Formel E: Mini Electric Pacesetter als Safety Car

Mini präsentiert einen modifizierten Cooper SE als FIA Formula E Safety Car.

Der elektrische Mini wird neues Pace Car. | Foto: Mini
Der elektrische Mini wird neues Pace Car. | Foto: Mini
Gregor Soller

Ab auf die Piste! Der Mini Electric Pacesetter inspired by JCW ist das neue Safety Car der Rennserie ABB FIA Formula E und verbindet damit laut Hersteller „die elektrifizierte Zukunft der Marke mit der reichen Rennsporthistorie von John Cooper Works“. Das Auto entstand auf Basis des neuen Cooper SE in einer bisher einzigartigen Kollaboration zwischen MINI Design, BMW Motorsport, der FIA und der Formel E. Leider ist diese extreme Ausprägung als Safety Car nicht für den Straßeneinsatz vorgesehen. Wenn man das Fahrzeug sieht, erkenne man perspektivisch, das John Cooper Works und Elektrifizierung zusammenpassen werden. Oliver Heilmer, Leiter Mini Design erklärt:

„Hier bestimmt die Funktion die Form, viele Designelemente sind technisch getrieben. So wurden beispielsweise die Form der Radhäuser, Front- und Heckschürze in enger Abstimmung mit den Kollegen von BMW Motorsport entwickelt und sind unter anderem auch unter Gewichtsaspekten optimiert. Und gerade diese markante, technisch präzise Formensprache verleiht dem Fahrzeug seine hohe Emotionalität und Faszination.“

Viele Teile werden in Oxford 3D-gedruckt

Da im oberen Grillbereich nahezu keine klassische Motorkühlung erforderlich ist, wurde die Front aus aerodynamischen Gründen weitestgehend geschlossen. Ausnahmen bilden lediglich der Bereich unterhalb des Grills und die markanten, beinahe quadratischen Öffnungen zur Kühlung der Bremsen. Die weißen „Frontblitzer“-Lichtumfänge des Safety Cars sind harmonisch in die Motorhaube integriert. Die charakteristischen Bonnet Stripes setzen sich über das Dach bis in die Heckpartie fort. Spats und Spoiler sind „made in Oxford“ und wurden im 3D-Druck Verfahren aus recyceltem Carbon hergestellt. Der durchströmte Heckflügel mit gelben Akzentlinierung auf dem Dach integriert zugleich die Lichtsignalanlage. Er wurde ebenfalls im 3D-Druckverfahren im Werk Oxford gefertigt. Die ausgestellten Radhäuser betonen die breite Spur und gehen nahtlos in die ausgeprägte Heckschürze über. Sie ist im Bereich der Räder ausgeschnitten und gibt den Blick auf die Rennbereifung mit mehr Grip frei.

Innen wurde der Mini ausgeräumt und bietet Sechspunktgurte

Das Interieur ist auf das Nötigste reduziert. Lediglich die vordere Sitzreihe ist vorhanden. Der Fahrerbereich besteht aus einem zertifizierten und sowohl für den Renneinsatz wie Straßenverkehr zugelassenen Sitz mit 6-Punkt-Gurt, einem Lenkrad mit minimal gestaltetem Carbon-Pralltopf und einem digitalen Instrumentenkombi. Das zentrale Informationsdisplay wich einem Carbon-Cover, um das Gewicht weiter zu senken. Die Mittelkonsole enthält den Gangwahlschalter sowie Handbremse und Bedienelemente für die notwendigen Signallichter, alles in Sicht-Carbon verschalt. In der ebenfalls abgespeckten Türverkleidung aus Carbon mit Fensterheber und Türöffner erleichtert eine Stoffschlaufe das Schließen der Tür. Ansonsten besteht der Innenraum aus einem eingeschweißten Überrollkäfig, der für maximale Sicherheit sorgt. Auch der Rest der gestrippten Interieurstruktur ist aus funktionalen Gründen in typischem Motorsport Weiß lackiert.

Exklusiv gefertigte 3D Druckteile auch im Interieur.

Der minimalistische Pralltopf, sowie das Boost-Panel an der rechten Seite des Lenkrads sind ebenso hochwertige Einzelanfertigungen wie die Verschalungen der Mittelkonsole und die Türverkleidung auf der Fahrerseite. Ein weiteres Highlight sind die austauschbaren und ebenfalls 3D-gedruckten Pads auf dem Sportsitz. Ihre innovative Struktur verbindet Komfort, Robustheit und Modularität. Individualisierbar in Stärke, Härte und Farbe lassen sie sich perfekt an Physiognomie, Gewicht und persönlichen Geschmack des jeweiligen Piloten anpassen.

Leichtbau drückt das Gewicht um 130 Kilogramm

Konsequenter Leichtbau soll das Gewicht gegenüber der Serienversion des MINI Cooper SE um rund 130 Kilogramm senken auf 1230 Kilogramm. Der optimierte Antrieb auf Basis des MINI Cooper SE liefert 135 kW und 280 Nm. Damit sprintet der MINI Electric Pacesetter inspired by JCW in 6,7 s von 0-100 km/h (Serie: 7,3 s), von 0-60 km/h in 3,6 s (Serie: 3,9 s) Doch noch wichtiger sind bei einem Safety Car die Durchzugsdaten. Hier spielt der MINI Electric Pacesetter inspired by JCW alle Vorteile seines übersetzungslosen und drehmomentstarken Elektro-Antriebs aus: 80-120 km/h in 4,3 s (Serie: 4,6 s). Gemeinsam mit dem Antrieb soll das in Zug, Druck, Höhe und Sturz dreifach einstellbare Motorsport-Gewindefahrwerk maximales Go-Kart-Feeling beiten. Abgerundet wird das Gesamtpaket von einer Motorsport Fahrwerkslenkeranbindung, einer Spurverbreiterung von +10 mm sowie 4-Kolben-Bremsanlage und Felgen vom MINI John Cooper Works GP mit einer Bereifung MICHELIN Pilot Sport in der Dimension 245/40R18. Dieselbe Bereifung mit welchen die Vorderräder der Formel E Rennfahrzeuge bestückt sind.

Premiere am 10.04.2021 beim Rom E-Prix 2021

Der Mini Electric Pacesetter wird erstmals am 10. April 2021 in Rom im Rahmen des zweiten Formel E Events der laufenden Formel E Saison 2021zum Einsatz kommen. Am Steuer wird dann Bruno Correia, der offizielle FIA Safety Car-Pilot der Formula E sitzen.

Was bedeutet das?

Nach Einstellung des i8 brauchte BMW ein neues Pace-Car und fand es im Mini: Der beschleunigt schnell, klebt gut auf der Straße und ist ein Statement.

 

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