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Formel E Berlin, Lauf 10: Porsche holt Heimsieg

António Félix da Costa fuhr im zweiten Lauf des Berlin E-Prix 2024 auf Platz eins – wieder einmal möchte man fast schon sagen, denn er ist damit der einzige Fahrer, der dreimal auf dem Tempelhofer Flughafen-Stadtkurs gewonnen hat.

Am Ende souverän vorn: Felix Da Costa gewann den zweiten Formel-E-Lauf auf Porsche. | Foto: G. Soller
Am Ende souverän vorn: Felix Da Costa gewann den zweiten Formel-E-Lauf auf Porsche. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Erleichterung bei Porsche: So wie Nissan in Japan gern gewinnt, fährt Porsche in Deutschland gern zum Sieg. Den man am Samstag noch Jaguar überlassen musste. Da Costas Gewinn sicherte den Schwaben auch den ersten Heimsieg für Porsche in der Formel E.

Da Costa kam sehr gut aus den Startblöcken; er übernahm früh die Führung während der ersten Aktivierungen des Attack-Mode, wobei die Porsche-Fahrer strategisch zusammenarbeiteten. Gleiches tat allerdings Jaguar – und auch Andretti, das Porsche Kundenteam. Und da „Führung“ immer auch Stromverbrauch bedeutet, wechselten sich die Jaguar und Porsche an der Spitze immer brav ab…irgendwann fielen die Andretti zurück und einmal mehr schob sich Oliver Rowland auf Nissan zwischen das Führungsquartett. Die beiden Nissan starteten diesmal noch schlechter von Rang 16 und 17, fuhren aber dien gleiche Taktik wie am Vortag, wie uns Teamleiter Tommaso Volpe anschließend erklärte: Unsere Taktik war tatsächlich „Copy and Paste“, da sie am Vortag so gut aufging, heißt: Den Pulk erstmal ziehen und sich aneinander abarbeiten lassen, dann dezent, aber durchaus nachdrücklich Position für Position gut machen. Sodass Rowland sich ab der Hälfte des Rennens zwischen Rang zwei und fünf festbiss und den Porsche und Jaguar klar machte, dass er eher nicht weichen würde…

Doch im Laufe des 38-Runden-Rennens verteidigte da Costa erfolgreich den unermüdlichen Druck von Mitch Evans und Nick Cassidy von Jaguar, wobei Cassidy schon am Samstag den Sieg holte, ganz am Ende aber Da Costa ziehen lassen musste. Ähnlich erging es Mitch Evans und Pascal Wehrlein, die das Führungstrio mit Da Costa, Cassidy und Rowland am Ende ziehen lassen mussten…

In der 31. Runde ging Evans nach einer kurzen Unterbrechung durch das neue Taycan FIA Safety Car von Porsche in Führung. Er hatte jedoch noch einen seiner beiden 50-kW-Attack-Mode-Boosts für die letzte Phase übrig. Mit einem späten Bremsmanöver am Haarnadelkurve gelang es da Costa, Evans zu überholen, was den Neuseeländer dazu zwang, die Kurve zu weit außen zu fahren. Anschließend folgte Oliver Rowland, der vom 16. Startplatz kam, da Costas Beispiel, konnte jedoch den Druck nicht verstärken, da Cassidy an seinem Teamkollegen vorbei auf den dritten Platz fuhr. Doch Rowland blieb dran und wählte teils überraschende Kurvenradien, mit denen er die Führenden unermüdlich bedrängte.

Am Ende konnte da Costa beruhigt zum Sieg fahren

Doch diese strategische Neuausrichtung bei Jaguar ermöglichte es da Costa, sich abzusetzen und schließlich komfortabel als Erster die Zielflagge zu sehen – sein erster Sieg seit Kapstadt 2023. Da Costas Sieg in Berlin erhöht die Gesamtzahl der Rennsieger in dieser Saison auf acht in nur 10 Runden der Saison 10.Hinter da Costa führte Cassidy einen Last-Minute-Angriff auf Rowland durch, um den zweiten Platz zu sichern und erzielte dabei die schnellste Runde. Rowland erreichte nach einer herausfordernden Startposition den dritten Platz, vor Pascal Wehrlein von Tag Heuer Porsche, der tapfer gegen den amtierenden Meister Jake Dennis (Andretti) um den vierten Platz kämpfte.

Cassidys Teamkollege Evans beendete das Rennen auf dem sechsten Platz, während Jehan Daruvala von Maserati MSG Racing mit einem beeindruckenden siebten Platz sein persönlich bestes Formel-E-Ergebnis erzielte, nachdem er sich vom 13. Platz durch das Feld kämpfte. Beeindruckend war auch der 19-jährige Taylor Barnard von Neom McLaren Formula E. Er zeigte bemerkenswertes Können, indem er von dem 18. auf den achten Platz am Ziel kletterte, in seinem ersten vollständigen Debütwochenende in der Serie. Joel Eriksson (Envision Racing) erreichte ebenfalls sein bisher bestes Ergebnis mit einem neunten Platz, während Jean-Éric Vergne (DS Penske) die Top Ten abrundete, nachdem er zwischendurch bis auf Rang fünf vorgefahren war.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Cassidy verlässt Berlin mit einer beachtlichen Ausbeute von 45 Punkten und übernimmt mit 140 Punkten die Spitzenposition in der Gesamtwertung, vor Wehrleins 124 Punkten. Rowland belegt mit 118 Punkten den dritten Platz. Jaguar TCS Racing führt die Teamwertung mit 237 Punkten an, gefolgt von TAG Heuer Porsche mit 183 Punkten.

Was bedeutet das?

Das Rennen sah mit Jaguar und Porsche die gleichen Leader, gefolgt von Rowland auf Nissan. Insofern blieb man dem Vortagesergebnis treu, fuhr allerdings deutlich gesitteter aber trotzdem wild genug, dass es spannend blieb – Safety-Car-Einsatz inklusive…

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