Ford Mustang 2023: Es bleibt beim Verbrenner

Der „neue“ Mustang bleibt sich treu: Während Stellantis seine Muscle-Car-Monster von Dodge ganz neu elektrisch auflegt und Chevrolet den Camaro ganz vom Markt nimmt, versucht Ford den Mittelweg – mit einem maximal gelifteten Mustang.

Der neue Mustang übernimm die Struktur des Vorgängers. | Foto: Ford
Der neue Mustang übernimm die Struktur des Vorgängers. | Foto: Ford
Gregor Soller

Zweitürige Verbrennercoupés sind megaout – Musclecars trotzdem in – hier stecken die US-Hersteller gerade etwas in der Zwickmühle. Und während GM den Camaro entschlafen lässt und Stellantis die elektrische Flucht nach vorn antritt, tastet sich Ford vorsichtig in den 2023er-Jahrgang des Mustang, heißt: Er übernimmt die Grundstruktur und die Grundmotoren des Vorgängers, wird aber massiv geliftet.

Innen ziehen auch hier große Screens ein, dazu kommt ein B&O-Soundsystem und Amazon Alexa. Damit will Ford die Brücke zwischen Gaming-PC und echtem Mustang schlagen. Optisch ist der US Jahrgang 2024 dem Vorgänger sehr ähnlich, obwohl innen und außen kaum ein Teil, das man sieht und anfassen kann gleich blieb.

Gleich bleiben aber erstmal die Versionen als Coupé und als Cabriolet und die Antriebe: 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbo oder 5,0-Liter-V8 ausgerüstet. Das neue Topmodell heißt Dark Horse, dessen V8-Aggregat über 500 PS leistet: Als Track-Day-Version kann es am Wochenende auch auf der Rennstrecke reiten, während das Dark Horse R ein reines Rennauto ist. Außerdem plant Ford eine GT4-Motorsportversion. Fahrwerk und Lenkung sollen knackiger sein und es gibt sinnlose Spaßgimmicks wie eine „Driftbremse“, mit der per Handgriff viel höhere Bremskräfte auf die Hinterhufe gebracht werden können um die Hinterhufe gehörig ausschlagen zu lassen. Dazu kommen klassische „Performance-Zutaten“ wie Versteifungen, größere Stopper, extra Ölkühler oder ein Sperrdifferential.
 

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Der Mustang des US-Jahrgangs 2024 soll ab Spätsommer 2023 auch in Deutschland bestellbar sein, vermutlich nur als GT-Variante mit dem 5,0-Liter-V8-Motor. Das Thema Elektrifizierung des Ur-Mustang hat Ford damit (leider) erstmal auf die lange Bank geschoben.

Was bedeutet das?

Der massiv überarbeitete Mustang soll Ford helfen, Zeit zu gewinnen: Wenn der künftige Dodge Charger/Chalenger floppt, war es richtig, sich wie GM aus dem Muscle-Car-Segment zu verabschieden. Wenn er ein neuer Hype wird, könnte auch der nächste Stang ein ganz neues echtes Elektro-Biest werden. Und Chevy hätte ohne Camaro das Nachsehen.

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