Formel e: Audi und BMW steigen nach 2021 aus

Auch BMW will die Formel e nach der Saison 2021 wieder verlassen. Als Grund dafür nennen die Bayern eingeschränkte Synergien in die Serienmodelle.

Nach Audi kehrt auch BMW der Formel e nach 2021 den Rücken. | Foto: BMW
Nach Audi kehrt auch BMW der Formel e nach 2021 den Rücken. | Foto: BMW
Gregor Soller

Selten haben bei BMW Motorsport und Serie so eng miteinander gearbeitet wie bei der Formel e und Elektrifizierung der Modellpalette. Offiziell erklärt BMW, dass man die Formel E immer als Technologielabor für die Serie sieht, doch genau diese Möglichkeiten des Technologietransfers betrachtet BMW im Wesentlichen als ausgeschöpft. Dazu zählen unter anderem neue Erkenntnisse beim Energiemanagement und der Energieeffizienz, eine Übernahme der Software für die Leistungselektronik vom Rennsport in die Serie sowie eine Verbesserung der Leistungsdichte der E-Maschine. Trotzdem zieht BMEW jetzt den Stecker, wie man im Tweet etwas dramatischer verkündete:

„Unsere Reise in der Formel E erreicht ihr Ende“ verkündete da die BMW Motorsport und fügte an, dass nach sieben erfolgreichen Jahren die BMW-Gruppe ihr Engagement in der Serie nach der anstehenden Saison beenden wird. Auch bei BMW wirkt sich zudem Covid-19 auf die Finanzen aus, weshalb man den strategischen Fokus auf die Serienproduktion der fünften E-Drive-Generation verlagert.

Ob das Partnerteam Andretti ab Saison acht dann allein weitermachen wird oder ein anderer Hersteller den Platz von BMW übernehmen wird, bleibt abzuwarten. Ebenso ist die Zukunft der Fahrer Günther und Dennis ungewiss. Die siebte Saison 2021 startet diesmal am 16./17. Januar 2021 mit zwei Rennen in Santiago de Chile.

Und DS, Jaguar, Mahindra, Mercedes-Benz, Nissan und Porsche? Dürften bleiben, zumal alle gerade über erfolgreiche Tests berichten. Trotzdem hat sich Mercedes-Motorsport-Chef Toto Wolff bereits geäußert. Er bezeichnet die Formel e als „stark in ihrer Nische“ und er glaubt, dass die Elektrorennserie aus ihrer Nische „definitiv herauswachsen kann". Denn der angekündigte werksseitige Rückzug von Audi und BMW muss nicht bedeuten, dass zwei Teams verschwinden:

"Ich glaube, dass BMW geht, heißt nicht, dass auch Andretti geht. Und dass Audi geht, heißt nicht, dass auch das Audi-Team geht."

Damit spielt der Mercedes-Motorsportchef auf die Einsatzteams von BMW und Audi, nämlich Andretti und Abt, an.

Was bedeutet das?

Der Motorsport wird gerade bei vielen Unternehmen neu definiert und in vielen Fällen (wie bei VW) komplett aussortiert. In der Tat bindet der Motorsport viele Ressourcen und wurde auch immer von privaten Teams mit vorangetrieben, die finanziell aber nie mit den Werken mithalten konnten, weshalb am Schluss nicht nur in der Formel 1 immer größere Budgets nötig waren – die durch Covid-19 – bei Veranstaltungen ohne Zuschauer – nicht mehr ihre Berechtigung hatten. Insofern könnte diese „Katharsis“ auch eine „heilende“ und sinnvoll regulierende Wirkung im Motorsport haben.

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