Ford-Studie: Generation Z will mobil sein - aber multimodal

Für die Generation Z sei das Auto ist noch immer sehr relevant, aber das Nebeneinander mit anderen Mobilitätsformen nimmt zu, stellt die Zeitgeist-Studie des Herstellers unter 18 bis 23-jährigen fest. Vor allem muss sich das Auto in einen nachhaltigen Lebensstil fügen.

Es muss nicht immer Auto sein: Multimodale Mobilität ist der jungen Generation wichtig - und wenn, dann leiht man sich ein Auto. Das sollte möglichst praktisch und umweltfreundlich sein. | Foto: Ford/Spin
Es muss nicht immer Auto sein: Multimodale Mobilität ist der jungen Generation wichtig - und wenn, dann leiht man sich ein Auto. Das sollte möglichst praktisch und umweltfreundlich sein. | Foto: Ford/Spin
Johannes Reichel

In Zusammenarbeit mit dem Zukunftsinstitut hat Ford die Trendstudie "Mobility Zeitgeist" veröffentlich, die die Wünsche, Bedürfnisse und Anforderungen der Generation Z, der heute 18- bis 23-Jährigen im Hinblick auf die Mobilität untersucht. Das Fazit der aktuellen Befragung unter mehr als 2.000 zufällig ausgewählten Personen: Mobilität heute ist gleichzusetzen mit Multimodalität, Flexibilität und Freiheit, gleichzeitig bleibt aber das Auto höchst relevant in der Zielgruppe der 18- bis 23-Jährigen, wie der Hersteller festgestellt haben will. 

"Interessant ist, dass Mobilität insgesamt einen sehr hohen Stellenwert in der Generation Z genießt. Mobil sein ist eine wichtige Grundlage für die Erfüllung ihrer Lebensziele und das Bedürfnis der Gen Z nach Freiheit und Flexibilität", berichtet Julia Piskurek, zuständig für Mobilitätspartnerschaften und Innovation bei den Ford-Werken in Deutschland.

Die Werte der Gen Z seien komplex und durchaus ernst. Sie drehten sich um beruflichen Erfolg, den Stellenwert von Freunden und Familie. Auf der Suche nach Individualität in einer globalen Welt stünden neben dem Wunsch nach einem sinnvollen, erfüllenden Beruf (83 Prozent), "Spaß haben und das Leben genießen" (83 Prozent) sowie "Zeit für sich selbst und die eigenen Interessen haben" (85 Prozent) für die junge Generation im Vordergrund. Für diese von 80 Prozent der Gen Z gewünschte Balance zwischen Beruf und Freizeit stellt Mobilität einen wichtigen Eckpfeiler dar, denn Mobilität ist für sie gleichbedeutend mit Flexibilität (64 Prozent), Unabhängigkeit (58 Prozent) und Freiheit (54 Prozent).

"Die Gen Z bedient sich der vielfältigen Möglichkeiten von Mobilität. Sie wählt ihre Fortbewegungsmittel danach aus, wie sie im jeweiligen Moment am besten in ihren Alltag passen", erklärt Mobilitätsexperte Dr. Stefan Carsten vom Zukunftsinstitut.

Hier sei das Auto weiterhin sehr wichtig, aber es müsse sich in einen aktiven, umweltbewussten Lebensstil integrieren, so Carsten weiter. Ebenso auschlaggebend seien für die Mehrheit die Mobilitätskosten insgesamt. Sieben von zehn Befragten der Generation Z wünschen sich möglichst preisgünstige Angebote, bzw. Mobilität zu geringen Kosten (70 Prozent). Der Kauf eines Autos sei kein primäres Ziel der jüngeren Generation mehr. Denn das Auto an sich bleibe zugänglich. Die Gen Z nutzt das Familienfahrzeug oder leiht sich ein Auto.

Ein Auto soll Spaß machen - und praktisch sein

Dieser generelle Stellenwert, den das Auto hier einnimmt, sowie die Lebensziele der Gen Z spiegeln sich auch in ihren Anforderungen an ein Auto wider. Zwei Drittel stimmen der Aussage zu, dass "gemeinsame Autofahrten mit Freunden Spaß machen" (67 Prozent). Fast genauso viele sind sich jedoch einig, dass ein Auto in erster Linie praktisch und zweckmäßig sein muss (64 Prozent) und möglichst variable Nutzungsmöglichkeiten durch die Gestaltung des Innenraumes bieten sollte (56 Prozent).

Nachhaltigkeit groß geschrieben

So genannte nachhaltige Werte wie ein sozial verantwortungsvoller Lebens- und Konsumstil betrachten 58 Prozent der Befragten als wichtig. Insgesamt habe grüne Mobilität jedoch einen hohen Stellenwert bei den jungen Erwachsenen: 63 Prozent der Gen Z halten hohe Umweltstandards, Ressourcen- und Klimaschutz für ein wichtiges Kriterium, damit Mobilität den Ansprüchen der Menschen künftig wirklich gerecht wird. Jeder Zweite sagt von sich, ein umweltfreundliches Auto zu fahren, verleihe ein gutes Gefühl (51 Prozent) und ist der Überzeugung, dass es mehr Anreize für die Produktion, den Kauf und die Nutzung umweltfreundlicher Elektroautos geben sollte (50 Prozent).

Repräsentative Ergebnisse

Ford hatte das unabhängige "Zukunftsinstitut" damit beauftragt, die Perspektive der Generation Z mit Blick auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen zur Mobilität zu untersuchen. Zugleich wurden die Perspektiven und Erwartungen der Generation Y untersucht, um die beiden digital geprägten Generationen vergleichen zu können. Dafür hat das Marktforschungsinstitut YouGov 2.017 Personen in Deutschland befragt. Die Stichprobe setzt sich folgendermaßen zusammen: 1.010 Mitglieder der Generation Z im Alter von 18 bis 23 Jahren, 1.007 Mitglieder der Generation Y im Alter von 24 bis 39 Jahren. Die Verteilung weibliche zu männliche Befragte war mit 52 Prozent Studienteilnehmerinnen innerhalb der Gen Z sehr ausgeglichen (Gen Y: 49 Prozent weiblich, 51 Prozent männlich). Bezogen auf die regionale Verteilung rekrutierten sich 26 Prozent der Studienteilnehmer aus dem ländlichen Raum, 33 Prozent aus Vororten und 37 Prozent aus Städten (Gen Y: 23 Prozent Land, 29 Prozent Vorort, 45 Prozent Stadt). Die neue Studie "Mobility Zeitgeist" schreibt die "Automotive Zeitgeist" Studien des Automobilherstellers fort, die von 2013 bis 2015 erschienen.

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