Fahrzeugbestand 2022: Verbrenner weit vorn - Stromer im Kommen

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die neuesten Zahlen zum Fahrzeugbestand in Deutschland bekannt gegeben. Dabei fällt vor allem auf, wie gering der Anteil der Elektro-Autos immer noch ist.

Platz 1 bei den BEV in Deutschland 2021 - Fiat 500e.| Foto: Stellantis
Platz 1 bei den BEV in Deutschland 2021 - Fiat 500e.| Foto: Stellantis
Thomas Kanzler

Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat sich der Bestand im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 850.000 Fahrzeuge erhöht. Dabei waren die deutschen Marken wieder auf den vorderen Plätzen. Volkswagen erhöhte seinen Marktanteil leicht um 0,3 Prozent auf 21 Prozent, Mercedes legte um 0,7 Prozent auf 9,5 Prozent zu und auf Platz drei fuhr Opel mit 8,6 Prozent (-1,7%). Bei den Importmarken hielt sich VW-Tochter Skoda auf dem ersten Platz (5,2 Prozent, +3,9 Prozent) vor Renault (3,6%, -1,1%) und Hyundai und Seat mit jeweils 2,9 Prozent (Hyundai +4,4%, Seat +5,0%).

Fast 95 Prozent Benziner und Diesel

Verbrenner machen weiterhin den Löwenanteil des Fahrzeugbestandes aus. Von 48.540.878 PKW, die am Stichtag 1. Januar 2022 auf Deutschlands Straßen zugelassen waren, wurden 63.9 Prozent (rund 31 Millionen Autos) mit Benzin-Motoren angetrieben und 30,5 Prozent (etwa 14,8 Millionen Fahrzeuge) waren Diesel.

Elektro gibt Gas

Erhebliche Steigerungen bei den alternativen Antriebsarten wiesen erneut Elektrofahrzeuge (BEV) mit 618.460 Einheiten und Hybridfahrzeuge einschließlich der Plug-in-Hybrid-Pkw mit 1.669.051 Einheiten auf. Der Anteil an Elektro-Pkw (BEV) verdoppelte sich auf 1,3 Prozent (+100,1%, 618.460 Fahrzeuge), der an Hybrid-Pkw stieg auf 3,4 Prozent (+66,2%) an. Bei den Zahlen wird allerdings nicht berücksichtigt, dass ein nicht unerheblicher Teil der geförderten E-Fahrzeuge nach ins Ausland verkauft wird (Vision Mobility berichtete). Großer Gewinner ist wieder Tesla, die Kalifornier legten um satte 93 Prozent auf 66.400 Fahrzeuge zu. Damit ist mehr als jeder zehnte BEV in Deutschland ein Tesla.

Entwicklung bei den Neuzulassungen

Gemessen an den Neuzulassungen lag der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge im letzten Jahr bei etwa 11 Prozent, der der Plug-in Hybride bei 10 Prozent. Mild-Hybride, häufig bei Dienstwägen in Deutschland zu finden, kommen auf ca. 19 Prozent. Die Statistiken sind im letzten Jahr wieder stark von Halbleitermangel beeinflusst worden, vor allem im E-Auto Bereich waren manche Modelle nicht lieferbar, was ich natürlich in den Zulassungszahlen bemerkbar macht.

Was bedeutet das?

Erschreckend, dass der Fahrzeugbestand letztes Jahr schon wieder um fast eine Millionen Autos zugenommen hat. Weniger Fahrzeuge insgesamt - und ein viel höherer Anteil an reinen E-Fahrzeugen bei den Neuzulassungen wären dringend geboten, um die Mobilitätswende in den Griff zu bekommen.

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