Formel E: Back in Berlin! Erster Sieg geht an Eduardo Montara

Das erste Samstag-Rennen in Berlin fand wieder vor (fast) vollen Tribünen statt und sah Ventuir-Fahrer Edoardo Mortara als Sieger.

 

Mortara konnte (fast) einen Start-Ziel-Sieg vor Vergne und Vandoorne holen. | Foto: FIA Formula E/Sam Bloxham
Mortara konnte (fast) einen Start-Ziel-Sieg vor Vergne und Vandoorne holen. | Foto: FIA Formula E/Sam Bloxham
Gregor Soller

Berlin-Tempelhof ist eine spezielle Strecke, denn sie entstand „künstlich“ auf einem Flugfeld und wird einmal gegen und einmal im Uhrzeigersinn gefahren. Heißt: Was am Samstag gilt, ist Sonntag ganz anders. Trotzdem gilt Berlin als „homogene“ Strecke, bei der es innerhalb der Fahrenden vergleichsweise wenige ganz große Positionswechsel gibt. Ein weiteres Special Berlins ist die Betonpiste, welche die Reifen schnell aufheizen lässt.

Schon der Start verlief turbulent, doch Mortara kam gut weg und konnte seinen ersten Platz behaupten. Auf Platz zwei startete Alexander Sims, der jedoch gleich außen von Antonio Felix da attackiert wurde, während dahinter Andre Lotterer an Vergne vorbeigehen konnte.

Großes Gerangel hinter Mortara

So schaffte Moratra dann auch (fast) einen Start-Ziel-Sieg von der Pole aus, die er aber bisweilen hart verteidigen musste. Spannend war es einmal mehr hinter Motrtara, wo ein zum Schluss völlig entfesselter Jean-Eric Vergne als Zweiter sich knapp auf Rang zwei vorkämpfte – und sich gegen Stoffel Vandoorne und Andre Lotterer durchboxte. Auf Rang fünf landete Mitch Evans vor Pascal Wehrlein. Enttäuschend verlief das Rennen für Max Günther, der sich mit Rang 18 begnügen musste.

Doch gerade wegen der Homogenität ist Berlin auch eine Strecke, bei der exaktes Energiemanagement extrem wichtig ist: Mortara erklärte, dass er in dem Rennen konstant unter Feuer war, was das Energie-Management umso wichtiger machte. Denn während des Rennens musste er mit seinem Team den Attack-Mode mehrmals nachjustieren – sodass er nie aus den Podiumsplätzen fiel.

Weniger gelungen als Mortaras Start war der des WM-Führenden Stoffel Vandoorne: Er wurde gleich beim Start von Rang acht auf zwölf durchgereicht, von wo aus er sich dann aber wieder bis aufs Podium vorkämpfen konnte – wobei auch ihm die „Gleichmäßigkeit“ des Berliner Kurses zu Gute kam: Er hatte genug Speed, konnte gut mit der Energie haushalten und fand immer wieder gute Gelegenheiten zum Überholen.  

Gut gestartet waren auch die Porsche-Piloten André Lotterer und Pascal Wehrlein. Der setzte als Erster seinen Attack-Mode ein und konnte sich kurzzeitig bis auf Rang zwei schieben. Das Problem: Einige der Überholten „attackierten“ nach und gingen wieder am Sigmaringer vorbei. Dafür hielt sich Teamkollege Lotterer lange auf dem zweiten Platz halten, bis er am Ende Vandoorne und Vergne ziehen lassen musste.

So heiß wie die Reifen waren auch die Positionskämpfe hinter Mortara. Seine Kalkulation: Er sparte sich den Attack-Mode lange – bis zur ersten Hälfte des Rennens – auf. Zwar musste er Lotterer kurzzeitig die Führung überlassen, konnte aber die erste Position zurückholen.

Die Verfolger machten Mortara am Schluss richtig Druck

Dahinter schob sich Vandoorne mit gleichmäßig starker Pace nach vorn. Weshalb Mortara bald den zweiten Attack-Mode zünden musste, um vorn zu bleiben. Zumal auch DS-Pilot Jean-Éric Vergne gegen Ende nochmal stark aufspielte: Dank Fanboost hatte er auch noch genug Power, um bis zum Schluss vorn mitzufahren.

So kam Mortara vor Vergne und Vandoorne ins Ziel – in der Tabelle rückten alle drei näher zusammen. In der Tabelle bleibt Vandoorne mit drei Punkten Vorsprung auf Platz eins, gefolgt von Jean-Éric Vergne. Dahinter mit 14 Punkten Abstand der Neuseeländer Mitch Evans im Jaguar, der sich in Berlin von Rang neun noch auf den fünften Platz vorarbeitete.

Berlin-Sieger Mortara sammelt dank Pole-Position und Sieg 28 Punkte und verkürzt seinen Rückstand auf den Mercedes-Fahrer Vandoorne auf 19 Zähler. Bester Deutscher bleibt André Lotterer auf Platz 5 mit 55 Punkten, direkt vor seinem Porsche-Teamkollegen Pascal Wehrlein mit 51 Zählern. Leer ging wieder Max Günther aus, der in der Gesamtwertung auf Rang 17 bleibt, doch am Sonntag erneut angreifen möchte. Nissan e.dams hatte diesmal Probleme Qualifying und wegen eines zu kurzen Boxenstopps eine Zeitstrafe erhalten – dabei wurde aber nicht die Schnellste, sondern auch die Zweitschnellste Runde aberkannt, was Buemi auf Rang 14 und Günther auf Rang 18 zurückwarf.

Was bedeutet das?

Im Gegensatz zur Formel 1 ist bei der Formel E nach wie vor das Energiemanagement extrem wichtig – was man auf homogenen Kursen wie Berlin einmal mehr spürt. Trotzdem bleibt es an der Spitze spannend – den Vergne schließt immer weiter zu Vandoorne auf, Mortara bringt sich stärker ins Spiel und auch Evans und Frijns fahren noch vorn mit. Mit etwas Abstand folgen dien Porsche-Fahrer Lotterer und Wehrlein.

 

Printer Friendly, PDF & Email