FCA zeigt E-Mobilität in Mailand und setzt Ducato und Cinquecento unter Strom

Fiat Chrysler bündelte sein überschaubares Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen auf der Heimat-Messe in Mailand "e_mob". Doch 2020 will man mit Transporter und Kleinwagen gehörig Strom geben.

Kleine Leistungsschau: FCA fuhr seine bisher noch eher bescheidenen, aber künftig zunehmenden Beiträge zur Elektromobilität in Mailand auf. | Foto: FCA
Kleine Leistungsschau: FCA fuhr seine bisher noch eher bescheidenen, aber künftig zunehmenden Beiträge zur Elektromobilität in Mailand auf. | Foto: FCA
Johannes Reichel

Der Automobilhersteller Fiat Chrysler Automobiles (FCA) war einer der Hauptdarsteller der Messe „e_mob" in Mailand, die bis 28. September 2019 im Palazzio Lombardia die Aspekte der Elektro-Mobilität beleuchtete. Bei dem Festival zur Elektro-Mobilität wollten die Veranstalter Berühungsängste abbauen und die Technologie einem breiten Kundenkreis zugänglich machen. Um dies zu gewährleisten, hat FCA etwa mit den Unternehmen EnelX und Engie entsprechende Abkommen geschlossen, mit denen besonders die häusliche Ladeinfrastruktur, die damit verbundenen Dienstleistungen sowie der Absatz von Fahrzeugen mit Hybridtechnologie (PHEV) und vollständig batteriebetriebenen Fahrzeugen (BEV) gefördert werden sollen. Darin eingeschlossen sind auch Forschung und Erprobung von neuen Technologien, mit denen die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) von E-Fahrzeugen reduziert werden.

Ein zentrales Thema der Messe sei auch die Vereinfachung von Prozessen gewesen, mit denen Ladestationen beispielsweise an Wohnanlagen errichtet werden können. Fachleute gehen davon aus, dass diese Methode in naher Zukunft am häufigsten von Elektroauto-Besitzern genutzt werde, so der Anbieter. Ein Beitrag des Herstellers soll hier auch das Konzeptfahrzeug Fiat Centoventi darstellen, das einen Einblick in die Technologie, die Designsprache und die Markenwerte des Unternehmens in den nächsten Jahren gewährt. Auch der Jeep Compass PHEV zeige einen Weg auf, bei dem ein konventioneller Verbrennungsmotor an der Vorderachse von einem Elektromotor an der Hinterachse unterstützt wird. Auf diese Weise lasse sich das Motordrehmoment besser als mit jedem mechanischen System an unterschiedliche Traktionsverhältnisse anpassen.

Konkrete Pläne: Fiat Ducato und Cinquecento 2020 unter Strom

Speziell für Kurier-, Liefer- und Transportdienste, die von Fahrverbotszonen in Innenstädten betroffen sind, zeigte der Anbieter mit dem Fiat Ducato Electric einen möglichen Ausweg. Von dem für Frühjahr 2020 in ersten gewerblichen Testflotten angekündigten Fahrzeug werden alle Karosserieversionen und alle Zuladungsklassen verfügbar sein. Zudem hat der Hersteller für Sommer 2020 einen vollelektrischen Fiat 500 angekündigt, der auf einer neuen und eigenständigen E-Plattform basieren soll und möglicherweise auch als Fünftürer kommt. Dabei könnte es sich um das Chassis handeln, das bereits in Gestalt des Centoventi präsentiert wurde. Derzeit wird jedenfalls das Turiner Stammwerk Mirafiori für 700 Millionen Euro ertüchtigt für den Start ins Elektro-Zeitalter, um bis zu 80.000 Exemplare des 500 Electric fertigen zu können. Bisher gab es vom 500er nur ein erfolgloses US-Modell sowie eine Umbaulösung des Hamburger Spezialausrüsters Karabag.

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