Ford: Bronco und Mustang Mach-E statt Langeweiler

Die Detroit Free Press veröffentlichte einen Artikel, aus dem hervorgeht, dass Bronco und Mustang Mach E beide fast gesichtslose Langeweiler geworden wären! Jim Farley hat das verhindert!

So hätte der Mustang Mach-E eigentlich aussehen sollen. Doch Ford änderte das Design noch einmal komplett! | Foto: Ford/Detroit Free Press
So hätte der Mustang Mach-E eigentlich aussehen sollen. Doch Ford änderte das Design noch einmal komplett! | Foto: Ford/Detroit Free Press
Gregor Soller

Ein Segen für Ford, Jim Farley 2020 zum CEO zu machen, denn ohne ihn wären Bronco und Mustang Mach-E beide gesichtslose Langeweiler geworden. Farley drängte jedoch darauf, die Markenikonen wiederzubeleben – und hatte Recht: Sowohl der Broncho (nur als Verbrenner in den USA) als auch der Mustang Mach-E verkaufen sich bestens! Jeff Baumbick, Senior Product Development Executive bei beiden Projekten, sagte der Detroit Free Press, dass zwar alle Fahrzeuge eine natürliche Entwicklung haben, diese aber einzigartig waren, weil sie mit zwei ikonischen Ford-Produktlinien verbunden wurden.

Ursprünglich plante Ford ein Kompakt-SUV und ein Elektroauto, um die neu Flotten-Verbrauchsziele erreichen zu können. Punkt. Heraus kamen ein Allerwelts-SUV und Elektro-Zwitter aus aerodynamisch optimierter Limousine und SUV. Das waren beides sehr vernünftige aber eben auch komplett austauschbare Entwürfe. Ford-intern wurde sogar gekrittelt, dass man viele Produkte ohnehin nur noch am blauen Pflaumenlogo erkenne, so austauschbar sei die Optik. Ted Cannis, der zur Entwicklungszeit Chef des Elektrifizierungsprogrammes war, brachte das E-Auto-Design laut „Detroit Free Press“ auf den Punkt: „Es war halt nur ein Auto!".

Die "Detroit Free Press" hat jetzt Skizzen und Tonmodelle aus dem Design-Prozess veröffentlicht, der dann zur finalen Gestaltung führte.  Farley, in seiner Rolle als Global Market Manager, "erkannte, dass Ford offensichtliche Produktstärken in einem überfüllten Markt identifiziert und genutzt werden mussten, um Fords Profil zu schärfen. Baumbick sagte:

„Die Entwürfe, die wir hatten, waren dazu nicht in der Lage. Es gab nichts, was an ihnen einzigartig war."

Jim Farley, den der damalige Ford-Chef Jim Hackett gerade aus Europa zurückbeordert hatte, drückte es laut Detroit Free Press noch drastischer aus. Er sagte:

„Houston, wir haben ein Problem! Das Auto sieht aus wie ein Wissenschaftsprojekt!"

Farley holte sich die Rückendeckung seines Chefs und des damaligen Ford-CEO, Jim Hackett, und ließ die Projekte komplett überarbeite, was umso schwerer war, als Bill Ford, Eigentümer und oberster Gralshüter des Familienunternehmens eingefleischter Mustang-Fan ist und sofort Lunte roch: „Ihr spielt aber nicht mit dem Mustang herum?“ fragte er kritisch, als Farley und Hackett erklärten, dass sie für das E-Fahrzeug eine außergewöhnliche Idee hätten. Nun ja, taten sie Gott sei Dank doch und nach zwei Jahren „Bearbeitung“ soll Bill Ford selbst neugierig geworden sein und stimmte dem Redesign zu.

Nach dem Mach-E nahm man sich den Bronco vor, der zwar den Namen wiederbeleben sollte, optisch aber nichts mit dem ebenfalls kompakten Ur-Bronco zu tun hatte. Durch das Re-Design entstand aber ein spannendes Retro-Produkt, dass durchaus das Zeug hat, dem Jeep Wrangler und dem Mercedes-Benz G Kunden abzuziehen, die auf einen kantigen Retro-Style stehen.

Was bedeutet das?

Ja, über den „Mustang“ als Ikone kann man trefflich diskutieren. Und doch spricht das Ergebnis eine klare Sprache: Als Mustang Mache-E ist er neue Ford-Stromer so viel begehrenswerter als er einst geplant war. Denn schicke "Irgendwasse" kann Asien mittlerweile auch sehr gut. Jim Farley hatte Recht – und ist aktuell der richtige Mann, Ford in die Zukunft zu führen.

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