Formel e: Hong-Kong-Rennen fand am Simulator statt

Maximilian Günther ist der erste Sieger der ABB Formula E „Race at Home Challenge“.

Virtuell, aber nicht weniger wild als in der Realität: Der Start der Formel E am Simulator. | Grafik: BMW
Virtuell, aber nicht weniger wild als in der Realität: Der Start der Formel E am Simulator. | Grafik: BMW
Gregor Soller

Die Formel e hat extrem schnell auf „Krisenmodus“ umgeschaltet und die Läufe an den Simulator verlegt. Den ersten „virtuellen“ Lauf gewann jetzt BMW-Pilot Maximilian Günther. Von Position drei gestartet, lieferte er sich Günther in den ersten Kurven hinter Pole-Setter Stoffel Vandoorne auf dem Mercedes-Benz EQ harte Duelle mit Pascal Wehrlein und Nick Cassidy auf Envision Virgin Racing. Letzterer ging anstelle von Sam Bird ins Rennen. Günther setzte sich durch und profitierte schließlich davon, dass der Führende Vandoorne nach einem Fehler auf Rang fünf zurück fiel. Von da an fuhr der Allgäuer ein souveränes Rennen und eroberte mit den 25 Punkten für den Sieg auch die Spitzenposition in der Fahrerwertung. Nach dem 15-Miunten-Rennen erklärte der 22-jährige:

„Ich bin überglücklich, dass ich das erste Meisterschaftsrennen der ABB Formula E Race At Home Challenge gewinnen konnte. In den ersten Kurven war es sehr eng, aber dann lief es.“

Günther hatte die Rennpause in der ABB FIA Formel E Meisterschaft schnell für Sim-Racing-Events genutzt und kam dabei auf den Geschmack. Stetig steigerte er sich in den vergangenen Wochen und profitierte davon beim Meisterschaftsauftakt. „Wir sind alle Sportler - auch wenn es nicht die reale Welt ist, wollen wir dennoch vorne landen“, beschrieb er seine hohe Motivation.

Im Gegensatz zu Günther hat Pascal Wehrlein zuletzt nicht an Sim-Racing-Events teilgenommen und war auch beim Testrennen in der vergangenen Woche nicht am Start. Umso bemerkenswerter ist damit die Leistung, die der 25-Jährige dann am Simulator zeigte. Mit einer schnellen Runde im Qualifying, die ihm Position zwei auf dem Grid sicherte, legte er den Grundstein für das starke Ergebnis. 

Doch auch bei diesem Race spielte die digitale Welt und ein nicht immer ganz stabiles Netz so manchen Piloten einen Streich: André Lotterer auf Porsche hatte mit Verbindungsproblemen zu kämpfen und schied als zwischenzeitlicher Neunter aus. Etwas frustriert gab er zu Protokoll:

„Das ist natürlich ärgerlich, weil ich mich die ganze Woche auf das Rennen vorbereitet habe. Jetzt hoffe ich, dass es beim nächsten Mal besser läuft und ich umso stärker zurückkomme.“

Daniel Abt auf Audi Sport ABT Schaeffler landete auf Platz 15 und war selbstkritisch:

„Ich merke, dass ich etwas mehr üben muss – aktuell habe ich noch ein wenig zu kämpfen mit Sim-Racing. Aber das wird mit der Zeit sicherlich besser werden.“

Das zweite von acht Rennen der ABB Formula E „Race at Home Challenge“ zur Unterstützung von UNICEF findet in einer Woche statt. Am 2. Mai geht es ab 16:30 Uhr (MESZ) weiter.

Was bedeutet das?

Die Formel E hat extrem schnell umgeschaltet und die Saison in den Simulator verlegt – wodurch die Karten teils ganz neu gemischt wurden. In Sachen Spannung und „Feeling“ kommen die virtuellen Rennen natürlich trotzdem nicht an die „echten“ Läufe heran, aber immerhin: Es geht irgendwie weiter.

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