Formel E: Spannendes Wochenende am Big Apple

Die beiden Rennen in New York gewannen Nick Cassidy auf Envision Racing und António Félix da Costa auf DS Techeetah.

Umarmung auf dem Podium: Da Costa und Nick Cassedy. | Foto: FIA Formula E/Sam Bloxham
Umarmung auf dem Podium: Da Costa und Nick Cassedy. | Foto: FIA Formula E/Sam Bloxham
Gregor Soller

Zum Saisonende hin bleibt die Formel E spannend, auch wenn die Favoriten sich nicht vom Punktesammeln abhalten ließen. Ganz neu auf der Pole und dann auch auf dem Podium war Nick Cassidy auf Envision Racing, der das  erste der beiden Rennen des New York City E-Prix gewann. Er  dominierte das Rennen von der Pole-Position und fuhr seinen Sieg sicher nach Hause – vor Lucas di Grassi und seinem Teamkollegen Robin Frijns – womit die Envision-Racer den ROKiT Venturi-Fahrer auf dem Podium „in die Mitte“ nahmen.

Regen änderte im ersten Lauf alles

Doch was wäre die Formel E ohne spannende Wendungen innerhalb eines Rennens? Am Samstag waren es aber keine Un- oder Ausfälle sondern sintflutartig einsetzender Regen rund zehn Minuten vor Rennende – und der war so heftig, dass er fast die ganze Führungsriege derart in Rutschen brachte, dass diese dann doch noch ein Unfallchaos erzeugte: Neben Cassidy waren auch di Grassi, Vandoorne, Sébastien Buemi und Pascal Wehrlein in das nasse Unfallchaos verwickelt, sodass das Rennen abgebrochen wurde. Und da ein Neustart so kurz vor Schluss keinen Sinn gemacht hätte, beschloss die Rennleitung hier, gemäß Artikel 41.9 des Reglements, das Ergebnis auf den Stand der Runde vor dem Crash als finalen Zieleinlauf zu werten. Platz vier und fünf ging an Vandoorne und Buemi, womit der Nissan-Fahrer eines seiner stärksten Ergebnisse der Saison holte. Keine Punkte bekamen am Samstag die Mitfavoriten Jean Éric Vergne und Mitch Evans. Rang sechs ging an Pascal Wehrlein auf Porsche, gefolgt von Sam Bird auf dem ersten Jaguar. Rang 8 ging an Nyck de Vreis auf EQ Mercedes, auf Rabng neun folgte der zweite Rockit mit Mortara und mit seinem Avalanche fuhr Jake Dennis noch auf Rang zehn.

Das zweite Rennen m Sonntag sah die Favoriten vorn

Ganz anders verlief das Rennen am Sonntag, das wieder die „üblichen Favoriten“ vorne sah: Es gewann da Costa auf dem DS Techeetah vor Vandoorne auf Mercedes EQ und Mitch Evans im Jaguar. Vor allem Vandoorne, de Vries und Evans kämpften extrem hart, wobei Evans und de Vries von einer Bodenwelle böse ausgehebelt wurden, sodass ihre Racer abhoben. Evans berührte bei diesem „Abflug“ auch die Mauer, kam kurz zum stehen, fuhr dann aber sofort weiter - ohne einen Platz zu verlieren. Überhaupt waren die Jaguar-Fahrer happy mit der Performance ihrer Autos: Auch Sam Bird konnte sich nach einem verpatzten Qualifying von Startplatz 16 bis auf die fünfte Position vorarbeiten.

Sehr wacker schlug sich diesmal Alex Sims, der seinen Mahindra auf Rang vier stellen konnte vor Sam Bird im zweiten Jaguar und Frijns im ersten Envision. Es folgte De Vries im zweiten Mercedes EQ vor Jake Dennis im Avalanche Andretti auf Rang acht. Auf Rang neun fuhr Andre Lotterer im Porsche noch in die Punkte, ebenso wie Edoardo Mortara im Rokit. Ärgerlich: Lotterer hatte auf Rang drei eine extrem gute Startposition. Doch er kam am Start zunächst extrem schlecht weg und wurde bis aus den Top-10 heraus nach hinten durchgereicht. Sein Teamkollege Pascal Wehrlein ging nach einem technischen Regelverstoß im Qualifying ohnehin von Position 20 ins Rennen. Beide fuhren fulminante Aufholjagden, doch Wehrlein  blieben als Elftem die Punkteränge versagt. Hinter ihm kam diesmal Dan Ticktum im Nio auf Rang zwölf noch vor Buemi im ersten Nissan.

Das vorletzte Rennwochenende von Saison 8 steht am 30./31. Juli an. Dann werden in London die Rennen 13 und 14 von insgesamt 16 Events ausgetragen. Es folgt am 13./14. August das Saisonfinale in Seoul.

Bei den Fahrern führt jetzt wieder Van Doorne auf Mercedes EQ (155 Punkte) vor Mortara auf Rockit Venturi (144 Punkte), dem Mercedes-Kundenteam. Die Führung bleibt also so oder so bei der Familie Wolff: Toto leitet Mercedes-EQ, seine Frau Suzie Rockit! Auf Rang drie steht aktuell Mitch Evans mit Jaguar (139 Punkte). Knapp wird es für Vergne auf DS Techeetah mit 129 Zählern. Besser sieht es für die goldenen Techeetahs bei den Teams aus: Hier hat man wie Rockit 228 Punkte und steht auf Rang zwei. Es führt auch hier Mecedes EQ mit 238 Zählern. Rang drei geht an Jaguar mit 186 Punkten.

Was bedeutet das?

In dieser Saison dürften Mercedes EQ, Rockit, Jaguar und DS Techeetah die Titel unter sich aufteilen. Man darf gespannt sein, wie sich die letzten Rennen entwickeln. Porsche muss sich wohl auch diesmal mit einem Rang im oberen Mittelfeld begnügen, was zeigt, dass die Formel E eigene Gesetze hat und viel Erfahrung braucht.   
 

Printer Friendly, PDF & Email