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Formel E: Die große Vorschau zum Zürich E-Prix 2018

Es wird ein historischer Moment für den Motorsport: Zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahrzehnten findet am kommenden Sonntag, dem 10. Juni, wieder ein Rundstreckenrennen in der Schweiz statt.

Der Schweizer Sebastien Buemi fiebert seinem ersten Heimrennen entgegen | Foto: FIA Formula E
Der Schweizer Sebastien Buemi fiebert seinem ersten Heimrennen entgegen | Foto: FIA Formula E
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Timo Pape

Es wird ein historischer Moment für den Motorsport: Zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahrzehnten findet am kommenden Sonntag, dem 10. Juni, wieder ein Rundstreckenrennen in der Schweiz statt. Die Formel-E-Meisterschaft, die erste vollkommen elektrische Rennserie der Welt, feiert dank einer Sonderregelung des Schweizer Bundesrats mit dem sogenannten 2018 Julius Bär Zürich E-Prix das große Rennsport-Comeback in der Alpenrepublik.

Neben einem packenden Rennen im Herz der Limmatstadt könnten sich Fans unter Umständen bereits auf eine Entscheidung in der Fahrer-Meisterschaft freuen. Schließlich hat der Tabellenführer Jean-Eric Vergne schon in Zürich die Chance, sich seinen ersten Formel-E-Titel auch rechnerisch zu sichern. Trotzdem bräuchte der Franzose für den Titel mindestens einen Podiumsplatz - und dazu einen Ausfall von Sam Bird.

Stadt, Land, Fluss…

Mit knapp 1,8 Millionen Einwohnern in der Metropolregion Zürichs ist die Stadt am malerischen Zürichsee unangefochten die größte Stadt der Schweiz. Einst als römischer Stützpunkt gegründet, ist Zürich seit 1351 ein Mitglied der Eidgenossenschaft und nicht nur das Verkehrs-, Versicherungs- und Finanzzentrum, sondern auch einer der insgesamt 26 Kantone der Schweiz.

Die Formel-E-Strecke wurde im Züricher Quartier Enge aufgebaut und windet sich entlang des Zürichsees durch die schmalen Gassen zwischen der Alfred-Escher-Straße, dem General-Guisan-Quai und der Dreikönigstraße. Die Besonderheit: Die Tram-Gleise der Straßenbahnlinie 5 werden für die Formel E nicht abgedeckt oder aufgefüllt. Die 20 Elektroboliden überfahren die Schienen also wie normale Straßenfahrzeuge.

Was seit dem letzten Saisonlauf passierte

Das Debüt von Ex-Formel-1-Superstar Felipe Massa rückt immer näher. Auf der angestammten Venturi-Teststrecke im französischen Ales sammelte der Brasilianer bei seinem ersten Testtag in der vergangenen Woche erste Erfahrungen mit dem Saison-5-Auto der Monegassen. Insgesamt soll der 37-Jährige 800 Kilometer zurückgelegt haben.

Etwa zur selben Zeit präsentierte Audi-Motorenpartner Schaeffler ein Fahrzeug der Extraklasse: Die Franken setzten insgesamt vier Formel-E-Motoren aus der zweiten Saison in einen ausgebauten Audi A3 und schickten den amtierenden Formel-E-Champion Lucas di Grassi auf die Rennstrecke. Die Leistungswerte des Konzeptfahrzeugs: 880 kW, von 0 auf 200 km/h in unter sieben Sekunden, 320 Nm Drehmoment.

Zeitplan 2018 (alle Zeiten in MESZ)

09:00 - 09:45 Uhr - 1. Freies Training
11:30 - 12:00 Uhr - 2. Freies Training
14:00 - 15:00 Uhr - Qualifikation
18:00 - 19:00 Uhr - Rennen (39 Runden)

Wichtig: Das Rennen in Zürich findet entgegen des gewohnten Formel-E-Zeitplans nicht am Samstag, sondern erst am Sonntag statt und startet erst um 18 Uhr.

