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Formel E: Jean-Eric Vergne gewinnt spannenden Swiss E-Prix in Bern

Jean-Eric Vergne hat den Swiss E-Prix der Formel E in Bern gewonnen. Der Meisterschaftsführende setzte sich in einem spannenden Rennen gegen Jaguar-Pilot Mitch Evans durch und geht nun als klarer Titelfavorit ins Finalwochenende von New York.

Jean-Eric Vergne hat in Bern bereits seinen dritten Saisonsieg errungen | Foto: FIA Formula E
Jean-Eric Vergne hat in Bern bereits seinen dritten Saisonsieg errungen | Foto: FIA Formula E
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Timo Pape

Jean-Eric Vergne hat den Swiss E-Prix der Formel E in Bern gewonnen. Der Meisterschaftsführende setzte sich in einem spannenden Rennen gegen Jaguar-Pilot Mitch Evans durch und geht nun als klarer Titelfavorit ins Finalwochenende von New York (Mitte Juli). Dritter wurde der Schweizer Lokalmatador Sebastien Buemi (Nissan) vor Andre Lotterer im zweiten DS. Ein Regenschauer sorgte kurz vor Schluss noch einmal für Action, doch auch zuvor war bereits einiges los.

Schon direkt nach dem Start kam es zur Massen-Karambolage: In der engen Schikane der Kurven 1, 2 und 3 wurde Pascal Wehrlein offenbar leicht am Heck berührt, woraufhin er in die TecPro-Barriere rutschte. Maximilian Günther hatte keine Chance auszuweichen und glitt unter den Mahindra. Auch Daniel Abt und Andre Lotterer konnten dem Unfall nicht aus dem Weg gehen - ein vermeintliches deutsches Desaster in der ersten Kurve. Sam Bird und Jerome d'Ambrosio waren ebenso eingeklemmt und verloren viele Plätze.

Weiter hinten wurde zudem Robin Frijns von d'Ambrosio berührt und gedreht - der Belgier erhielt dafür später eine Durchfahrtsstrafe. Die Antriebswelle des Virgin ging dabei zu Bruch, und er blieb entgegen der Fahrtrichtung stehen - das frühe Aus für Frijns. Die Rennleitung entschied sofort auf Rennunterbrechung mit roten Flaggen, um die Unfallstelle zu räumen. Einige Fahrer von weiter hinten konnten zunächst profitieren: Felipe Massa rückte zum Beispiel auf Platz 4 vor, während der von Position 19 gestartete Lucas di Grassi plötzlich Achter war. Rennleiter Scot Elkins entschied jedoch, die Reihenfolge des Starts wiederherzustellen, weil bis zum Rennen noch keine Zeiten und Positionen gemessen worden waren.

Wütende Fahrer-Proteste gegen die Rennleitung

In der Zwangspause versammelten sich jene Fahrer, die nun wieder ans Ende des Feldes zurück mussten, um die Verantwortlichen der FIA und ließen ihrer Wut freien Lauf. "Das ist absolut falsch", wetterte di Grassi, doch auch Antonio Felix da Costa und Felipe Massa beschwörten die Rennleitung, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Es kam auch zu hitzigen Diskussionen zwischen den Fahrern. Mittendrin: ein bedröppelter Robin Frijns, der als bis dahin einziger Pilot schon ausgeschieden war. "Irgendwas ist einfach immer", haderte er am Mikrofon.

Das Safety-Car führte die Autos zurück in die Boxengasse, um die ursprüngliche Rangfolge wiederherzustellen. Günther und Wehrlein mussten als einzige Fahrer zunächst eine Runde absolvieren, um auf das gleiche Energie-Niveau zu kommen wie alle anderen Fahrer, die die erste Runde zu Ende gefahren hatten. Um 18:46 Uhr, also nach insgesamt 43 Minuten Pause, ging es weiter. Die Rennleitung hatte die Uhr mit Verkündung der roten Flagge bei 44:06 Minuten (plus eine Runde) angehalten. Das Safety-Car geleitete die verbliebenen 21 Autos zurück auf die Strecke, um einen fliegenden Neustart zu praktizieren. Diesmal ging alles glatt, sodass das Rennen endlich richtig losgehen konnte.

