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Formel E in Rom: Evans bezwingt Lotterer und feiert 1. Jaguar-Sieg

Mitch Evans hat den siebten Saisonlauf der Formel E in Rom gewonnen. In einem packenden Duell mit Andre Lotterer setzte er sich am Ende beherzt durch und bescherte sich und seinem Jaguar-Team den ersten Sieg in der Elektroserie - der siebte Sieger des siebten Teams im siebten Rennen!

Und wieder ein neuer Gewinner: Diesmal holte Mitch Evans auf Jaguar den Sieg. | Foto: Jaguar Panasonic Racing
Und wieder ein neuer Gewinner: Diesmal holte Mitch Evans auf Jaguar den Sieg. | Foto: Jaguar Panasonic Racing
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Timo Pape

Mitch Evans hat den siebten Saisonlauf der Formel E in Rom gewonnen. In einem packenden Duell mit Andre Lotterer setzte er sich am Ende beherzt durch und bescherte sich und seinem Jaguar-Team den ersten Sieg in der Elektroserie - der siebte Sieger des siebten Teams im siebten Rennen! Dritter wurde Stoffel Vandoorne vom deutschen HWA-Team. Auf für die Mannschaft aus Affalterbach war es der erste Pokal in der Formel E. Vorausgegangen war dem Duell um den Sieg jedoch eine lange Rennunterbrechung nach einer Massen-Carambolage in der Anfangsphase.

Am Start ging es zunächst noch gesittet zu. Lotterer verteidigte seine Führung gegen den gut gestarteten Mitch Evans, Vandoorne gewann eine Position gegen Buemi. Jose Maria Lopez erwischte die erste Kurve nicht richtig und musste einen weiten Bogen nehmen. Dann sorgte sein Teamkollege Maximilian Günther für einen Schreckmoment: Der Deutsche verlor auf dem schnellen Bergabstück die Kontrolle über sein Auto, schlug mit der Frontpartie an der Mauer an und verlor infolgedessen die Nase seines Dragon, die anschließend auf der Strecke liegen blieb.

Kurz vor dem Ende der ersten Runde erwischte es dann Sam Bird in Kurve 11: Lopez schob den Virgin des Briten entscheidend an, sodass dieser seitlich gegen die Mauer schlug - erneut das frühe Aus für den Meisterschaftsanwärter. Lopez erhielt später eine Durchfahrtsstrafe für das Verursachen des Unfalls. Parallel krachte außerdem Alex Sims in die Streckenbegrenzung und zerstörte sich die Frontpartie seines BMW.

Große Pause in Rom

Dann wurde es noch turbulenter: Abermals war es Lopez, der in der Schikane geradewegs in die Mauer fuhr. Daraufhin fuhr ihm Gary Paffett auf, der nicht mehr ausweichen konnte und wiederum selbst von Jean-Eric Vergne "untergraben" wurde. Es entstand ein Stau mit mehreren Autos, die nicht mehr durch die blockierte Schikane kamen. Die Rennleitung unterbrach zum vierten Mal in Folge (!) das Rennen mit roten Flaggen, um die Unfallstelle räumen zu lassen. Alle Fahrzeuge reihten sich folglich in der Boxengasse auf und warteten, dass es weiterging.

Nach knapp 50 Minuten Pause war es endlich soweit - mit 42:10 Minuten auf der Uhr ging es weiter. Kurios: Weil ungefähr die Hälfte des Feldes bereits eine Runde mehr abgespult hatte und somit einen Energienachteil für den Rest des Rennens gehabt hätte, fuhren zunächst alle Piloten aus dem hinteren Feld auf die Strecke. Die Rennleitung wies die Fahrer an, die Runde "in Renngeschwindigkeit" zu absolvieren und sich dann in der Boxengasse wieder hinten anzustellen. Erst dann ging es für das gesamte Feld hinter dem Safety-Car zurück auf die Strecke.

Beim fliegenden Re-Start kurz vor 17 Uhr behaupteten zunächst alle Fahrer ihre Positionen. Direkt gingen einige Piloten in den Attack-Mode. Frijns griff mit der Zusatzpower Buemi an, blieb aber zunächst dahinter. Der Führende Lotterer sah sich seinerseits dem Druck von Evans ausgesetzt. Weiter hinten zeichnete sich ein spannendes Duell zwischen den beiden Venturi-Fahrern ab. Edo Mortara konnte sich aber als Siebter gegen Felipe Massa erwehren. Der Brasilianer musste sich seinerseits gegen Günther verteidigen.

Bitteres Doppel-Aus für Venturi

Dann erübrigte sich für Massa der Zweikampf gegen seinen Teamkollegen jedoch, denn Mortara rollte mit einem Problem aus. Doch die Freude sollte nicht lange währen, denn ein paar Minuten später blieb auch Massa mit einem Defekt stehen - der Doppelausfall für Venturi. Um das Auto von Massa zu bergen, gab die Rennleitung vorübergehend Full-Course-Yellow aus. In diesem Moment ging Vergne an Felix da Costa vorbei, was eine Untersuchung der Rennleitung und kurz vor Rennende eine Durchfahrtsstrafe nach sich zog.

