Ford Transit Custom: Vorfahrt für den Stromer

Der US-Konzern hat den Stromschalter umgelegt und erhöht die Schlagzahl in Sachen Elektrifizierung. Nach Mach-E und E-Transit sowie dem US-Pick-up F150 Lightning folgt 2023 der E-Transit Custom, noch auf Multiantriebsplattform. Doch im Zentrum steht der Stromer.

Lässt tief blicken: Schon das Teaserbild ließ Rückschlüsse zu auf den Nachfolger des Transit/Tourneo Custom, der wieder als Fronttriebler kommt, aber flacher baut als der Vorgänger. | Foto: Ford
Lässt tief blicken: Schon das Teaserbild ließ Rückschlüsse zu auf den Nachfolger des Transit/Tourneo Custom, der wieder als Fronttriebler kommt, aber flacher baut als der Vorgänger. | Foto: Ford
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Der US-Autobauer Ford und seine Europa-Tochter halten die Schlagzahl in Sachen Elektrifizierung hoch und haben jetzt erste Details zum in der zweiten Hälfte nächsten Jahres startenden Kompakttransporter Transit/Tourneo Custom bekanntgegeben, bei dem der Fokus klar auf der elektrischen Variante liegen soll. Zwar basiert das dem Vernehmen nach komplett neu entwickelte Fahrzeug weiter auf einer Multiantriebsplattform und kommt daher auch als Diesel mit Euro6D-Aggregat. Dennoch ist der Weg klar vorgezeichnet und man glaubt vor allem im gewerblichen Bereich wie beim E-Transit 80 Prozent der Anwendungen mit dem Elektromodell abdecken zu können.

Dieses verfügt, anders als der E-Transit, nicht über Heck, sondern wie gewohnt in der 3,0-Tonnen-Klasse über einen Frontachsantrieb, der sich aus einer glattflächig und zwischen den Achsen, am Heck eine robuste Starrkonstruktion, unterflur verlegten Lithium-Ionen-Batterie speist. Die Energie soll bei dem deutlich kompakteren Fahrzeug für bis zu 380 Kilometer Radius genügen. Aufgeladen wird per AC oder DC, wobei der Ladestutzen leicht zugänglich, dafür aber auch potenziell stoßgefährdet in der Frontschürze auf der Beifahrerseite verbaut ist.

Der Radstand ist tendenziell gewachsen, die Überhänge kürzer und das Fahrzeug jetzt wieder unter zwei Meter hoch, sodass sich ein dynamischerer optischer Auftritt ergibt. Darüber hinaus soll mit der tiefer liegenden Karosse der Einstieg leichter gelingen und die Ladekante niedriger ansetzen. Der im wie der E-Transit im türkischen Ford-Otosan-Werk gefertigte Kompakt-Van, der bei Volkswagen auch den T6.1 ablösen soll, verfügt zudem über eine deutlich verbesserte Aerodynamik mit tiefer gezogener Motorhaube, optimierter Frontschürze, Spiegeln sowie einem Spoiler am Heckabschluss des Daches, dessen Linie nach hinten leicht abfällt. An der Front fällt die durchgehende LED-Leiste und die markant gestalteten, generell serienmäßigen LED-Leuchten auf, die zugleich eine nächtliche Marke setzen sollen. Im Grill prangt das neu gestaltete und nun wieder schlicht-zweidimensionale Ford-Logo. Auch die LED-Rücklichter sind im U-Haken-Design auffällig gestaltet. Apropos Heck: Ford verspricht die volle Anhängelast des Diesel-Pendants für den Stromer.

Die Ankündigungen markieren den nächsten Meilenstein auf dem Weg zum Null-Emissions-Ziel für alle Ford-Neufahrzeuge in Europa und zur Klimaneutralität der europäischen Ford-Präsenz - inklusive der Werke, der Logistik und der Zulieferer bis 2035. Vor kurzem waren der E-Transit im türkischen Ford-Otosan-Werk Kocaeli und der US-Pick-up F150 Lightning im Rouge Electric Vehicle Center in Michigan in die Produktion gestartet. Für den vollelektrischen Pick-up, der in zwei Batteriekapazitäten zwischen 370 und 480 Kilometer Reichweite bietet, sollen bereits 200.000 Bestellungen vorliegen.

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