Formel E New York: Sam Bird übernimmt Führung

In der Fußball-EM hatten die Engländer am Wochenende Pech – in der Formel E dagegen Glück: Nach einem Unfall am Samstag gewann Sam Bird auf Jaguar Racing das Rennen am Sonntag und holte sich damit auch die Gesamtführung

 

Sieg im Jag: Mit dem Start-Ziel-Sieg am Sonntag übernahm Jaguar-Fahrer Sam Bird die Führng im Gesamtklasement der Fahrer. | Foto: FIA Formula E
Sieg im Jag: Mit dem Start-Ziel-Sieg am Sonntag übernahm Jaguar-Fahrer Sam Bird die Führng im Gesamtklasement der Fahrer. | Foto: FIA Formula E
Gregor Soller

Es bleibt extrem spannend in der Formel E: Erstmals hat Jaguar Racing mit Fahrer Sam Bird die Chancen, zumindest einen der beiden Formel-E-Titel zu holen. Nach einem Unfall am Samstagsrennen, das Maximilian Günther auf BMW-Andretti gewann. Dabei überholte er in einem spannenden Manöver den von der Pole Position aus gestarteten Formel-E-Rookie Nick Cassidy auf dem Audi-Kundenteam Virgin und Ex-Champion Jean-Eric Vergne auf DS-Techeetah. Vergne fuhr in der Haarnadel eine Attacke, berührte dabei Cassidy, so das Günther an beiden vorbeiziehen konnte.

Am Sonntag starteten die Jaguar von Platz eins und zwei

Am Sonntag waren die BMW-Andretti, die in New York auch ein bisschen ihr „Heimrennen“ fuhren, nicht ganz so glücklich. Und das, obwohl Birds Wagen nach einem Unfall im Freien Training am Samstag komplett auf neu aufgebaut werden musste. Am Sonntag gab Bird dann Alles: Er holte sich die Pole-Position und schaffte einen klaren Start-Ziel-Sieg und freute sich:

„Man gibt nie auf, macht immer Druck, gemeinsam mit dem Team. Man glaubt immer an sich, dass das Material passt, und man führt einfach den Plan aus. Und das haben wir heute getan. Einfach absolut perfekt heute. Ich bin so stolz auf alle.“

Dabei blieb Teamkollege Mitch Evans (NZL) lange auf Rang zwei und hielt Bird auch Nick Cassidy vom Leib. Die beiden Neuseeländer kämpften lange und hart um Rang zwei, bevor Evans ein Aufhängungsschaden zurückfallen ließ. So wurde Cassidy Zweiter vor António Félix da Costa auf DS Techeetah – womit die Goldenen Vorjahressieger in Schlagdistanz zur Spitze bleiben.

Weniger erfolgreich waren die Teams mit deutscher Beteiligung: Immerhin konnten Pascal Wehrlein und André Lotterer (GER) beide den Einzug des TAG Heuer Porsche Formel-E-Teams ins Superpole-Shoot-out in die Plätze vier und fünf ummünzen. Trostpflaster für Audi: Mit den Leistungen Nick Cassidys holte Audis „Kundenteam“ Envision Virgin Racing die Führung im Gesamtklassement der Teamwertung. Denn auch Cassidys Teamkollege Robin Frijns holte als Achter noch wertvolle WM-Punkte – nachdem er von Platz 21 startete! Ähnlich fuhr BMW-Mann Maximilian Günther nach vorn: Von Rang 23 auf Platz Zehn!

Die beiden Mercedes-EQ-Fahrer, Stoffel Vandoorne auf Rang elf und Nyck de Vries als 18. Konnten nicht punkten. Auch die grünen Audis blieben am Sonntag ohne Punkte: René Rast war als Elfter hoffnungsvoll gestartet, wurde aber von zwei Gegnern ins „Sandwich“ genommen und musste mit einem Reifenschaden aufgeben. Auch Audi-Teamkollege Lucas Di Grassi konnte keine Punkte holen.

Was bedeutet das?

Die Formel E bleibt viel spannender ls die Formel 1! Denn immer wieder wechseln die Führenden der Gesamtwertung – und dafür reichen ihnen wegen der hohen Leistungsdichte, aber unterschiedlichster Fortüne einzelne Siege. So hat sich Bird mit seiner Siegesfahrt am Sonntag vom 13. Tabellenrang um zwölf(!) Plätze nach vorn auf Rang eins geschoben! Insofern darf man auch in dieser Saison mit einem ganz spannenden Finale rechnen!

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