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Formel E: Jean-Eric Vergne siegt beim Monaco E-Prix

Jean-Eric Vergne hat sich den Sieg beim Monaco E-Prix gesichert. Nach einem für Formel-E-Verhältnisse durchschnittlichen Rennen mit spannender Schlussphase verteidigte er sich bis zuletzt gegen Oliver Rowland im Nissan.

Formel-E-Meister Jean-Eric Vergne hat nach dem Monaco E-Prix die Gesamtführung übernommen | Foto: FIA Formula E
Formel-E-Meister Jean-Eric Vergne hat nach dem Monaco E-Prix die Gesamtführung übernommen | Foto: FIA Formula E
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Timo Pape

Jean-Eric Vergne hat sich den Sieg beim Monaco E-Prix gesichert. Nach einem für Formel-E-Verhältnisse durchschnittlichen Rennen mit spannender Schlussphase verteidigte er sich bis zuletzt gegen Oliver Rowland im Nissan. Felipe Massa holte als Dritter ausgerechnet in seiner Wahlheimat und beim Heimrennen seines Venturi-Teams sein erstes Formel-E-Podium. Pascal Wehrlein wurde nach einem folgenschweren Verbremser in zweiter Position "nur" Vierter - trotzdem gute Punkte für den Deutschen.

Am Start behielt Pole-Sitter Vergne die Nerven und verteidigte seine Führung gegen Wehrlein. Auch dahinter tat sich nichts. Selbst Unfälle blieben in diesem Jahr aus, nachdem es vor allem beim ersten Monaco E-Prix 2015 heftig gekracht hatte. Wehrlein blieb Vergne in den ersten Runden auf den Fersen und fuhr eine kleine Lücke auf Rowland hinter ihm heraus. Nach sechs Minuten holte sich Sebastien Buemi als Erster den Attack-Mode, um Massa anzugreifen (erneut zwei Aktivierungen à vier Minuten).

Der Brasilianer wehrte zwei wilde Angriffe von Buemi ab, bevor er sich zur Verteidigung ebenfalls die Zusatzleistung holte. Nach gut neun Minuten verbremste sich Wehrlein auf Platz 2 liegend in Kurve 1 und musste einen weiten Bogen fahren. Dadurch verlor der Deutsche zwei Positionen gegen Rowland und Massa, die dadurch plötzlich auf Podiumskurs waren. Ungeachtet der Duelle hinter ihm setzte sich Vergne bis auf knapp zwei Sekunden ab.

Weiter hinten überholte Sam Bird Mitch Evans, der im Rennen nicht ganz so gut zurechtkam wie noch im Qualifying. Lucas di Grassi machte ebenfalls Plätze gut und hatte nach einem Renndrittel als Zehnter bereits die Punkteränge erreicht. Buemi auf Platz 5 hielt die Gruppe hinter sich etwas auf, sodass Wehrlein - nun Vierter - eine kleine Lücke herausfahren konnte. Antonio Felix da Costa kämpfte sich mit einem sehenswerten Manöver in Kurve 3 außen an Alex Lynn vorbei und war nun hinter seinem Teamkollegen Sims, der ihn wenig später vorbei ließ - offenbar Stallregie bei BMW.

Felix da Costa legte sich Sachen Pace nun mächtig zu, holte die zwischenzeitlich schnellste Rennrunde und erhöhte den Druck auf Buemi. Robin Frijns verlor indes zwei Plätze gegen Teamkollege Bird und di Grassi. Wenig später überholten die beiden auch noch Stoffel Vandoorne, der damit aus den Punkten fiel, sowie Alex Lynn. An der Spitze ging es auch nach der ersten Hälfte des Rennens weiterhin eng zu.

Es wird ruppig

Dann  der erste Unfall: Lynn beschädigte sich die rechte Seite seiner Front, die wenig später abflog und auf der Strecke liegen blieb. Kurze Zeit später musste Max Günther sein Auto abstellen - offenbar mit gebrochener Aufhängung nach einem Fremdkontakt auf dem Weg runter zum Hafen. Die Rennleitung rief kurzzeitig Full-Course-Yellow aus, bevor es im Renntempo weiterging. Kurz nachdem Buemi mit aller Kraft einen FANBOOST-Angriff von Felix da Costa abwehrte (inklusive Kontakt), drückte dessen Teamkollege Sims den Audi von di Grassi in die Mauer. Resultat: ein Aufhängungsschaden und das Rennende für den Brasilianer. Auch Edo Mortara musste an die Box kommen und aufgeben.

Das Quartett an der Spitze setzte sich derweil ab, blieb aber sehr eng beisammen. Bird kämpfte sich auch an Sims vorbei und war nun bereits Siebter. Später schnappte er sich auch noch Felix da Costa. Evans überholte wenig später Vandoorne, der dann in Kurve 3 auch Frijns ziehen lassen musste. Die Rennleitung kündigte indes eine Untersuchung gegen Daniel Abt ein, weil er womöglich einen Unfall verursacht habe.

Fünf Minuten vor Ablauf der Zeit läutete Rowland mit seinem zweiten Attack-Mode die Schlussphase ein. Vergne konterte allerdings direkt im Anschluss, und auch Massa holte sich den Zusatzboost. Lediglich Wehrlein wartete noch eine Runde länger ab.

Drei Minuten vor Schluss dann Unfall in Kurve 1: Frijns schlug beim Überholversuch gegen Sims an der linken Mauer an und schied aus. Dabei drehte er auch Sims, der weitere Plätze verlor. Nach kurzer Full-Course-Yellow-Phase, während der ein Kran den havarierten Virgin abschleppte, ging es in die letzten zwei Minuten. Rowland attackierte Vergne, Wehrlein seinerseits Massa. Beide Angriffe wurden erfolgreich abgewehrt. In der letzten Runde passierte nichts mehr an der Spitze: Trotz wilder Angriffe von Rowland holte Vergne seinen zweiten Saisonsieg. Rowland wurde Zweiter vor Massa und Wehrlein. Daniel Abt holte noch den achten Platz und damit immerhin vier Punkte.

Kurz vor der karierten Flagge erlebte Virgin noch einen Schreckmoment, denn Bird fiel auf den letzten Metern mit einem Reifenschaden aus. Das nächste bittere Rennwochenende für den Briten und ein Doppelausfall für Virgin Racing.

In der Fahrerwertung hat Vergne die Gesamtführung übernommen und liegt nun vor Andre Lotterer und Robin Frijns. Den größten Sprung machte ansonsten Rowland, der nun Gesamtneunter ist. Bei den Teams hat DS Techeetah seine Führung weiter ausgebaut. Virgin und Audi folgen auf den Plätzen 2 und 3. Das nächste Formel-E-Rennen findet am 24. und 25. Mai in Berlin statt.

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