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Ford und VW rücken noch näher zusammen

Durch die erweiterte Allianz entstehen gigantische Stückzahlenvorteile – vor allem bei E-Mobilität und autonomem Fahren.

Die CEOs von VW, Herbert Diess (li.) und Ford, Steve Hackett (re.), sind sich einig: Gemeinsam kann man die Zukunft sicherer meistern. | Foto: Ford
Die CEOs von VW, Herbert Diess (li.) und Ford, Steve Hackett (re.), sind sich einig: Gemeinsam kann man die Zukunft sicherer meistern. | Foto: Ford
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Gregor Soller

Es hat sich abgezeichnet: Ford wird für mindestens eine – in Europa zu entwickelnde Baureihe – VWs MEB-Baukasten übernehmen. Im Gegenzug hat VW beim Thema autonomen Fahren seine Bande mit Aurora gelöst und investiert jetzt 2,6 Milliarden Dollar in Argo AI, wo Ford bisher das Sagen hatte. Damit werden VW und Ford künftig gleichrangige Eigentümer von Argo AI. Außerdem bringt VW das bisher bei Audi liegende Projekt Autonomous Intelligent Driving (AID) in Argo AI ein.

Beim Thema Elektromobilität hat Ford nach langem Zaudern Nachholbedarf: Schon ab 2023 will man  „mindestens ein rein Batterie-elektrisches Fahrzeug in hoher Stückzahl“ in Europa verkaufen, womit die Rückzugspläne Fords aus Europa erstmal vom Tisch sein dürften. Aktuell rechnet man bei Ford mit rund 600.000 MEB-Plattformen inklusive Batteriepacks und zugehöriger Komponenten, die von VW geliefert werden. Ford wird sein Europa-Programm radikal ändern: Mondeo, S-Max und Galaxy werden laut der Plattform „Autocar“ zugunsten eines höher gelegten Mittelklasse-Kombi ähnlich den VW-Alltrack-Modellen gestrichen. Zudem wollen die Amerikaner mehrere SUV nach Europa bringen, darunter neu den Explorer und eventuell den Broncho. Erster Großserienstromer könnte ein SUV-artige Modell mit optischen Mustang-Anklängen werden. Denn Ford will sein Europa-Programm entgegen vorheriger Meldungen auch nicht verkleinern, sondern nur dramatisch umbauen. Dazu kommt: Die aktuelle Ford Flotte verbraucht zu viel Sprit, weshalb ab 2021 Strafzahlungen in der EU drohen. Deshalb braucht Ford schnellstens Stromer im Portfoilio.

Und VW freut sich über Skaleneffekte: „Die Skalierung des MEB senkt die Entwicklungskosten für Zero-Emission-Fahrzeuge und ebnet den Weg für eine schnellere Verbreiterung von E-Autos“, erklärt dazu Diess. Doch den Löwenanteil der MEB-Skalierung will VW selbst tragen, wie eine Grafik zeigt. Bis 2028 sollen 70 Modelle (fast) aller Konzernmarken auf ihr basieren.

Umgekehrt wird Ford künftig alle Nutzfahrzeugmodelle (Pick-Ups, 3,5-Tonner) für VW entwickeln. VW wird nur noch Cityvans und den T6-Nachfolger selbst entwickeln und könnte diese wiederum auch an Ford liefern.

Was bedeutet das?

Wenn sich zwei so große Konzerne zusammentun (müssen), um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, wird auch auf andere Fahrzeugkonzernen noch ein großer Umbau inklusive großer Kooperationen zukommen.  

 

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