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Formel E: Zweites Rennen in Jakarta - Maserati gewinnt erstmals!

Im zweiten Rennen holte Günther dann seinen vierten Sieg in der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft und den allerersten für Maserati, was die Italiener umso mehr erfreute, denn: Das letzte Mal, dass ein Monoposto mit dem Dreizack ein Rennen gewann, war 1957, als Juan Manuel Fangio den Großen Preis von Deutschland auf seinem Weg zum Formel-1-Titel gewann.

Am Sonntag konnte Max Günther erstmals den Sieg für Maserati holen. | Foto: FIA Formula E
Am Sonntag konnte Max Günther erstmals den Sieg für Maserati holen. | Foto: FIA Formula E
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Gregor Soller

Auch diesmal war Jake Dennis auf Avalanche Andretti Formula E Team hartnäckiger Verfolger, der auch am Sonntag Zweiter wurde. Damit liegt er nur noch einen Punkt hinter dem Tabellenführer Pascal Wehrlein auf dem TAG Heuer Porsche. Dort konnte man die Stärke vom Samstag leider nicht wiederholen. Dafür kam Jaguar TCS Racing wieder zurück: Mitch Evans komplettierte mit einer erstklassigen Defensivleistung als Dritter das Podium. Nicht so gut lief es für Nick Cassidy von Envision Racing: Er verlor seine Führung in der Meisterschaft an den Sieger des Vortages, Pascal Wehrlein, der diesmal Sechster wurde. Cassidy strauchelte an einem unüberlegten Überholvorgang, der zu einer Berührung und einem punktelosen Tag führte. Cassidy hat nun fünf Punkte Rückstand auf Dennis und sechs Punkte trennen die ersten drei Fahrer in einem äußerst engen Kampf um den Titel.

Günther fährt einen Riesenvorsprung heraus

Günther startete auch am zweiten Tag von der Pole Position. Der junge Deutsche wollte seine vielversprechende Fahrt vom Samstag und seinen Podestplatz in seinen vierten Rennsieg ummünzen und sah von Anfang an zuversichtlich aus, nachdem er seine Position in der Anfangsphase halten konnte. Er fuhr eine defensive, aber klare Strategie – nicht immer auf Position eins: Dennis übernahm nach seinen Attack-Mode-Aktivierungen die Führung, doch Günther blieb immer dran und ließ nie ganz „abreißen“.

Die entscheidende Wende kam, als Günther seinen zweiten Attack Mode nutzte – hier ließ er Dennis den „Vortritt“. Als Günther dann auf „Attack“ fuhr, konnte er damit einen ausreichenden Vorsprung herausfahren, um den Avalanche-Andretti-Piloten zu überholen, als der in Runde 18 seinen letzten 50-kW-Boost einleitete. Trotzdem konnte der Maserati-Pilot die Führung ab da ungefährdet halten: Günther hatte im Ziel einen Vorsprung von 2,8 Sekunden auf Dennis und mehr als 18 Sekunden auf Evans. Das ist eine Welt, denn: Seit Dennis' Auftaktsieg in Mexico City hatte in der GEN3-Ära niemand mehr mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung gewonnen. Dieser Vorsprung war der größte in den letzten zehn Rennen! Maximilian Günther freute sich am Ende:

„In der Formel E muss man immer mit den Füßen auf dem Boden bleiben, wie im Leben allgemein! Es kann sich so schnell ändern, ich genieße einfach den Moment hier. Ich weiß, dass es Strecken geben wird, die uns mehr liegen, und Strecken, die uns weniger liegen werden. Wir versuchen immer, unser Paket zu optimieren, das haben wir in den letzten Rennen getan. Ich bin sehr stolz.“

Auch Dennis war wieder versöhnt und erklärte:

„Ich bin glücklich, viel glücklicher als gestern. Um ehrlich zu sein, war es ein wirklich gutes Rennen. Ich bin froh, dass ich Position zwei halten konnte. Ich denke, wir haben den zweiten Attack Mode nicht ganz richtig hinbekommen, schließlich war der Maserati heute über eine Runde so schnell. Als er gepusht hat, schuf er eine riesige Lücke, die ich kaum schließen konnte. Umso schwieriger wäre es gewesen, ihn gar hinter mir zu halten.“

