Fisker plant revolutionäres E-Auto mit Foxconn

Nach dem „Ocean“ soll schon 2023 der Fisker „Pear“ kommen. Das steht für „Personal Electric Automotive Revolution“, was übersetzt „Persönliche Elektroauto-Revolution“ bedeutet.

Bisher existiert vom Projekt "Pear" nur eine ganz grobe Volumenskizze. | Foto: Fisker
Bisher existiert vom Projekt "Pear" nur eine ganz grobe Volumenskizze. | Foto: Fisker
Gregor Soller

Eigentlich hat Henrik Fisker eine vergleichsweise unaufgeregte US-Modellpalette präsentiert. Neben dem schon seit langem gezeigten Luxusliner „Emotion“, der 2023 mit Festkörperakku kommen soll, steht natürlich das SUV „Ocean“ im Mittelpunkt, das mit Magna gebaut wird. Dazu hat Fisker noch einen Pick-up und ein SUV-Coupé gezeigt. Konkret ist aber nur der Ocean, der noch 2021 im Magna-Werk in Graz in Serie gehen soll. Denn mit ihm zielt der gebürtige Däne auch auf den EU-Markt.

Doch schon 2023 will Fisker etwas „Revolutionäres“ nachschieben, diesmal nicht mit Magna, sondern eben mit Foxconn, der Auftragsfertiger von Apples iPhones. Foxconn stieg bereits im Januar 2021 bei Byton ein und unterhält ein Joint-Venture mit Geely. Der taiwanesische Auftragsfertiger entwarf eine eigene Elektroauto-Plattform, die Partnern angeboten wird. Zu denen scheint künftig auch Fisker zu gehören und vielleicht eines Tages, wie beim iPhone auch, Apple. Denn der Apfel-Konzern kommt bei seinem Car-Projekt mit etablierten Autoherstellern wohl nicht so recht weiter. Weder mit Kia noch mit Nissan soll man Erfolg gehabt haben, auch weil das Apple-Car keinen Hinweis auf den Kooperationspartner geduldet hätte.

Doch zurück zu Fisker: Nachdem die Plattform steht und Foxconn schnell skalieren kann, soll das neue Modell bis 2023 fertig sein. In der jetzt unterzeichneten Absichtserklärung ist die Rede von einem sehr hohen Produktionsvolumen von 250.000 Fahrzeugen pro Jahr – für ein Auto, das sich nicht in bestehende Kategorien einsortieren lassen soll. Hier bleibt Fisker eher kryptisch. Gemeinsam wolle man mit Foxconn ein „bahnbrechendes neues Segment-Fahrzeug“ entwickeln.

Daten nennt Fisker bislang keine, es gibt lediglich eine abstrakte Skizze, die an ein Holzspielzeug erinnert und von den Volumina auf ein weiteres SUV hindeutet. Doch Fisker ist bekannt für starke Visionen, zu denen immer stärker ein ethischer Anspruch kommt:

„Wir werden ein Fahrzeug schaffen, das soziale Grenzen überwindet, eine Verbindung aus fortschrittlicher Technik, Design, Innovation und Kosteneffektivität bietet und gleichzeitig unser Engagement für die Schaffung der nachhaltigsten Fahrzeuge der Welt erfüllt“.

Hohe Ziele für ein Projekt, von dem nur eine abstrakte Skizze existiert und das binnen zwei Jahren auf der Straße sein soll.

Was bedeutet das?

Grundsätzlich hört sich das Fisker-Ziel ambitioniert und sozial an – und klingt doch sehr abstrakt. Denn der „Ocean“ kommt da deutlich bodenständiger und gar nicht so revolutionär daher. Deshalb darf man doppelt gespannt sein: Erstens – ob und wie die „Revolution“ umgesetzt wird und zweitens – ob das wirklich bis 2023 gelingen kann.

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