Formel E: Pascal Wehrlein gewinnt viertes digitales Rennen

Die Formel E bleibt auch virtuell spannend: Auch die vierte Runde der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ konnte Pascal Wehrlein gewinnen - und damit die Führung in der Meisterschaftswertung von Maximilian Günther (BMW i Andretti Motorsport) erobern.

Auch das vierte digitale Rennen entschied der Mahindra-Pilot für sich. | Grafik: Formel E
Auch das vierte digitale Rennen entschied der Mahindra-Pilot für sich. | Grafik: Formel E
Gregor Soller

Das vierte digitale Rennen fand auf der virtuellen Strecke des Hongkong E-Prix statt. Diesmal war es für Wehrlein jedoch kein Start-Ziel-Sieg: Er setzte er sich diesmal erst nach einer Aufholjagd vor Stoffel Vandoorne (Mercedes-Benz EQ) und James Calado (Panasonic Jaguar Racing) durch. Denn auch dieses Mal gab es gleich nach dem Start das große Crash-Chaos: Wehrlein war von Position zwei ins Rennen gestartet, aber nach einer Kollision mehrerer Fahrzeuge in der ersten Kurve auf Rang vier zurückgefallen. Schnell arbeitete sich der 25-Jährige nach vorne und übernahm zur Rennmitte nach einem Fehler von Pole-Setter Edoardo Mortara (ROKiT Venturi Racing) die Führung, die er souverän bis ins Ziel verteidigte. Pech hatte diesmal vor allem BMW-Pilot Maximilien Günther, er digital in den letzten Rennen zu neuer Bestform auflief: Er blieb diesmal ohne Punkte. Auch die beiden Porsche-Fahrer André Lotterer (DE) und Neel Jani (CH) hatten Probleme mit dem Start-Crash auf der virtuellen Strecke und mussten sich am Ende mit den Plätzen 15 und 16 zufriedengeben. Von den Startplätzen zehn und 17 ins Rennen gegangen, taktierten beide Porsche-Piloten zunächst gut und konnten sich anfangs auch um viele Plätze verbessern, bis sie durch mehrere unverschuldeten Kollisionen auf die letzten beiden Positionen durchgereicht wurden. Erst danach stimmte die Pace und dank ihrem großen Kampfgeist machten beide Fahrer je acht Plätze gut.

 In der Fahrerwertung liegt Wehrlein nun mit sechs Punkten Vorsprung auf Günther an der Spitze. Der BMW-Pilot erlebte diesmal einen unglücklichen Tag und blieb erstmals ohne Punkte. Nach einer Durchfahrtsstrafe für einen Frühstart fiel er weit zurück und landete nach einer Kollision schließlich auf Rang 19. Etwas besser lief es diesmal für Audi Abt Schaeffler: Daniel Abt konnte erstmals ein Rennen zu Ende fahren und kam auf Platz 13 ins Ziel, während sich Lucas di Grassi mit Rang 21 vor Alex Sims auf dem zweiten BMW begnügen musste.

Das Audi-Kundenteam Envision Virgin Racing holte mit Robin Vrijns immerhin ein paar Punkte auf Rang sieben. Ganz vorn standen dagegen die beiden Mercedes EQ: Stoffel Vandoorne holte Rang zwei, Nyck de Vries verfehlte auf Platz vier knapp das Podium.

Was bedeutet das?

Die Formel E bleibt auch virtuell spannend, wenngleich die Unterschiede zwischen den Rennen nicht ganz so groß ausfallen wie in der Realität: So scheinen die großen Crashs beim Start Standard zu sein und es gibt durchaus Unterschiede zwischen den Fahrern und Teams, die eher digital punkten zu denen, die in Realität vorn mitfahren. Digital haben sich vor allem Max Günther auf BMW und Pascal Wehrlein auf Mahindra hervorgetan. Mercedes EQ fährt hier ebenfalls tendenziell besser als in Realität, während Audi, DS Techeetah und Porsche am Simulator tendenziell eher Federn lassen. Digital haben auch Außenseiter wie Nio, ROkit Venturi oder Geox Dragon eher Chancen, Punkte zu sammeln. Das Interesse scheint generell jedoch viel niedriger zu sein: Audi berichtet beispielsweise auf seinen Presseseiten kaum noch von den virtuellen Läufen, wo man sich im „echten Leben“ eine große Strecke mit Vor- und Nachberichterstattung gönnte.

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