Ford: Puma, Custom und Courier kommen elektrisch

Hersteller avisiert bis 2024 drei neue E-Pkw und vier neue E-Vans in Europa. Ab 2026 sollen jährlich mehr als 600.000 Elektrofahrzeuge vom Band rollen. Custom, Courier und Puma kommen bald als BEV.

Durch die Bank elektrisch: Ford konkretisiert seine Strom-Pläne und avisiert als nächsten einen E-Puma, den E-Custom und einen E-Courier. | Foto: Ford
Durch die Bank elektrisch: Ford konkretisiert seine Strom-Pläne und avisiert als nächsten einen E-Puma, den E-Custom und einen E-Courier. | Foto: Ford
Johannes Reichel

Der Automobilhersteller Ford hat nach der Ankündigung der Aufspaltung seiner Geschäftsbereiche Verbrenner- und Elektro-Modelle weitere Schritte seiner Transformation konkretisiert und will bis 2024 drei neue E-Pkw und vier neue E-Nutzfahrzeuge auf dem europäischen Markt einführen. Ab 2026 soll das Volumen an E-Fahrzeugen auf dem Kontinent auf 600.000 Exemplare steigen. Vor kurzem hatte der US-Hersteller angekündigt, mit der Sparte Ford Model e ein eigenständiges Elektrofahrzeuggeschäft aufziehen zu wollen.

"Dadurch können wir mit der Geschwindigkeit eines Start-ups agieren und Elektrofahrzeuge bauen, die einerseits begeistern, einzigartige und vernetzte Ford-Dienstleistungen bieten und andererseits die hohen Ford Entwicklungs- und Sicherheitsstandards sicherstellen", glaubt Jim Farley, CEO von Ford.

Ab 2023 beginnt der Hersteller mit der Produktion eines neuen vollelektrischen Pkw in seinem Werk in Köln. Ab 2024 werde die Produktion in Köln um ein zweites neues vollelektrisches Modell erweitert. Darüber hinaus wolle man den Markenbestseller in Europa, den Ford Puma ab 2024 als reines Elektrofahrzeug bringen und im rumänischen Craiova produzieren.

Ein neuer Elektro-Mikro-Van als Courier-Nachfolger

Nutzfahrzeugseitig bestätigte man neben dem bereits im Marktanlauf befindlichen E-Transit vier neue Elektromodelle auf Basis zweier Baureihen an. Bereits 2023 starten soll der Transit Custom im Ein-Tonnen-Transporter-Segment und die Großraumlimousine Tourneo Custom, den man auch für Volkswagen Nutzfahrzeuge federführend in der Kooperation entwickelt. Im Jahr 2024 soll die nächste Generation der kleineren Fahrzeuge, die vollelektrischen Transit Courier und Tourneo Courier folgen, offenbar auf eigenständiger Basis unterhalb des Kooperationsmodells VW-Caddy, der bei Ford als Transit Connect weitgehen baugleich läuft. 

"Diese neuen Elektrofahrzeuge von Ford signalisieren nicht weniger als die vollständige Transformation unserer Marke in Europa - eine neue Generation emissionsfreier Fahrzeuge, optimiert für eine vernetzte Welt, die wirklich herausragende Kundenerlebnisse bietet," ergänzte Stuart Rowley, President, Ford of Europe.

E-Fahrzeugproduktion und Investition in Köln

Der Hersteller bestätigte zudem, dass das erste vollelektrische Fahrzeug, das im Ford Electrification Center in Köln produziert wird, ein mittelgroßer, fünfsitziger Sport-Crossover sein wird. Im vergangenen Jahr 2020 betrug der Anteil der Sports Utilities und Crossover-Fahrzeuge bereits 58 Prozent aller Pkw-Verkäufe der Marke in Europa und damit fast 20 Prozentpunkte mehr als 2020. Mit einer Reichweite von 500 Kilometer mit einer Batterieladung erschließe dieses neue vollelektrische Crossover-Modell neue Möglichkeiten für Ford. Der Name und das Fahrzeug sollen später im Jahr 2022 vorgestellt werden, die Produktion im Kölner Werk beginne 2023.

Darüber hinaus kündigt man an, ein zweites vollelektrisches Modell am Standort Köln zu fertigen. Die Entscheidung für die Produktion eines Sport-Crossover als zweites vollelektrisches Modell im "Cologne Electrification Center" bedeutet, dass die Anzahl der im Kölner Werk produzierten Elektrofahrzeuge auf 1,2 Millionen Fahrzeuge innerhalb von sechs Jahren steigen wird, so der Hersteller. Die Investitionen in die neuen Elektro-Pkw der Kölner Produktion belaufen sich damit auf voraussichtlich zwei Milliarden US Dollar, zusätzlich ist der Aufbau einer neuen Anlage zur Montage von Fahrzeugbatterien geplant, die 2024 mit der Produktion starten wird.

Neues Joint Venture soll Batterieproduktion in Europa steigern

Zur Flankierung der ambitionierten Pläne von Ford zur Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte haben Ford, SK On Co., Ltd. und die Koç Holding eine unverbindliche Absichtserklärung für ein neues, branchenführendes Joint Venture in der Türkei unterzeichnet. Vorbehaltlich planen die drei Partner, eine der größten Produktionsstätten für Nutzfahrzeugbatterien in Europa zu errichten. Das Joint Venture würde seinen Sitz in der Nähe von Ankara haben und Nickel-reiche NMC (Nickel Mangan Kobalt) Zellen für den Einbau in Batterie-Module herstellen. Die Produktion soll bereits Mitte des Jahrzehnts beginnen.

Die geplante Jahreskapazität wird 30 bis 45 Gigawattstunden betragen. Die geplante Investition der drei Partner in das Batterie-Joint-Venture wird von der türkischen Regierung unterstützt und soll Nutzfahrzeugbetreibern in ganz Europa helfen, ihre Energie- und Betriebskosten zu senken sowie einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes leisten.

Ausbau der Kapazität für Elektrofahrzeuge in Craiova

Das Ford-Werk in Craiova, Rumänien, soll zudem eine wichtige Rolle innerhalb der Wachstumspläne des Unternehmens für Elektro- und Nutzfahrzeuge in Europa spielen. Die Produktion des vollelektrischen Puma ab 2024 in Craiova werde den Erfolg dieser Baureihe ausbauen und neue Kunden für Ford gewinnen. Darüber hinaus sollen ab 2023 der neue Ford Transit Courier, ein kleiner Kastenwagen, und dessen Kombiversion Tourneo Courier ebenfalls in Craiova produziert und ab 2024 als vollelektrische Versionen auf den Markt kommen.

Um die Kapazität für Elektro- und Nutzfahrzeuge weiter zu steigern, plant Ford Otosan, das Werk und die Fertigung in Craiova zu übernehmen. Ford Otosan ist ein Joint Venture zwischen der Ford Motor Company und der türkischen Koç Holding und sei eines der am längsten bestehenden und erfolgreichsten Joint Ventures in der globalen Automobilindustrie.

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