Formel E: Maximilian Günther gewinnt nächstes virtuelles Rennen

Der Allgäuer gewinnt auch das zweite Rennen der ABB Formula E „Race at Home Challenge“.

Im zweiten virtuellen Formel-E-Rennen gewann erneut Maximilian Günther. Grafik: BMW
Im zweiten virtuellen Formel-E-Rennen gewann erneut Maximilian Günther. Grafik: BMW
Gregor Soller

Für das BMW-Team bringt die Corona-Krise Punktgewinne in der Formel E: Seit die Rennen virtuell am Simulator ausgetragen werden, fährt Maximilian Günther dominant vorn weg und führt damit souverän die Fahrer-Meisterschaft an. Hinter ihm finden sich neue Kandidaten, was die virtuell weitergefahrene Saison spannend macht: Zweiter wurde Robin Frijns von Envision Virgin Racing und auf Rang drei fand sich diesmal Nico Müller auf Geox Dragon. Günthers Kollege Alex Sims Sims kam von Startplatz 17 ebenfalls gut nach vorn und kämpfte um ein Top-10-Ergebnis. Doch dann fiel er nach einem Zwischenfall zurück und wurde am Ende als 14. gewertet. Das Start-Chaos entsprach übrigens den regulären Rennen, wie Günther anmerkt:

 „Ich bin sehr happy, dass ich auch dieses Rennen gewinnen konnte. Die ersten beiden Kurven waren ziemlich chaotisch, denn es gab jede Menge Kontakt. Zum Glück bin ich da unbeschadet durchgekommen und konnte nach Kurve drei die Führung übernehmen. Von da an habe ich mich darauf konzentriert, keinen Fehler zu machen und den Sieg sicher ins Ziel zu bringen. Das war gar nicht so einfach, denn auf diesem neuen Kurs konnte ein Unfall sehr leicht passieren. Soweit ich mitbekommen habe, mussten das einige meiner Konkurrenten erleben. Ich freue mich auch sehr über die tolle Ausbeute von 50 Punkten nach zwei Rennen.“

Damit konnte Maximilian Günther seine Performance am Simulator halten: Der 22-Jährige fuhr bereits im Qualifying auf Rang zwei. Im Rennen, dass auf der fiktiven Sim-Racing-Strecke „Electric Docks“ ausgetragen wurde, konnte er sich dann gegen den Rest des Feldes durchsetzen. Extra-Punkte gab es diesmal für Stoffel Vandoorne auf Mercedes-Benz EQ für die Julius Bär Pole Position und für Pascal Wehrlein auf Mahindra Racing für die schnellste Rennrunde.

Keine Probleme gab es wegen möglicher technischer defekte der Autos, virtuelle Crashs gab es aber trotzdem, wie Wehrlein schmerzlich erfahren musste: Er ging von Startposition vier ins Rennen und war lange Zeit der schärfste Verfolger von Max Günther, ehe ein Fahrfehler sein virtuelles Auto stark beschädigte. Wehrlein musste sich am Ende mit Rang zehn begnügen und konnte seine starke Leistung nur minimal in Punkte umsetzen. Ein Crash warf auch André Lotterer im TAG Heuer Porsche zurück: Er beendete das Zeitfahren als Dritter und kam wegen seines Unfalls am Ende nur auf Rang 17 ins Ziel. Bei Audi Abt Schaeffler hält die Krise dagegen an: Lucas di Grassi wurde 13., Daniel Abt landet auf dem vorletzten Platz 23.

Im Rahmen der zweiten Runde der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ gingen auch wieder die besten E-Gamer in ihrem eigenen Fahrerfeld – dem „Challenge Grid“ – an den Start. Den Sieg auf dem 3,2 Kilometer langen virtuellen Rundkurs holte sich der Bulgare Peyo Peev. Der beste E-Gamer der acht Rennen andauernden Serie erhält die Gelegenheit, an einem Rennwochenende der Formel E von der Gaming-Welt auf die reale Strecke zu wechseln und ein aktuelles Gen2 Car zu testen.

Was bedeutet das?

Die Formel E macht virtuell weiter – wenngleich sich zeigen wird, wie spannend solche Läufe für die Zuschauer wirklich sind – denn echte Rennen leben eben auch von der Atmosphäre drum herum, den Geräuschen, Gerüchen, dem Treffen der beteiligten Personen. Und die kann ein virtuelles Race in „Computerspiel-Manier“ den Zuschauern eben nicht ersetzen.

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