Werbung
Werbung

Ford E-Explorer startet später – Kölner Belegschaft droht Kurzarbeit

Der Produktionsstart des neuen vollelektrischen Ford Explorer wird sich nach einer Meldung des Kölner Stadt-Anzeigers deutlich verzögern. Ein Ford-Sprecher bestätigte gegenüber der Zeitung, dass der neue Stromer frühestens im Sommer 2024 vom Band laufen werde.

Am 21.03.2023 startete Ford die Produktion symbolisch mit der Enthüllung des neuen Explorer.| Foto: Ford
Am 21.03.2023 startete Ford die Produktion symbolisch mit der Enthüllung des neuen Explorer.| Foto: Ford
Werbung
Werbung
Thomas Kanzler

Ursprünglich hatte Ford mit der Produktion im Januar 2024 starten wollen. Nun hätten sich laut dem Autobauer die technischen Standards verändert. Der Wechsel auf die Norm UN ECE Reg. Nr. 100-03, die die sicherheitstechnischen Anforderungen des Elektroantriebs bei Straßenfahrzeugen definiert, sei geändert worden. Die Entscheidung zum Wechsel des Standards sei in der Ford Zentrale im US-amerikanischen Dearborn gefallen und habe zur Folge, dass nun eine andere Batterie als bislang geplant verbaut werde. Dazu müssten nun Anpassungen geschaffen werden.

Ford auf VW-Basis

Der elektrische Ford Explorer baut auf der MEB-Plattform von Volkswagen auf. Das fünfsitzige Crossover verfügt dem entsprechend über ähnliche Abmessungen wie VW ID.4, ID.5 oder Skoda Enyak iV und denselben Radstand (2,77 Meter). Das SUV soll rund 500 Kilometer Reichweite bieten und ab etwa 45.000 Euro kosten.

Schlechte Stimmung bei der Belegschaft - kommt nun Kurzarbeit?

Laut dem Sprecher von Ford in Köln ist das aktuell noch nicht entschieden. Ob Kurzarbeit beantragt werden soll, wollte er weder ausschließen noch bestätigen. Die Mehrheit der Beschäftigten der Kölner Ford-Werke wurden von den Nachrichten jedenfalls überrascht. Erst im März war ein Abbau von 2.300 Mitarbeitern angekündigt worden. Für den Rest der Belegschaft wurden betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 ausgeschlossen.

„Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob die Kurzarbeit aus einem Betriebsrisiko entstanden ist oder aus einem allgemeinen wirtschaftlichen Geschehen begründet wurde. Dies ist von uns bei der Antragstellung unter anderem zu prüfen. Liegt der Arbeitsausfall einem Betriebsrisiko zugrunde, muss der Betrieb mit dem Arbeitsausfall rechnen und sich auf ihn bei seinen betrieblichen Dispositionen einstellen. Sind die Arbeitsausfälle wirtschaftlicher Ursache oder durch unabwendbare Ereignisse begründet müssen sie wesentliche und damit überwiegende Ursache sein, um den Anspruchsvorrausetzungen zu entsprechen“, erklärt ein Sprecher der Kölner Agentur für Arbeit der Lokalzeitung.

Was bedeutet das?

Der neue Ford Explorer ist laut den Ford-Werklern schon lange durch viele Vorserien-Modelle auf dem Werksgelände präsent. Die Mitarbeiter sollen nun weiter die Arbeit am neuen Stromer trainieren und einige Testfahrzeuge des E-SUVs fertigen.

Ob die Agentur für Arbeit die Verschiebung der Produktion des Explorer als Betriebsrisiko des Auto-Bauers oder als möglichen Grund für die Anmeldung von Kurzarbeit werten wird, ist unklar. Noch hat sich Ford nicht entschieden, Kurzarbeit zu beantragen. Für den amerikanischen Autobauer – und vor allem die Kölner Belegschaft – ist die Verschiebung des neuen vollelektrischen Modells auf jeden Fall ein weiterer Rückschlag.

Werbung
Werbung