FCA und Stadt Turin starten gemeinsames Projekt

Der Automobilkonzern Fiat Chrysler Automobiles und die Behörde für Verkehr, Infrastruktur und Mobilität der Stadt Turin starten ihr gemeinsames Projekt „Turin Geofencing Lab“ um in der Innenstadt der norditalienischen Metropole die Zufahrtsberechtigungen von Fahrzeugen mit Elektroantrieb in die verkehrsberuhigten Bereiche zu steuern.

Modernste Ortungstechnologie steuert Einfahrtberechtigungen von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen in verkehrsberuhigte Innenstädte. Foto: Fiat Chrysler Automobiles
Modernste Ortungstechnologie steuert Einfahrtberechtigungen von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen in verkehrsberuhigte Innenstädte. Foto: Fiat Chrysler Automobiles
Lydia Hällmeyer

Die Behörde für Verkehr, Infrastruktur und Mobilität der Stadt Turin und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um in der Innenstadt der norditalienischen Metropole die Zufahrtsberechtigungen von Fahrzeugen mit Elektroantrieb in die verkehrsberuhigten Bereiche zu steuern. Partner im Projekt „Turin Geofencing Lab“ sind 5T, ein stadteigenes Unternehmen, das die ZTL-Zugangsberechtigungen verwaltet, Centro Ricerche Fiat, das Entwicklungszentrum der Marke für Antriebsstränge, Fahrzeugsysteme, Materialien und innovative Prozesse zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Fahrzeugmodelle, sowie GTT, der Betreiber der öffentlichen Verkehrsunternehmen in Turin.

Wie in anderen sogenannten „Smart Cities“ kommunizieren in Zukunft die Infrastruktur und Verkehrsmittel miteinander. In Zusammenarbeit zwischen FCA e-Mobility, der Abteilung des Unternehmens für Elektro-Mobilität, und dem Centro Ricerche Fiat entstand ein noch im Prototypenstadium befindliches System mit vollständig integrierten On-Board-Sensoren, die verkehrsberuhigte Zonen erkennen. Das Telematiksystem an Bord des Fahrzeugs zeigt eine Meldung auf einem entsprechenden Display an und macht den Fahrer darauf aufmerksam, dass er in eine verkehrsberuhigte Zone einfährt. Die Elektronik prüft, ob der elektrische, emissionsfreie Antriebsmodus bereit ist, und aktiviert ihn automatisch. Im Normalfall wechselt das System erst bei der Ausfahrt aus der ZTL automatisch in den Fahrzeugmodus zurück, der vor der Einfahrt aktiviert war. Wird allerdings innerhalb einer ZTL der Fahrmodus in eine nicht-elektrische Stufe geändert, löst das System eine Warnung aus und empfiehlt, wieder in den Elektromodus zu wechseln. Ignoriert der Fahrer diese Empfehlung, wird das Auto durch die von 5T verwaltete digitale Plattform der Stadt Turin anhand der von den Projektpartnern festgelegten Kommunikationsstrategie registriert. Die Zusammenarbeit mit 5T ermöglicht außerdem, die Praxistauglichkeit der Technologie zu überprüfen und automatische ZTL-Zugangserkennungssysteme weiter zu entwickeln.

Nächste Stufe eingeläutet

Nach Ende der Pilotphase, in der ein Jeep Renegade 4xe mit Geofencing-Technologie bereits mehrere hundert Kilometer zurücklegte, wird nun die nächste Stufe des Projektes eingeläutet. FCA liefert zwei Jeep Renegade 4xe an die Stadt Turin, die damit die weltweit erste ist, die mit Autos kommunizieren kann, die im elektrischen Modus durch ihre Straßen fahren. Sobald sich die Geofencing-Strategie in Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen wie dem Jeep Renegade 4xe bewährt hat, können entsprechende Richtlinien implementiert werden. So können Fahrzeugen mit Plug-in-Hybrid-Technologie dieselben Rechte zugestanden werden wie rein elektrisch angetriebenen Autos.

Bürgermeisterin Chiara Appendino: „Davon können der Umweltschutz und die Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität profitieren und so unsere Stadt zu einem besseren Wohnort machen. Öffentlich-private Partnerschaften sind nicht nur nützlich für die Einführung neuer intelligenter Dienste und Technologien, die in großem Maßstab angewendet werden können. Sie stellen außerdem einen bedeutenden Schub für eine Stadt wie Turin dar, die einzigartiges Know-how, weltweit führende Automobilindustrie und hervorragende Forschungseinrichtungen aufweisen kann.“

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