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Dramatisch wurde es für den Tabellenführer Cassidy, der in dieser Saison erst ein einziges Mal nicht gepunktet hatte (mit dem 13. Platz in Diriyah), als er in Runde 20 einen folgenscheren Ausrutscher hatte, als er versuchte, seinen Titelrivalen Wehrlein zu überholen. Sein Auto wurde beschädigt und er wurde an das Ende des Feldes und auf Platz 19 zurückgeworfen. Mitch Evans freute sich dagegen über sein Podium:

„Ich bin ein bisschen sprachlos, denn das war eine gewaltige Wende im Vergleich zu gestern, ich hatte das heute überhaupt nicht erwartet. Ich hatte während des Rennens viel mit meiner Effizienz und meinem Tempo zu kämpfen, und ich hatte das Gefühl, dass wir zur Hälfte des Rennens gut aussahen. Aber sobald Max und Jake davon stürmten, konnte ich einfach nicht mehr mithalten. Ich fühlte mich fast ein bisschen wie ein kleines „Hindernis“ auf dem Track, aber ich habe durchgehalten und habe diese Punkte nach gestern wirklich gebraucht.“

Sonntag war Nissan-Tag

Sonntag war auch für Nissan ein guter Tag: Das Duo Sacha Fenestraz und Norman Nato machte in der Schlussphase des Rennens Fortschritte und sicherte sich vom siebten und zwölften Startplatz aus die Plätze vier und fünf. Fenestraz' Angriff auf den amtierenden Champion Stoffel Vandoorne auf DS Penske überraschte den Belgier in der Haarnadelkurve, in der Nato gleich folgte und mit nach vorn fuhr. Nach diesem Überholmanöver fiel Vandoorne auf den neunten Platz zurück. Wehrlein, António Félix da Costa auf TAG Heuer Porsche und Edoardo Mortara auf dem zweiten Maserati konnten sich auf die Plätze sechs, sieben und acht vorkämpfen. Envision Racing holte diesmal nur einen Punkt ein, Sebastien Buemi rundete die Top 10 ab. Abt Cupra konnte die Punkte des Vortages leider nicht wiederholen, trotzdem hält die Aufwärts-Tendenz an.

Anders beim Motorenlieferanten Mahindra: Dort ersetzte der ehemalige spanische Formel-1-Pilot Roberto Merhi den bisherigen Piloten Oliver Rowland. Beim Double-Header fuhr der Neuzugang auf die Plätze 18 und 17. Trotzdem: Rowland wird nicht mehr in sein Cockpit zurückkehren. Der Rennstall erklärte: „Wir haben uns beidseitig mit Oliver Rowland darauf geeinigt, dass er bei den nächsten sieben Rennen auf einen Start verzichtet.“

TAG Heuer Porsche führt in der Teamwertung mit 212 Punkten vor Envision Racing mit 190 Punkten und Jaguar TCS Racing mit 171 Punkten. Fünf Rennen verbleiben in der Saison 9 der ABB FIA Formel E-Weltmeisterschaft, wobei der nächste Stopp am 24. Juni die vierte Debütstadt der Serie in dieser Saison ist - der Southwire Portland E-Prix 2023.

Interessant am Rande: Um auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam zu machen, setzte die Formel E im Rahmen des World Environment Day im Vorfeld des Jakarta E-Prix ein Zeichen. Mehr als 300 Freiwillige, unter anderem vom ABT Cupra Formula E Team, Avalanche Andretti Formula E, Maserati MSG Racing, NIO 333 Racing Formula E Team und Mahindra Racing sowie Partner schlossen sich den Formel-E-Mitarbeitern an, um am Pantai Beach im Ancol Resort für „Ordnung“ zu sorgen. Mehr als 120 Säcke mit Plastik und Müll wurden am Strand neben der Rennstrecke eingesammelt.

Was bedeutet das?

Im Gegensatz zur Formel 1, wo die Messe bereits jetzt zu Gunsten von Max Verstappen gelesen zu sein scheint, bleibt es in der Formel E spannend: Porsche kämpfte sich mit Wehrlein zurück an die Spitze und Günther wird auf seinem Maserati immer stärker. Dazu kommen mit Dennis auf Avalanche Andretti und den Fahrern von Envision, Jaguar TCS Racing und DS Penske immer wieder Könner, die vorn um Punkte mitfahren – die aber jedes Mal anders verteilen.  

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