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Formel E: Jean-Eric Vergne gewinnt Nervenkrieg von Uruguay

Jean-Eric Vergne hat den Punta del Este E-Prix der Formel E gewonnen. In einem extrem spannenden Rennen behauptete er sich über die gesamte Distanz gegen Audi-Pilot Lucas di Grassi, der sich bei diversen Angriffen die Zähne am Meisterschaftsführenden ausbiss.

Jean-Eric Vergne ist zur Saisonmitte auf Titelkurs | Foto: FIA Formula E
Jean-Eric Vergne ist zur Saisonmitte auf Titelkurs | Foto: FIA Formula E
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Timo Pape

Jean-Eric Vergne hat den Punta del Este E-Prix der Formel E gewonnen. In einem extrem spannenden Rennen behauptete er sich über die gesamte Distanz gegen Audi-Pilot Lucas di Grassi, der sich bei diversen Angriffen die Zähne am Meisterschaftsführenden ausbiss. Das Podium komplettierte Sam Bird im DS Virgin. Vierter wurde Mitch Evans nach abermals grandioser Aufholjagd im Jaguar vor Felix Rosenqvist (Mahindra).

Am Start und in den ersten Runden ging es noch gesittet zu. Jean-Eric Vergne im Techeetah behauptete seine Pole-Position, die er kurz vor dem Rennen von Lucas di Grassi geerbt hatte, nachdem alle vier Super-Pole-Teilnehmer vor ihm strafversetzt worden waren (!). Der Franzose führte das Feld demnach souverän an, und auch hinter ihm gab es keine Positionsveränderungen.

Schon frühzeitig folgte der nächste Schock für Nick Heidfeld: Der Mahindra des Deutschen blieb wie schon in Mexiko auf der Strecke und ließ sich nicht mehr starten. Das erneute Aus für Heidfeld. Die Rennleitung bat das Safety-Car auf den Kurs, damit die Streckenposten das Auto aus der Gefahrenzone schieben konnten.

Knapp hinter den Top 5 entwickelten sich in der Folge rasante Duelle. Lotterer verlor einige Plätze in direkten Zweikämpfen - unter anderem gegen Bird und Buemi, die sich stetig vorarbeiteten. Die beiden gerieten auch mehrfach selbst aneinander. Schließlich machte Buemi einen entscheidenden Fehler: In einer langgezogenen Kurve kam er ins Rutschen und schlug mit dem linken Hinterrad an der Mauer an. Seine Spurstange brach, und er musste schon früh das Auto wechseln. Am Ende nur Platz 18 für Buemi.

Daniel Abt verliert potenzielles Podium durch losen Sicherheitsgurt

Derweil kämpfte sich Daniel Abt von Platz 5 nach vorn. Zunächst überholte er Oliver Turvey, dann nahm er die Fährte von Alex Lynn auf. Als alle Fahrer zum Boxenstopp kamen, ging Abt durch einen schnellen Fahrzeugwechsel am Briten vorbei. Nach ein paar Kurven war jedoch schnell klar: Der Boxenstopp war ein bisschen zu schnell. Statt des nächsten Podiumsergebnises musste Abt nur eine Runde später zurück an die Box kommen, um sich richtig anschnallen zu lassen. Die Mechaniker hatten seine Sicherheitsgurte nicht richtig geschlossen.

Auch Bird machte beim Autowechsel eine Position gegen seinen Teamkollegen Lynn gut. Allerdings kam es beinahe zur Kollision. Warum die Rennleitung den Vorfall zwischen den beiden Virgin-Fahrer nicht einmal auf "Unsafe Release" untersuchte, wie es richtigerweise auch bei Daniel Abt der Fall war, bleibt fraglich. Beim Boxenstopp profitierten zudem Rosenqvist und Evans, die sich immer weiter durch das Feld nach vorn arbeiteten.

Dann wurde er turbulenter an der Spitze. Di Grassi, der quasi das gesamte Rennen im direkten Windschatten von Vergne fuhr, startete einen ersten harten Angriff. Auf der Außenbahn versuchte er es in Kurve 17 hinein, doch Vergne blieb standhaft und machte sich breit. Di Grassi drehte sich beinahe, bekam die Kurve aber noch - etwas Zeit zum Durchatmen für Vergne.

Ein bisschen weiter hinten machte Evans auf sich aufmerksam. Zunächst schnappte sich der Jaguar-Pilot Felix Rosenqvist, obwohl dieser seinen FANBOOST zündete, den er neben Daniel Abt und Sebastien Buemi gewonnen hatte. Anschließend machte er Jagd auf Lynn, den er ebenfalls überholen konnte. Erneut bewies Evans, dass er zu den Topfahrern der Formel E zählt: Von Platz 16 gestartet kam er als Vierter ins Ziel. Der erste Sieg für den Neuseeländer rückt immer näher.

In den letzten Runden stand nur noch das Duell um den Sieg im Fokus. Di Grassi startete noch einige wütende Angriffe, doch Vergne verteidigte sich clever. In Kurve 20 war di Grassi sogar einmal neben dem Franzosen, konnte sich auf der Start- und Zielgeraden aber nicht durchsetzen. Am Ende rettete Vergne seinen knappen Vorsprung ins Ziel. Es war der zweite Saisonsieg für den Franzosen, der mittlerweile ein bemerkenswertes Punktepolster an der Spitze der Fahrerwertung hat. Jean-Eric Vergne ist zur Halbzeit der vierten Formel-E-Saison auf Titelkurs.

Das nächste Formel-E-Rennen findet am 14. April in Rom statt.

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