Ford: Ab 2030 nur noch rein elektrische Pkw in Europa

Auch bei Ford nimmt die Elektrifizierung jetzt rasant an Fahrt auf: Schon ab 2030 will man in Europa nur noch rein elektrische Modelle verkaufen.

Der Mustang Mach E bildet nur den Auftakt einer jetzt breit angelegten Elektrifizierungsstrategie bei Ford. | Foto: Ford
Der Mustang Mach E bildet nur den Auftakt einer jetzt breit angelegten Elektrifizierungsstrategie bei Ford. | Foto: Ford
Gregor Soller

Erst kürzlich gab Ford die Aufstockung seiner Investitionen in rein elektrische und autonome Fahrzeuge bekannt. Bis 2025 sollen mindestens  18 Mrd. Euro in die Elektrifizierung der Produktpalette investiert werden – fast doppelt so viel wie eigentlich geplant. Jetzt legte man nochmal eine Schippe drauf: In Europa soll das Pkw-Portfolio bis 2030 komplett elektrifiziert werden. Die Vans sollen parallel mitgezogen werden, allerdings hält man sich hier noch eine Hintertür offen. Was damit auch für die Vans von Volkswagen Nutzfahrzeuge gilt.

VW ist ein gutes Stichwort: Den der Wolfsburger Sparringspartner, der mittelfristig von Ford die künftige Transit-Palette unter VW-Branding übernehmen wird, stellt Ford dafür den künftigen Caddy als Connect- und Courier-Abwandlung samt der MEB-Plattform auf den Hof. Der erste Ford-Stromer auf MEB-Basis soll in Köln dem Fiesta nachfolgen.

Fords Plan sieht aktuell so aus: Bis Mitte 2026 sollen alle von Ford verkauften Pkw entweder reine Elektroautos oder Plug-in-Hybride sein. 2030 sollen dann alle EU-Ford rei elektrisch fahren. Die Ford-Nutzfahrzeuge der Marke sollen schon bis 2024 teil- oder ganz elektrisch sein. Bis 2030 sollen dann zwei Drittel der abgesetzten Nutzfahrzeuge Voll- oder Teilzeit-Stromer sein. Fords Europa-Präsident Stuart Rowley erklärt dazu:

 „Wir streben mit aussagekräftigen neuen Fahrzeugen und einem vernetzten Kundenerlebnis auf Weltklasse-Niveau eine vollelektrische Zukunft in Europa an.“

Für die Elektrifizierung des Portfolios will Ford am Standort Köln rund 830 Millionen Euro in die Modernisierung des dortigen Werks investieren. Die bestehende Automontage soll das erste auf Elektrofahrzeuge spezialisierte Produktionszentrum des Konzerns in Europa werden. Als erstes Elektromodell soll dort ein für 2023 angekündigtes Modell speziell für europäische Kunden entstehen, dabei dürfte es sich um einen kompakten SUV handeln. Ein weiteres Modell auf MEB-Basis darüber oder darunter ist nötig und wird derzeit geprüft.

Elektrifizierte Fahrzeuge mit auf die Kunden zugeschnittenen digitalen Diensten samt einem modernen Nutzfahrzeugprogramm soll laut Rowley die Basis für ein nachhaltiges und profitables Europageschäft von Ford werden.

Was bedeutet das?

Fast alle Marken kündigen derzeit riesige Umbauprogramme an, nur Ford hatte außer dem Mustang Mach-E eher wenig zu vermelden. Das ändert sich gerade: Hinter den Kulissen wird auch in Dearborn und Köln heftig an einer neuen Zukunft gearbeitet, zu der demnächst weitere Details folgen sollen.

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