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Finanzielle Vorteile beim Laden

Der Staat unterstützt auch das elektrische Laden finanziell und möchte Haus- und Betriebsladung gleichstellen.

Auch das Laden wird vom Staat finanziell unterstützt. | Foto: G. Soller
Auch das Laden wird vom Staat finanziell unterstützt. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Auch das elektrische Laden wird gefördert. Doch hier müssen einige „Fallstricke“ beachtet werden. Zwei grundsätzlich verschiedene Fälle, die jedoch aus steuerlicher Sicht identisch behandelt werden, sind das Laden beim Arbeitgeber (§ 3 Nr. 46 EstG) – und die gewährten Vorteile für das Aufladen von Elektrofahrzeugen beim Arbeitgeber oder zuhause. Hier muss man unterscheiden zwischen Elektroautos, die als Betriebsfahrzeuge dienen und die den Arbeitnehmern überlassen und auch privat genutzt werden.

Dazu kommen die E-Autos, die sich im Besitz des Arbeitnehmers befinden und beim Arbeitgeber aufgeladen werden. Der Vorteil: Das Aufladen von mitarbeitereigenen E-Kraftfahrzeugen sowie von vom Arbeitgeber gestellten E-Fahrzeugen mit privatem Nutzungsanteil (Dienstwagen) beim Arbeitgeber ist von der Einkommensteuer befreit. Auch der dafür günstiger angebotene oder kostenfrei gestellte Strom ist steuerfrei. Allerdings muss sich die Ladestation ortsfest auf dem gewerblichen Grund des Betriebes befinden oder sie muss auf dem Grund eines mit diesem Arbeitgeber verbundenen Unternehmens stehen.

Auch das Laden von Arbeitnehmer-Pedelecs beim Arbeitgeber ist steuerfrei und wird nicht mehr als geldwerter Vorteil eingestuft. Auch der dafür verwendete Strom ist steuerfrei. Damit hob der Gesetzgeber den Ausschluss von Fahrrädern und Pedelecs von den Steuererleichterungen auf. Bisher galt diese Steuerfreiheit nur für Kraftfahrzeuge.Einzige Einschränkung: Die Steuerfreiheit des Ladestroms bezieht sich auf den zu versteuernden geldwerten Vorteil. Das heißt nicht, dass dieser Strom automatisch von der Strom- oder der Umsatzsteuer befreit wird! Der Grund hierfür ist die Einhaltung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Billigkeit). Dies ändert nichts an der Sache, da die dabei infrage stehenden Summen keinen wesentlichen Bruchteil der Freigrenze für die Besteuerung von geldwerten Vorteilen von 44 €/Monat ausmachen.

Etwas anders verhält es sich bei der Inanspruchnahme der 0,5-Prozentregelung für elektrische Dienstwagen. Hier ist der Ladestrom respektive die darauf zu entrichtende Steuer bereits im monatlichen Aufschlags-Betrag enthalten und wird mit diesem abgegolten. Im Fahrtenbuch werden die entsprechenden Kosten nicht in die Fahrzeug-Gesamtkostenrechnung einkalkuliert. Das ist damit begründet, dass rund 80 Prozent aller Ladevorgänge am Arbeitsplatz oder zu Hause getätigt werden.

Achtung, wenn zu Hause über eine stationäre Ladeeinrichtung geladen wird. Hier muss man differenzieren, ob die Ladeeinrichtung ganz oder teilweise ins Eigentum des Arbeitnehmers übergeht oder diesem nur leihweise auf Zeit überlassen wird. Denn hier wird auch steuerrechtlich differenziert. Die ganze oder teilweise Übereignung einer Ladeeinrichtung durch den Arbeitgeber kann von diesem pauschaliert mit 25 Prozent Lohnsteuer belastet werden. Die Bemessungsgrundlage für den Pauschalbetrag ist der Erwerb der Ladestation samt deren Installation mit allen zugehörigen Aufwänden, wobei die Umsatzsteuer mit eingeschlossen ist. Vom Arbeitgeber übernommene oder bezuschusste Auslagen des Arbeitnehmers für eine eigenfinanzierte Ladestation und deren Betrieb können pauschaliert mit 25 Prozent durch den Arbeitgeber abgegolten werden (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG). Dies gilt nicht für den zur Ladung genutzten Strom. Auch wenn der Arbeitgeber die Ladevorrichtung übereignet hat, kann er zudem deren Betriebsaufwendungen durch den Arbeitnehmer bezuschussen oder ganz übernehmen. Diese Kosten kann er ebenfalls mit 25 Prozent Lohnsteuer belasten.

Ebenfalls pauschaliert besteuert werden können Zuschüsse des Arbeitgebers für die Nutzung einer privaten Ladestation des Arbeitnehmers: Sofern diese Aufwendungen des Arbeitnehmers regelmäßig anfallen und er diese exemplarisch für einen Zeitraum von drei Monaten nachweist. Die Pauschalen richten sich nach der Art des Fahrzeugs (Batterieelektrisch oder Plug-in-Hybrid) und dem Existieren oder Fehlen einer Lademöglichkeit beim Arbeitgeber. Grund ist auch hier die Tatsache, dass rund 80 Prozent der Ladevorgänge entweder beim Arbeitgeber oder zuhause erfolgen. Der Anspruch des Gesetzgebers: Die Ladung zu Hause soll mit der Ladung im Betrieb gleichbehandelt werden.

Anders bei den vom Arbeitgeber daheim leihweise überlassenen Ladegeräten: Sie sind lohnsteuerfrei, ebenfalls deren Installation und Betrieb. Der zuhause zum Laden bezogene Strom ist dagegen steuerpflichtig, auch wenn er vom Arbeitgeber bezuschusst oder übernommen wird. Denn diese eventuellen Kostenübernahmen gelten dann als steuerpflichtiger Arbeitslohn, wenn damit ein arbeitnehmereigenes Fahrzeug geladen wird. Bei einem Dienstfahrzeug gilt die Erstattung der durch den Arbeitnehmer getragenen Stromkosten als steuerfreier Auslagenersatz (§ 3 Nr.50 EStG), weil diese Kosten für das Unternehmen selbst anfallen. Die überlassene Ladevorrichtung kann auch steuerfrei für private Zwecke benutzt werden. Übereignete oder geschenkte Ladeanlagen werden dagegen inklusive Installation und Betrieb pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer belastet.

Worauf immer zu achten ist: Der Strom für das Laden zuhause ist nicht steuerbefreit. Etwas einfacher ist es bei Dienstreisen mit privaten Elektrofahrzeugen: Diese können per Kilometerpauschale abgerechnet werden, auch wenn der Arbeitnehmer für diese Fahrzeuge steuerfreie oder pauschaliert besteuerte Leistungen vom Arbeitgeber erhält. Werden die Aufwände nicht pauschaliert, bleiben die Leistungen des Arbeitgebers bei der Berechnung der Gesamtaufwände des Arbeitsnehmers unberücksichtigt. Die steuerfreien Vorteile müssen nicht im Lohnkonto verzeichnet werden, pauschal besteuerte Leistungen indes schon.

Was bedeutet das?

Der Gesetzgeber versucht über Steuererleichterungen auch das Laden zu fördern. Hier muss man jedoch exakt differenzieren, wem die Fahrzeuge gehören und von wem sie wie sie genutzt werden.

 

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