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Ford und VW fahren elektrisch, autonom und gewerblich zusammen

Zusammen mit Ford investiert VW in das auf Software für autonomes Fahren spezialisierte Firma Argo AI. Zudem verwendet Ford den MEB der Wolfsburger. Die entwickeln im Gegenzug die nächste Generation großer Transporter.

Flucht nach vorn: In Anbetracht der hohen Investitionen für Zukunftstechnologien werfen Ford und VW ihre Kompetenzen zusammen. | Foto: VW
Flucht nach vorn: In Anbetracht der hohen Investitionen für Zukunftstechnologien werfen Ford und VW ihre Kompetenzen zusammen. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Die Automobilhersteller VW und Ford vertiefen und konkretisieren ihre intensive Zusammenarbeit über die bereits bestehende gemeinsame Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen hinaus. Wie genau die Kooperation ausgestaltet wird, haben die beiden Unternehmen jetzt bekanntgegeben. Die Wolfsburger investieren zusammen mit Ford in das auf Softwareplattformen für autonomes Fahren spezialisierte Unternehmen Argo AI und halten gleiche Anteile. Deren Unternehmenswert steigt damit auf geschätzt mehr als 7 Milliarden Dollar. Man wolle damit unabhängig voneinander das Self-Driving System von Argo AI in eigene Modelle integrieren und damit eine große weltweite Skalierung zu erreichen, heißt es zur Begründung. Vor allem in komplexen urbanen Szenerien soll mit den frischen Geldern die Entwicklung vorangetrieben werden.

Autonomes Fahren: In Ridesharing und Lieferdiensten

Durch die weltweite Präsenz beider Hersteller böte Argo AI zudem die Möglichkeit, die Technologie in weiteren Märkten einzusetzen. Die Hersteller wollen das SDS des US-Softwarspezialisten in eigenen Fahrzeugen unabhängig voneinander nutzen, um die jeweiligen Mobilitätsdienste der beiden Unternehmen auszubauen. Das System soll vollautomatisiertes Fahren nach SAE Level 4 ermöglichen und insbesondere Ridesharing und Lieferdiensten in Innenstädten neue Möglichkeiten durch vollautomatisierte Fahrzeuge eröffnen, skizzieren die Anbieter weiter. Volkswagen seine Tochtergesellschaft Autonomous Intelligent Driving (AID) einbringt, die mit 1,6 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Der AID Standort in München wird zum europäischen Hauptsitz von Argo AI und wird von Karlheinz Wurm geleitet, gegenwärtig CEO bei AID.

Ford: 2023 in Köln entwickeltes E-Auto auf MEB-Basis

Darüber hinaus werden die US-Amerikaner den Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) von VW für, wie es heißt, mindestens ein emissionsfreies, in Köln entwickeltes Volumen-Modell nutzen, das ab 2023 in Europa angeboten werden soll. Durch den Zugang zu der bereits von VW skalierten E-Architektur will Ford sein Fahrzeug-Portfolio schneller ausbauen. Ford rechnet mit mehr als 600.000 verkauften Fahrzeugen innerhalb von sechs Jahren in Europa. Darüber hinaus prüft man ein zweites Modell auf MEB-Basis für den europäischen Markt. Insgesamt könnte auch das doppelte an Volumen entstehen. Die Wolfsburger wollen den MEB zum Industriestandard machen. VW hatte sieben Milliarden US-Dollar in den MEB investiert, Ford steckt inklusive des MEB-Invests weltweit 11,5 Milliarden Dollar in die Elektrifizierung seiner Palette, die derzeit nur aus vereinzelten Hybrid-Modellen besteht.

Die großen Transporter übernimmt künftig Ford

Darüber hinaus plant Ford ab 2022 für den europäischen Markt die Entwicklung und Produktion von größeren Transportern für beide Unternehmen, während Volkswagen dann für beide Partner einen City Van auf den europäischen Markt sowie ausgewählte Märkte weltweit bringen wird. Damit wäre der noch jung im Produktzyklus stehende, technologisch derzeit führende VW Crafter obsolet. Bereits beschlossen war, dass Ford die nächste Generation von Pick-ups für beide Hersteller entwickelt, die 2022 auf den Markt kommen soll. Man geht von steigender Nachfrage bei Vans wie bei den "offenen Transportern" aus.

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