Strecke

Der enge Rundkurs in Zürich windet sich auf insgesamt 2,465 Kilometern durch das Bankenviertel der Stadt. Mensch und Maschine müssen sich dabei nicht nur auf die holprigen Gleise der Tram einstellen, sondern auch auf die vergleichsweise schmalen Gassen im Nordteil der Strecke. Insgesamt lauern hier acht von elf tückischen Kurven auf die 20 Piloten.

Hinzu kommen zwei ungewöhnlich lange Geraden, die Windschattenduelle, Rekuperationsspielchen und Überholmanöver versprechen. Eine weitere Besonderheit der Strecke: Die Garagen der Teams in Zürich wurden aus Holz gefertigt und sind direkt mit einer VIP-Lounge über der Strecke verbunden. Die "Stars und Sternchen" können es sich bei einem Glas Champagner also direkt über der Start-/Zielgeraden das Rennen ansehen.

Die Formel E im TV

Nach dem großen TV-Erfolg in der ARD muss die Formel E in Deutschland einen schweren Dämpfer für das Zürich-Rennen hinnehmen. Der Sportsender Eurosport, der hierzulande die Übertragungsrechte an der Formel E hält, zeigt den Schweizer E-Prix am Sonntag lediglich bei Eurosport 2 - also im Pay-TV, das nur wenige Fans empfangen. Das Qualifying läuft sogar ausschließlich im kostenpflichtigen Eurosport Player.

In der Schweiz überträgt neben dem gewohnten Sender MySports erstmals auch das SRF ein Rennen der Formel E. Ab 17:40 Uhr kommentieren hier Manuel König und Marc Surer das Event auf SRF zwei live aus Zürich.

Wetter

Die Regel Nummer 1 der Formel E lautet auch nach vier Jahren immer noch: Es regnet im Rennen nie. In Zürich könnte sich das ändern. Mehrere Wetterdienste vermelden derzeit eine Chance auf leichten Regen während des Rennens. Das Thermometer soll, nachdem am Samstag noch 30 Grad erwartet werden, am Rennsonntag nur noch 23 Grad Celsius anzeigen.

Prognose

Die Formel E biegt langsam aber sicher auf die Zielgerade der Saison 2017/18 ein. Nach einem überragenden Jahr kann Jean-Eric Vergne (Techeetah) schon in Zürich seinen durchaus verdienten Titel klarmachen. Doch Vergnes größter Konkurrent, Sam Bird, der zuletzt in ein Formtief abrutschte, wird sicherlich ein Wörtchen mitreden wollen: Die enge Streckencharakteristik liegt dem DS-Virgin-Boliden erfahrungsgemäß gut.

Hinzu kommen die beiden Lokalmatadore Sebastien Buemi (e.dams) und Edoardo Mortara (Venturi). Gegen Ende der Saison wollen die beiden Schweizer nicht nur vor heimischem Publikum für Furore sorgen, sondern auch bei ihren zukünftigen Arbeitgebern - gerüchtehalber Nissan und HWA - Eindruck hinterlassen.

Und auch die Audis sollte man auf keinen Fall außer Acht lassen. Daniel Abt feierte zuletzt in Berlin seinen zweiten Rennsieg der Saison und setzte dabei nicht nur die schnellste Rennrunde, sondern holte sich auch im Qualifying die Bestzeit. Lucas di Grassi, der weiterhin auf seinen ersten Sieg der Saison wartet, wurde am Ende Zweiter und reist hochmotiviert in die Schweiz.

Der Sieger des Zürich E-Prix wird sich in die Geschichtsbücher als direkter Nachfolger von Juan Manuel Fangio, dem letzten Sieger eines Grand Prix in der Schweiz, eintragen können. Ob Vergne tatsächlich den Titel holen kann oder die Entscheidung auf New York vertagt wird, bleibt abzuwarten. Nichtsdestotrotz: Der Zürich E-Prix 2018 wird ein Motorsport-Festival für all jene motorsportbegeisterten Schweizer, die seit 1954 auf ein Rundstreckenrennen gewartet haben.

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