Auch für Daniel Abt lief es nicht rund. Der Deutsche erwischte eine Kurve nicht richtig, rutschte mit seinem Audi in die Auslaufzone und musste den Rückwärtsgang einlegen. Dieser Fauxpas kostete ihn viel Zeit und warf ihn ans Ende des Feldes zurück. Evans machte indes weiter Druck auf Lotterer und zeigte sich mehrfach, kam aber nicht vorbei. Grundsätzlich passierten nicht viele Überholmanöver in der ersten Rennhälfte. Günther erhielt indes eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, weil er unter Full-Course-Yellow zu schnell unterwegs war.

20 Minuten vor dem Ende wählte Evans, der sich die Zähne an Lotterer ausbiss, eine andere Strategie. Er holte sich seinen ersten Attack-Mode und nahm anschließend mit 25 kW mehr Power wieder die Verfolgung auf. Ein packender Zweikampf entwickelte sich. In Kurve 11 zwängte sich Evans schließlich mit Gewalt an Lotterer vorbei und übernahm die Führung - ein herausragendes Manöver des "Kiwis".

Packende Schlussphase dank Attack-Mode

Wenig später holte sich Lotterer seinen ersten Attack-Mode, um den Konter gegen Evans zu setzen. Vandoorne blieb als Dritter die ganze Zeit über am Führungsduo dran. Der Rest des Feldes konnte erstaunlicherweise nicht mithalten - Buemi hatte zu diesem Zeitpunkt rund sechs Sekunden Rückstand auf Vandoorne. Lotterer kämpfte sich mit dem Attack-Mode wieder an Evans heran und war gut zehn Minuten vor Schluss in Schlagdistanz. Direkt im Anschluss an seinen ersten Attack-Mode holte sich Lotterer auch noch seinen zweiten und versuchte so den "Undercut" gegen Evans. Weiter hinten setzte sich derweil Lucas di Grassi gegen Felix da Costa durch.

Evans versuchte in der nächsten Runde zu kontern, verpasste aber dramatisch die Attack-Zone. Somit war Lotterer direkt wieder dran - großer Nachteil für Evans, denn der Neuseeländer musste ja noch einmal durch die Attack-Zone fahren, was eine gewisse Zeit kostet. Im Attack-Mode schnappte sich Lotterer seinen Kontrahenten nicht mehr, blieb aber in Lauerstellung. Frijns kassierte indes den Viertplatzierten Buemi.

Dann war es soweit: Evans holte sich knapp zwei Minuten vor dem Ende seinen zweiten Attack-Mode, konnte auf dem Bergaufstück aber tatsächlich vorn bleiben - die Vorentscheidung. Jaguar wies seinen Piloten an, das Tempo herauszunehmen, um Energie zu sparen. Dank der Zusatzpower von 25 kW hatte er kaum noch etwas von Lotterer zu befürchten.

Mit weniger als fünf Prozent Energie ging das Führungsduo in die letzte Runde. Vor allem Lotterer musste nun Energie sparen. Somit tat sich nichts mehr: Mitch Evans gewann sein erstes Formel-E-Rennen - gleichzeitig der erste Sieg überhaupt für Jaguar. Lotterer wurde Zweiter, während Vandoorne das erste Podiumsergebnis für HWA einfuhr. Frijns und Buemi komplettierten die Top 5. Günther, der ohnehin noch eine Durchfahrtsstrafe erhalten hatte, blieb in der letzten Runde ohne Energie liegen.

Gesamtwertung: Noch enger als zuvor

In der Gesamtwertung haben Lotterer und Evans Tuchfühlung zur Spitze aufgenommen. Zwar liegen Jerome d'Ambrosio und Felix da Costa, die in Rom Achter beziehungsweise Neunter wurden, noch immer vorn im Klassement. Lotterer fehlen allerdings nur noch drei Zähler auf die Spitze, bei Evans sind es vier. Das Feld ist somit noch enger zusammengerückt als ohnehin schon. Abt ging zum ersten Mal in dieser Saison leer aus. Evans ist damit der einzige Pilot, der bisher in jedem Lauf punkten konnte.

Bei den Teams hat DS Techeetah die Führung übernommen. Dahinter folgen Virgin, Audi und punktgleich Mahindra. Jaguar konnte mit dem Sieg den Anschluss zum Mittelfeld herstellen, und auch HWA machte einen großen Satz. NIO und Dragon bleiben am Ende der Tabelle bei sechs respektive zwei Punkten stehen. Das nächste Rennen findet bereits in zwei Wochen statt: Am 27. April geht die Formel E in Paris an den Start.

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