst bald ganz ersetzen. | Foto: HUSS-Verlag/Gregor Soller
Gregor Soller

Die neue Französische Regierung gibt Gas – oder besser gesagt, will das Land unter Strom setzen, wie das Medium „Automobil Produktion“ aktuell berichtet: „Wir kündigen das Ende des Verkaufs von Benzin- und Dieselautos bis 2040 an", erklärte Umweltminister Nicolas Hulot, als er am 6.7. den Klimaplan der neuen Regierung vorstellte. Zu den ersten großen Schritten der Regierung Macron gehört, dass Frankreich die eigenen Klimaschutzziele verschärfen möchte. Plan und Wunsch ist es, das Land bis 2050 CO2-neutral zu gestalten. Damit soll künftig nur noch so viel CO2 emittiert werden dürfen, wie gleichzeitig durch Wälder und Speichertechniken gespart respektive gespeichert werden kann.

Im Verkehr soll einmal mehr eine Prämie helfen, sauberere Autos auf die Straße zu bringen: Die soll Geringverdiener unterstützen, um alte gegen neue Autos zu tauschen. Ein weiteres bekanntes Mittel ist die Angleichung der Besteuerung von Diesel und Benzin. Aber auch den französischen Kohlekraftwerken geht es an den Kragen: Bis 2022 sollen alle abgeschaltet sein – wobei berücksichtigt werden muss, dass Frankreich einen großen Teil des Energiemixes noch immer aus Atomkraft bezieht. Neu ist, dass erstmals ein zentraler Flächenstaat in Europa solch drastische Maßnahmen ankündigt. Doch Hulot beruft sich auf die Tatsache, dass Alternativen existieren. Bisher waren solch drastische Schritte nur aus Norwegen bekannt, wo man ab 2025 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zulassen möchte. Indirekt macht Macron der französischen Autoindustrie auch gleich eine klare Ansage und gibt ihr damit die Chance, sich neu aufzustellen. 

Was bedeutet das für die Kunden?

Wer Flotten grenzüberschreitend einsetzt, muss künftig noch stärker über emissionsfreie Mobilität nachdenken. Besitzer von Dieselfahrzeugen müssen von einer stärkeren Entwertung ihrer Autos ausgehen.

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