Förderung für Erdgas-Lkw: LNG schwer gefragt - E-Trucks kaum

Förderprogramm für umweltfreundliche Lkw des Verkehrsministeriums ist ausgeschöpft. Gefragt sind LNG-Trucks, mit je 12.000 Euro bezuschusst. Nur 71 Anträge für E-Trucks, trotz 40.000 Euro Zuschuss.

Gute Resonanz: Vor allem LNG-Lkw waren gefragt, für E-Lkw gab es dagegen nur 71 Anträge, wobei hier auch das Fahrzeugangebot überschaubar ist. | Grafik: Zukunft Erdgas
Gute Resonanz: Vor allem LNG-Lkw waren gefragt, für E-Lkw gab es dagegen nur 71 Anträge, wobei hier auch das Fahrzeugangebot überschaubar ist. | Grafik: Zukunft Erdgas
Johannes Reichel
von Radosveta Angelova

Im Juli 2018 wurde das Förderprogramm „Energieeffiziente und/oder CO2-arme schwere Nutzfahrzeuge“ des Bundesverkehrsministeriums eingeführt, um befristet bis Ende 2020 die Anschaffung von Erdgas- und Elektro-Lkw zu bezuschussen. Das Fördervolumen des Programms ist bereits jetzt ausgeschöpft. Insgesamt wurden 2.932 Förderanträge gestellt, 97 Prozent der Anträge entfielen auf Lkw mit Erdgasantrieb. Besonders stark nachgefragt wurden Lkw mit Flüssigerdgasantrieb (LNG), insgesamt 2.363 Anträge wurden jeweils mit 12.000 Euro bezuschusst. Weitere 498 Anträge wurden für Fahrzeuge gestellt, die mit komprimiertem Erdgas (CNG) angetrieben werden; diese wurden mit jeweils 8.000 Euro gefördert. Für Elektro-Nutzfahrzeuge hingegen gingen im gleichen Zeitraum lediglich 71 Anträge ein, obwohl deren Förderung mit bis zu 40.000 Euro pro Fahrzeug am umfangreichsten ausfiel. Allerdings ist das Fahrzeugangebot an rein elektrischen Lkw noch immer äußerst überschaubar und die Anschaffungskosten bis zu dreimal höher.

„Die starke Nachfrage zeigt eindrucksvoll, dass immer mehr Logistiker sich ihrer Verantwortung bewusst sind und aktiv zum Umweltschutz beitragen wollen. Eine große Mehrheit setzt dabei auf emissionsarme Erdgas-Lkw. Sie sind schon heute technisch ausgereift und bieten daher schnellen und kosteneffizienten Klimaschutz. Wir freuen uns, dass immer mehr Logistiker diese Vorzüge erkennen", meint Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas.

Der Erdgas-Antrieb habe im Vergleich zum konventionellen Diesel-Antrieb viele ökologische Vorteile, wirbt die Initiative. Zum einen verursache Erdgas bis zu 90 Prozent weniger Feinstaub, zum anderen sei auch der Ausstoß von Stickoxiden deutlich reduziert. Auch die CO2-Emissionen sollen um bis zu 25 Prozent sinken, die Lärmemissionen werden um die Hälfte reduziert. Mit Biogas im Tank könnten die Lkw nahezu klimaneutral fahren und auf ein kontinuierlich wachsendes Tankstellennetz von über 300 Tankstellen zurückgreifen, das entlang der wichtigen Verkehrsachsen in Europa auf- und ausgebaut wird. Die Zukunft Erdgas als Initiative der deutschen Gaswirtschaft unterstützt diese Entwicklungen, unter anderem als Vertreter der Marke und des Produkts Erdgas gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verbrauchern.

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