Festessen: Energie ausreichend für 10.000 Elektroauto-Weltreisen

Die Energie, die bei unseren britischen Nachbarn für die Zubereitung der Festtagstruthähne aufgewendet wird, reicht aus, die Welt über 10.000 Mal in einem Elektroauto zu bereisen. Hinter den Berechnungen steckt das Unternehmen ChargePoint Inc, das das Weihnachtsessen mit der Reise in einem Elektroauto um die Welt verglichen hat – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Hungrige Briten: Über zehn Millionen gebratene Truthähne gab es letztes Jahr in Großbritannien zu Weihnachten. | Foto: Pixabay
Hungrige Briten: Über zehn Millionen gebratene Truthähne gab es letztes Jahr in Großbritannien zu Weihnachten. | Foto: Pixabay
Funda Kaplan

Mit der Energie, die in Großbritannien beim Braten der Weihnachtstruthähne anfällt, könnte ein Elektroauto 10.000 Mal um die Welt fahren. Ein Nissan Leaf (2016) würde die Strecke zum Mond 583 Mal hin- und zurückschaffen oder könnte alternativ viermal den Mars umkreisen. Auf diese Berechnungen kommt das Unternehmen ChargePoint Inc auf Grundlage von Zahlen aus dem letztem Jahr: Weihnachten 2018 wurden ca. zehn Millionen Truthähne in England gebraten.

In Wirklichkeit verbraucht der einfache Akt der Truthahnzubereitung am Weihnachtstag so viel Energie, wie nötig wäre, um 35.996 Nissan Leafs ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen oder 293.821 Mal über die britische Insel zu fahren bzw. „von John o‘Groats nach Land‘s End“, wie eine lokale Redewendung besagt.

„Es ist eine festliche und lustige Zeit des Jahres, in der sich viele Familien am Esstisch treffen. Was viele Menschen jedoch nicht wissen, ist, dass die Menge an Energie, die sie verwenden, um ihr Festessen zu kochen, sie tatsächlich mehrmals um die Welt befördern könnte“, so Chris Burghardt, Managing Director für Europa bei ChargePoint.

Auch wenn dies alles ein wenig unrealistisch ist, unterstreicht es doch einen wichtigen Punkt. In jüngster Zeit gab es Bedenken darüber, wie gut das britische Stromnetz auf die unvermeidliche Elektrifizierung des Verkehrs vorbereitet ist. Als Gesellschaft haben wir Rituale und Alltagsaktivitäten, die hohe Anforderungen an unsere Strominfrastruktur stellen. Wenn jeder seinen Truthahn zur gleichen Zeit in einem Ofen braten würde, gäbe es Probleme. Die Sache ist die: Nicht alle kochen gleichzeitig!

Burghardt: „Das Gleiche gilt für Elektroautos. Die Fahrer laden ihre Autos als Teil ihrer persönlichen Alltagsroutine auf – die meiste Zeit bei der Arbeit, zu Hause und in der Stadt, während sie Besorgungen oder Urlaubseinkäufe erledigen. Dies wird für jeden Einzelnen unterschiedlich sein. Da die elektrische Last insgesamt sinkt, tragen Elektroautos außerdem dazu bei, die Last auszugleichen, was für Fahrer und Energieversorger gut ist.“

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