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FCA-Werk Melfi: Hier schlägt das italienische Herz der Marke

Das FCA-Werk Melfi gehört zu den größten und modernsten Autofabriken des Konzerns und verfügt über eine eigene „Academy“ - wir durften einen Blick hinter die Kulissen werfen.

In Melfi entstehen aktuell die Jeep-Modelle Compass und Renegade sowie der Fiat 500 X (v.r.) | Foto: G. Soller
In Melfi entstehen aktuell die Jeep-Modelle Compass und Renegade sowie der Fiat 500 X (v.r.) | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Ein Blick hinter die Kulissen eröffnet manchmal das Verständnis für größere Zusammenhänge. Zum Beispiel wie wichtig das Werk Melfi für FCA ist. Eröffnet wurde es 1994 mit der Produktion des ersten Fiat Punto. Es folgten Punto 2 und 3 sowie zeitweise auch der Lancia Y (bis 2011). Charaktristisch ist der zentrale halbkreisförmige Bereich im Stile eines römischen Amphitheaters, außerem fallen die eleganten Verkleidungen der Werkshallen ins Auge. Die Lage ist mitten in Puglien, rund 100 Kilometer östlich von Neapel eher dezentral, hier spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass in diesem Bereich Italiens  neue Jobs geschaffen werden sollten, welche in der Regel auch weniger hoch bezahlt werden müssen als in Turin, Mailand oder Modena. Und während so manche FCA-Fabrik eher dezent ausgelastet ist, läuft Melfi auf Hochtouren: Zwar ist auf dem Areal selbst wenig Verkehr und es geht in den riesigen Hallen luftig zu, doch die Bänder spucken täglich im Dreischichtbetrieb bis zu 1200 Fiat 500X, Jeep Compass und Renegade aus – alle drei Baureihen nutzen die gleiche Plattform.

Seit Produktionsstart der Jeeps 2014 verließen 900.000 Einheiten des B-Segment-SUV verließen das Werk. Insgesamt stellte Melfi seit seiner Eröffnung bis September 2019 rund 7,4 Millionen Pkw her. Die jetzige Erweiterung der Produktion um die PHEV-Modelle von Jeep Compass und Renegade bekräftigt den Investitionsplan von FCA für Italien, den das Unternehmen für die Jahre 2019 bis 2021 mit einem Gesamtumfang von fünf Milliarden Euro beschlossen hat. Sie stärkt gleichzeitig die globale Rolle des Jeep Compass. Der Start der Produktion ist für das erste Quartal 2020 geplant. Bald darauf wird die Palette der in Melfi gebauten Modelle um die Plug-In-Hybrid-Varianten von Jeep Compass und Jeep Renegade erweitert. So soll die US-Marke schneller auf die Wünsche europäischer Kunden und auf Entwicklungen in den europäischen Märkten reagieren können.

Interessant ist die „Plant Academy“: Anlässlich des Produktionsstarts 2015 für den Jeep Renegade wurde diese gestartet, ein Konzept zur Entwicklung innovativer Ideen und zur Fortbildung der Mitarbeiter. Sie ruht auf drei Säulen: Erstens dient sie der Bildung und Weiterbildung des Personals, um schlicht und ergreifend die Firma zu organisieren. Außerdem generiert die Academy so Wissen und: Sie soll die besten Mitarbeiter identifizieren und helfen, diese weiterzubilden. Außerdem arbeitet man bei FCA immer in Gruppen von sechs Personen plus einem „Teamleader“. Der dann bei entsprechender Qualifikation auch (schneller) weiter aufsteigen kann. Als maßgeblicher Beitrag zur Elektrifizierungsstrategie von FCA wurde dieses „Academy“-Modell seitdem auch auf eine Reihe anderer Werke von FCA übertragen. Aus ihr heraus kamen auch Antriebe zur Optimierung des Werkes: Seit 2016 konnten der Energieverbrauch um 40, der Wasserverbrauch um 60 und er CO2-Ausstoß um 25 Prozent reduziert werden.

Das von 1991 bis 1993 gebaute Werk umfasst heute 1,9 Millionen Quadratmeter und zählt aktuell 7.265 Mitarbeiter, davon etwa 4.000 in der Montage. Auf dem Gelände sind auch Zulieferer, eine eigene Kunststoffkomponentenfabrikation, ein Rohbau-Karosseriewerk samt Pressenstraße, Lackiererei und Montage vereint. Der Maschinenpark umfasst unter anderem 860 Roboter im Karosseriewerk, 54 Roboter in der Lackiererei sowie 278 automatisierte Montagestationen.

Was bedeutet das?

Melfi dürfte aktuell zu den stärksten FCA-Standorten weltweit zählen – und erhielt darum auch den Zuschlag für die Plug-in-Hybride. Während die Jeep-Planungen bezüglich Elektrifizierung bereits stehen, ziert man sich beim Schwestermodell Fiat 500 X noch etwas.

 

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