Förderstrategie „5x20x2025“: Reallabore für autonomes Fahren

Der 6. VDV-Zukunftskongress widmet sich dem Thema fahrerlose Busse im ÖPNV.

Bis 2025 sollen vermehrt autonome Shuttles im ÖPNV eingesetzt werden. (Foto: ioki)
Bis 2025 sollen vermehrt autonome Shuttles im ÖPNV eingesetzt werden. (Foto: ioki)
Redaktion (allg.)
von Claus Bünnagel

140 internationale Fachleute und Interessierte aus Branche, Industrie und Politik nehmen am 6. VDV-Zukunftskongress in München teil, der heute zu Ende geht. Im Fokus der zweitätigen Tagung in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsforum stehen neben strategischen Vorträgen der Verkehrsunternehmen und der Industrie, insbesondere die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen. 

Auf dem Kongress und in den Fachgesprächen dieser Tage wird deutlich, wie sehr die Verkehrsunternehmen aktiv an der Umsetzung und dem Hochlauf neuer Systeme beteiligt sind. Autonomes Fahren ist nicht mehr nur Zukunftsmusik, es ist bereits ein Gegenwartsthema. Mit der jüngsten Verabschiedung der Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs- und Betriebsverordnung (AFGBV) durch den Bundesrat, ist der rechtliche Rahmen für das autonome Fahren nun gesetzt. Wir wollen diesen als Branche nutzen und autonome Verkehrsangebote in die Fläche bringen. (VDV-Vizepräsident Werner Overkamp)

Vom Reallabor in den kommerziellen Regelbetrieb 

Darüber hinaus werden Projektberichte und Forschungsergebnisse aus dem In- und Ausland vorgestellt. Um das Potenzial für die Branche zu heben, sei es erforderlich, Innovationen zu bündeln, Flotten aufzubauen und in den Wirkbetrieb zu kommen. Die Branchenfachleute werben auch auf dem Kongress für mehr Innovationspartnerschaften mit der Industrie, um die neuen Konzepte und Technologien in Kooperation mit deutschen Verkehrsunternehmen in den fahrplanmäßigen Betrieb und in die Fläche zu bekommen. Damit die Umsetzung gelingen kann, seien für die kommenden Jahre jedoch neue Förderinstrumente nötig.

Autonomes Fahren erweitert das klassische ÖPNV-Angebot, ob auf den Linien oder on demand, und kann so das Gesamtangebot auf ein neues Niveau heben – und es kostet Geld. Der Wunsch der Branche ist klar: Die Umsetzung des autonomen Fahrens im ÖPNV sollte mit einer Bundesförderung von Flotten von ÖPNV-Shuttles, die nach Level 4 autonom in bestimmten Betriebsbereichen fahren, vorangetrieben werden, um die Entwicklung in Deutschland als Leitmarkt zu forcieren. (Overkamp)

Neue Förderstrategie

Der Branchenverband VDV hatte sich auf Kongress für eine neue Förderstrategie „5x20x2025“ für das autonome Fahren ausgesprochen.

Wir brauchen mindestens fünf Reallabore mit jeweils 25 Fahrzeugen in verschiedenen Einsatzgebieten, mit dem Ziel, diese bis 2025 in den kommerziellen Betrieb zu bringen. (Overkamp)

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