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Formel E: Porsche steigt Ende 2026 aus

Theoretisch hätte Porsche schon 2024 den Stecker ziehen können, doch jetzt verlängert man sein Engagement bis 2026.

Ausstieg auf Raten: Porsche verlässt die Formel E - verlängert allerdings bis 2026. | Foto: Porsche
Ausstieg auf Raten: Porsche verlässt die Formel E - verlängert allerdings bis 2026. | Foto: Porsche
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Gregor Soller

Hinter den Kulissen wünschte man Porsche ganz große Erfolge in der Formel E, denn wenn die ausbleiben würden, so munkelte man, könnte Porsche die Lust verlieren. Fakt ist: nach einem extrem starken Start in die Saison 3 dümpelt Porsche in der zweiten Hälfte einmal mehr eher im vorderen (teils auch hinteren) Mittelfeld herum und konnte seine Form nicht halten.

Porsche hätte auch nach der Saision 10 2024 aussteigen können

Zwar ist die aktuelle Saison 9 ist mit vier Siegen der TAG Heuer Porsche Formula E Team Fahrer Pascal Wehrlein und António Félix da Costa die erfolgreichste bisher, aber en Fahrertitel holt eher Jake Dennis, der für das erstmalige Porsche-Kundenteam Avalanche Andretti fährt. In der Teamwertung kämpft man zudem mit den Teams, die Jaguar-Motoren nutzen, um die Krone. Insofern ist Porsche einmal mehr Halb-erfolgreich – für die Stuttgarter eher unbefriedigend. Aber gleich die Flinte ins Korn werfen – das hätte auch ein schlechtes Licht auf die Racer geworfen. Weshalb man jetzt den „Mitteleg“ gewählt hat: Man verlängert bis zur Saison 12 in 2025/2026 und macht damit das Jahrsiebt voll. Wie gesagt, man hätte nach fünf Jahren auch am Ende der Saison 10 den Stecker ziehen können.

Porsche bestätigte auch, dass man „weiterhin eine aktive Rolle bei der Gestaltung der erfolgreichen Zukunft der Formel E spielen“ woll und „bereits an der Gestaltung der vierten Generation des Rennwagens beteiligt ist, der ab Saison 13 in die Meisterschaft eintritt“. Es könnte natürlich sein, dass man die Konzernaktivitäten dann intern an Abt-Cupra abtritt, wo man aktuell etwas mit den Antrieben von Mahindra hadert: Zusammen mit Mahindra bildet Abt-Cupra aktuell das Schlusslicht der Teamwertung noch hinter Nio.

Michael Steiner, Mitglied des Vorstands für Forschung und Entwicklung, Porsche AG, sagte:

„Mit unserem Einstieg in die Formel E haben wir ein neues Kapitel im rein elektrischen Motorsport aufgeschlagen. Wir sind weiterhin überzeugt, dass unsere Präsenz und Erfolge in der Formel E die Grundlage für zukünftige Mobilitätslösungen legen werden. Sie bietet das wettbewerbsfähigste Umfeld, um die Entwicklung von Hochleistungsfahrzeugen mit Fokus auf Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz zu beschleunigen. Wir freuen uns darauf, eine aktive Rolle bei der Gestaltung der erfolgreichen Zukunft der Formel E zu spielen und so der Elektromobilität weltweit noch mehr Schwung zu verleihen.“

Thomas Laudenbach, Vizepräsident von Porsche Motorsport, ergänzte pflichtbewust:

„Wir möchten innovative Technologien und mehr Nachhaltigkeit in den Motorsport bringen und an vorderster Front neuer Entwicklungen stehen. Die Formel E spielt dabei eine große Rolle. Der Wettbewerb in dieser Serie ist auf einem außergewöhnlich hohen Niveau und ermöglicht es uns, wichtige Impulse für zukünftige Serienmodelle zu geben. Mit hochklassigen und spannenden Rennen begeistert sie Menschen auf der ganzen Welt für die Elektromobilität. Wir werden uns auch in Zukunft gerne daran beteiligen.“

Die 2023 Hankook London E-Prix Doppelläufer an diesem Samstag und Sonntag sind der Höhepunkt der Saison 9 in der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft. Jake Dennis, der für das Porsche-Kundenteam Avalanche Andretti Formula E Team fährt, hat einen 24-Punkte-Vorsprung auf Nick Cassidy (Envision Racing) und geht als Favorit in das Saisonfinale auf heimischem Boden und auf einer Strecke, auf der er bereits zweimal gewonnen hat. Mitch Evans (Jaguar TCS Racing) liegt mit 44 Punkten Rückstand auf dem dritten Platz, während der TAG Heuer Porsche Formel E Team Fahrer Pascal Wehrlein 49 Punkte hinter Dennis liegt.

Wie die beiden vorherigen Rennen in Rom jedoch gezeigt haben, kann in der Formel E alles passieren und alle vier Fahrer an der Spitze werden um den Weltmeistertitel und einen Platz auf dem Podium kämpfen.

Was bedeutet das?

In anderen Teams hat man es richtig erspürt: Porsche könnte perspektivisch die Lust an der Formel E verlieren, wenn weiter keine Meisterschaften gewonnen werden können. Fakt ist: Noch waren die Zuffenhausener besser als in dieser Saision, dumm nur, dass die Kundenteams (das gilt auch für Jaguar) noch besser sind, denn wer verbindet Avalanche Andretti mit Porsche und Envision Racing mit Jaguar? So dass Porsche den Stecker behutsam zieht: Bis 2026 kann man noch dreimal Meister werden und vielleicht geschieht auch heuer noch ein Wunder…

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