Fisker plant „Pear“ mit Foxconn

Nach dem E-SUV Ocean, dass mit Magna entsteht, soll das zweite Modell von Fisker, das unter dem Projektnamen PEAR (Personal Electric Automotive Revolution) läuft, mit Apple-Auftragsfertiger Foxconn entstehen.

Vom "Pear" hat Henruik Fisker bisher nur sehr abstrakte Grafiken veröffentlicht. Hier steht er vor einer Powerwall, an der sich ebenfalls (noch) nicht viel erkennen lässt. | Foto: Fisker
Vom "Pear" hat Henruik Fisker bisher nur sehr abstrakte Grafiken veröffentlicht. Hier steht er vor einer Powerwall, an der sich ebenfalls (noch) nicht viel erkennen lässt. | Foto: Fisker
Gregor Soller

Fiskers „Pear“-Projekt wird konkreter: Das Modell solle ein Elektrofahrzeug in einem „neuen Segment“. Bisher existiert davon nur eine ungewöhnliche Skizze. Jetzt unterzeichneten Fisker und Foxconn eine Rahmenvereinbarung, in welcher die wichtigsten Eckpunkte des Projekts PEAR (Personal Electric Automotive Revolution) konkret festgehalten wurden. Das neuartige Elektrofahrzeug soll vor Subventionen zu einem Basispreis von 30.000 US-Dollar angeboten werden und ab dem vierten Quartal 2023 zunächst in den USA montiert werden, später auch an anderen Standorten. Angestrebt wird mittelfristig eine Jahresproduktion von 250.000 Fahrzeugen. Das Modell, dass das Fisker-Logo tragen wird, soll in Nordamerika, Europa, China und Indien verkauft werden. Als Basis soll eine gemeinsam entwickelte Leichtbauplattform mit der Bezeichnung „FP28“ dienen.

Basis könnte dafür die Foxconn-Elektroauto-Plattform MIH sein. Optional könnte das auch die SEA-Plattform sein, die Foxconn gemeinsam mit Geely entwickelt, um hier ebenfalls als Auftragsfertiger anzutreten. Auch über Twitter treibt Fisker das Projekt jetzt voran. Nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding sollen in Arbeitsgruppen Design, Technologie, Engineering und Fertigung festgelegt werden. Wegen des straffen Zeitplans sollen die Gespräche bereits im zweiten Quartal abschlossen und dann eine formelle Partnerschafts-Vereinbarung unterzeichnet werden.

Hohe Erwartungen wegen großer Ankündigungen

Die Erwartungen sind hoch, denn Foxconn will mit MIH nicht weniger als ein „Android-System der EV-Industrie“ schaffen und Fisker will ein Fahrzeug schaffen, „das soziale Grenzen überschreitet, eine Kombination aus fortschrittlicher Technologie, erstrebenswertem Design, Innovation und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und gleichzeitig unser Engagement für die Schaffung der nachhaltigsten Fahrzeuge der Welt erfüllt“. Henrik Fiske rar hier schon immer stark im Ankündigen. Young-way Liu, Vorsitzender der Foxconn Technology Group, steigt hier technisch etwas tiefer ein: Am wichtigsten bei den Plattformen sei der Elektromotor samt elektrischem Steuermodul und der Akku. Hier hätte man die Vorteile einer außergewöhnlich vertikal integrierten globalen Lieferkette und das beste Supply-Chain-Management-Team in der Branche.

Zur Unterstützung der Arbeit am Projekt „Pear“ haben die beiden Unternehmen ein gemeinsames Verwaltungsbüro in den USA und Taiwan eingerichtet, um die Bereiche Design, Engineering, Einkauf und Fertigung zu koordinieren.

Was bedeutet das?

Fisker setzt mit „Ocean“ und „Pear“ auf völlig unterschiedliche Plattformen und Konzepte. Preislich liegen die beiden Modelle allerdings nicht so weit auseinander, wie das konzeptionell kommuniziert wird: Der „Ocean“ ist ein gut gemachtes variables Elektro-SUV, vom „Pear“ existiert bisher nur eine abstrakte Skizze. Die hinter den Kulissen augenscheinlich gerade mit Technik und Leben gefüllt wird. Man darf gespannt sein, wie Fisker und Foxconn das Projekt weitertreiben.

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