Neustart in ein spannendes Rennen

In der ersten Runde bei Renntempo passierte nichts Erwähnenswertes. Nach drei Runden konnte sich das Führungsduo leicht absetzen - Evans setzte Vergne gehörig unter Druck. Weiter hinten gerieten Alex Sims und Edo Mortara recht heftig aneinander - der Vorfall wurde "unter die Lupe" genommen. Mortara schied wenig später aber ohnehin aus. Die Rennleitung gab derweil die FANBOOST-Gewinner durch: di Grassi, Abt, Buemi, Felix da Costa und Vandoorne ernteten den Extra-Energieschub. Evans blieb direkt hinter Vergne, doch es zeichnete sich bereits ab, dass ein Überholmanöver ohne Attack-Mode schwierig würde.

Nach etwa einer Viertelstunde ging Bird in der schnellen Bergabpassage außen herum an Günther vorbei und übernahm Platz 5 - das vielleicht spektakulärste und gewagteste Manöver der ganzen Saison. Di Grassi machte am Ende des Feldes eine Position gegen Gary Paffett gut. Dann der Schock für Wehrlein: Der Deutsche rollte langsam aus und blieb auf der Strecke stehen. Die Rennleitung entschied auf Full-Course-Yellow, um den Mahindra am Ausgang von Kurve 8 zu bergen. Bird lag dadurch nun bereits an Position 4, Günther wieder an Position 5 direkt dahinter.

Turbulente Schlussphase in Bern

Nach dem wiederholten Neustart biss sich Evans weiterhin die Zähne an Vergne aus. Wütende Angriffe in den Kurven 3 und anschließend bergauf wehrte der Champion mehrfach gekonnt ab. Auch dessen Teamkollege Lotterer überzeugte mit einem beherzten Überholmanöver außen herum gegen Abt - der Deutsche nun auf Platz 6. Nur eine Runde später schnappte sich Lotterer im Attack-Mode auch noch Landsmann Günther. Nach dieser turbulenten Phase beruhigte sich das Rennen wieder ein wenig.

Während Alex Lynn als Achter Druck auf Abt machte, griff Buemi mit seinem FANBOOST Evans an, kam aber nicht vorbei. Fünf Minuten vor Ablauf der Zeit holte sich Lotterer seinen zweiten Attack-Mode und machte Jagd auf Bird, doch er blieb zunächst noch hinter dem Virgin-Piloten. Eine Runde später klappte es, weil sich Bird in Kurve 7 verbremste. Lotterer jetzt Vierter. Dann die Ansage per Funk: leichter Regen in Kurve 1!

Tatsächlich fing es in der vorletzten Runde richtig an zu regnen - unfassbare Spannung kurz vor Schluss. Letztlich behielten jedoch alle Fahrer die Nerven und retteten sich bei schwierigen Bedingungen ins Ziel. Jean-Eric Vergne gewann somit den Swiss E-Prix in Bern. Evans wurde Zweiter, Buemi vor seinem Heimpublikum Dritter.

Durch seinen dritten Saisonsieg baute Vergne seine Führung in der Meisterschaft auf komfortable 32 Punkte aus - er wird somit in jedem Fall auch als Gesamtführender in den allerletzten Lauf von New York gehen und hat sehr gute Chancen auf die Titelverteidigung. Gesamtzweiter ist nach seinem vierten Platz in Bern nun wieder Teamkollege Lotterer, wenngleich di Grassi (nun Dritter) immerhin noch einen Zähler als Zehnter aus der Schweiz mitnahm. Durch die insgesamt 40 Punkte von Vergne und Lotterer baute DS Techeetah seine Gesamtführung in der Teamwertung ebenfalls aus - auf nun 58 Punkte. Das Finalwochenende der Formel E mit zwei Rennen findet am 13. und 14. Juli in New York statt.

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