FCA könnte im B-Segment CMP-Plattform von PSA nutzen

Laut einem Medienbericht will FCA für seine Entwicklungen im B-Segment die CMP-Plattform von PSA nutzen und stellt alle Eigenentwicklungen im B-Segment ein.

De Nachfolger des Fiat 500 L dürfte auf der CMP-Plattform von PSA stehen. | Foto: Fiat
De Nachfolger des Fiat 500 L dürfte auf der CMP-Plattform von PSA stehen. | Foto: Fiat
Gregor Soller

Wie das spanische eMobility-Portal Foroselectricos berichtet, will FCA seine Modelle künftig auf die CMP-Plattform von PSA stellen, während die Stromer die e-CMP nutzen würden, auf der alle PSA-Modelle vom Opel Corsa-e bis zum neuen Citroen C4 stehen. FCA kann so die Entwicklungskosten für die nächsten Modelle in diesem Segment erheblich senken – oder krasser ausgedrückt: CMP ermöglicht diese überhaupt erst wieder! So könnte FCA binnen kurzer Zeit einen neuen Fiat Punto/Lancia Y entwickeln und hätte das Rüstzeug für den Nachfolger des Fiat 500L und das geplante  kompakte Alfa-Romeo-B-SUV unterhalb des Tonale, das von Beginn an rein elektrisch geplant war. Die Plattform Foroselectricos beruft sich bei der Meldung auf ein Schreiben, das FCA an seine Mitarbeiter und Zulieferer in Italien und Polen versendet haben soll. Darin wurden die Empfänger aufgefordert, sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit Modellen des B-Segments einzustellen.

Viel Potenzial für einen neuen Fiat Punto und Lancia Y

Da auch die Mitarbeiter in Polen informiert wurden, wo der Lancia Y entsteht, kommt Foroselectricos zu dem Schluss, dass das dortige Werk in Tychy als erstes für die PSA-Plattform umgerüstet werden könnte. Zunächst sollen vor allem die italienischen Marken auf die PSA-Technik zurückgreifen, allerdings könnte auch Jeep die CMP nutzen, um ein weiteres Modell unterhalb des Renegade auf die Räder zu stellen.

Dieser Entscheid kann auch deshalb so schnell umgesetzt werden, da dieser Kooperationsvertrag im B-Segment bereits zuvor, unabhängig von der geplanten Fusion, vereinbart wurde. Sollte die Fusion scheitern, könnte FCA trotzdem die CMP-Technik von PSA nutzen. Der Deal hilft vor allem FCA: Die Franzosen erhalten so schnell mehr Volumen, doch FCA braucht schnell neue Technik. Denn außer den Plug-in-Jeeps, dem neuen Fiat 500e und 2021 dem Alfa Romeo Tonale hat FCA nicht viel Neues angekündigt.  Ein weiterer Vorteil: FCA braucht eigentlich nur neue Karosserien, was binnen zwei Jahren klappen könnte. Dass das geht, bewies der Opel Corsa:  Die Franzosen hatten Opel erst Mitte 2017 übernommen und schon 2019 war der neue Corsa auf CMP-Plattform fertig, obwohl Opel bis dahin noch mit GM-Komponenten geplant hatte.

Oberhalb der CMP-Plattform könnte die größere e-VMP-Plattform von PSA auch für frischen Wind bei den US-Marken Chrysler, Dodge und Ram sorgen, während man bei PSA damit liebäugelt, Peugeot wieder auf den US-Markt zurückzubringen. Allerdings nicht mit den aktuellen Fahrzeuggenerationen von 3008, 508 und Co. Eine Bestätigung seitens der beiden Konzerne für die Informationen gibt es bisher noch nicht.

Was bedeutet das?

Die Kooperation bringt vor allem FCA eine ganz wichtige Blut- respektive Techniktransfusion. So kann man in Windeseile Fiat Punto, 500L und den Lancia Y ersetzen (der jetzt auch noch die neuen Mildhybride erhielt und sich 2019 allein in Italien besser verkaufte als alle Alfa Romeo weltweit!) und hat eine Basis für das neue kompakte Alfa-Romeo-SUV. Wie schnell man wie viele Autos auf diese Plattform stellen kann, demonstriert gerade PSA selbst.

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