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Fahrvorstellung DS 3 Crossback E-Tense: Einzigartig Stromern

Der DS 3 Crossback ist tatsächlich einzigartig: Nach DS-Angaben (noch) das einzige elektrische Premium-B-Segment-SUV, das ab Ende Januar 2020 geliefert wird.

Der DS 3 Crossback E-Tense kann ab sofort bestellt werden. | Foto: G. Soller
Der DS 3 Crossback E-Tense kann ab sofort bestellt werden. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Auch DS nutzt die hochflexible PSA-Plattform, auf der auch der elektrische Peugeot e-208 und der Opel Corsa e stehen und bietet entsprechend die gleichen Leistungswerte: 100 kW, also 136 PS mit 260 Newtonmeter Drehmoment, die offizielle WLTP-Reichweite gibt DS mit bis zu 320 Kilometer nach WLTP an – der 50-kWh-Akku ist natürlich schnellladefähig mit bis zu 100 kW. Wärmepumpe? Ist serienmäßig. Damit positioniert sich der DS3 Crossback E-Tense exakt im Zentrum des Kompaktmarktes. Das war es aber dann auch schon so ziemlich mit „normal“. Denn schon bei den Bedienelementen haben die Gestalter alles der Raute, die auch das DS-Logo bestimmt untergeordnet. Woran man sich gewöhnen kann (und muss), ebenso wie an die anfangs leicht unlogische Menüführung des Infotainments und des Navis – all das haben aber auch die Verbrenner. Ebenso wie die 350 Liter Kofferraumvolumen und den Innenraum, den die Franzosen gern mit „Cocooning“ beschreiben: Während man vorn massig Platz findet, fühlen sich die Mitfahrer im Fond auch wegen der hochgezogenen B-Säule eher „eingebaut“. So dass der DS 3 Crossback durchaus zum 2+2 mutieren kann, was er meist auch sein dürfte.

So weit, so bekannt eigentlich. Drückt man dann den – natürlich rautenförmigen – Startknopf und tritt aufs Fahrpedal, legt der DS 3 im Eco-Modus vergleichsweise dezent ab. Hier schlagen natürlich auch die 1525 Kilogramm Leergewicht ins Kontor, 320 Kilogramm mehr als beim PureTech 155-Benziner, wobei die leichtere E-Maschine einen Teil der Akkus wieder egalisiert – sonst kämen nochmal rund 30 Kilo dazu. Im Eco-Modus wird auch die Klimatisierung dezent reduziert, die sich aber auch dann noch als wirkungsvoll genug erweist. Federn und Dämpfer sind eher sanft ausgelegt, eine modifizierte Hinterachse trägt dem erhöhten Gewicht Rechnung. Im Normal-Modus bewegt sich der DS3 Crossback dann schon etwas alerter, aber eigentlich wird er erst im Sport-Modus ordentlich straff und dynamisch. Dann spricht das Fahrpedal direkt an und bei Bedarf geht es in neun Sekunden auf 100 km/h. Dann wird es allerdings nichts mit den 320 Kilometern Reichweite. Wir kamen auf 220 bis 260 Kilometer, wobei unsere Verbräuche zwischen rund 16,3 und 25,4 kWh/100 Kilometer schwankten, je nach Straße und Fahrweise. Im Schnitt standen am Ende 18,3 kWh auf der digitalen Screen, was gut 270 Kilometer Reichweite bedeutet hätte. Wilden Pariser Citykrieg schätzt der Franzose ebenso wenig wie Beschleunigungsorgien oder schnelle Autobahnetappen – auch hier gleicht er den meisten anderen Stromern.

Über den Automatikwählhebel, den man ebenfalls von den Verbrennern übernahm (hier befehligt man eine 8-Gang-Aisin-Box) lässt sich auch die Rekuperation steuern: D verzichtet darauf, „B“ sorgt für eine mittlere Verzögerung. Noch netter wäre eine Stufe mehr, mit der man noch massiver verzögern und auch stoppen könnte. Diese „One-Pedal-Strategie“ hülfe vor allem im Pariser Stadtverkehr, der eher Krieg gleicht und wo jede noch so kleine Lücke zum Einscheren genutzt wird. Das Fahrgeräusch ist innen so gut weggedämmt, das man es gar nicht hört, aber auch außen macht der DS 3 Crossback keinen Krach: Das lassen jedenfalls die vielen Fußgänger, Scooter- und Radfahrer in Paris vermuten, welche die Straße auch nicht frei machen, wenn man unmittelbar hinter ihnen fährt. Dafür unterstützt einen der DS 3 Crossback E-Tense mit einem umfassenden Security-Arsenal.

"Getankt" wird mit bis zu 100 kW hinter der Klappe, die erst nach einer Gedenksekunde öffnet und wieder schließt. Bei einer DEmo-Schnellladung aus einer 100-kW-Säule begnügte sich der DS allerdings anfangs (rund 30% Akustand) mit rund 53, später (rund 73% Akkustand) mit rund 33 kW. Irgendwann kriegt man auch das „ins Gefühl“, ebenso wie das Freischalten der Türen per Taster auf der Mittelkonsole. Erst wenn die Türgriffe echt ausgefahren sind, darf man daran ziehen, sonst bleiben einem die DS-Portale verschlossen. Simpel könnte ja jeder! Und weniger elegant auch: Im Sichtbereich haben die Gestalter ein Lederlenkrad ganz in „pebble grey“ durchgesetzt, ebenso wie die teuren Fensterheberschalter oder eine hinterschäumte Instrumententafeloberseite oder Stickereien auf dem kunstbelederten Armaturenbrett. Einen Stock tiefer, wo man es dank dunklem schwarz nicht so sieht, gibt es dann eher typischen PSA-Hartkunststoff mit durchschnittlichen Spaltmaßen. Womit der DS 3 Crossback auch als E-Tense als Gesamtkunstwerk sicher eines der französischsten Autos ist, das man derzeit kaufen kann.

Das allerdings mit einem Basispreis von 38.390 Euro brutto (32.260 Euro netto) schon eher hoch eingepreist ist, auch wenn man bei Bestellung bis 31.12.2019 noch eine Wallbox on top bekommt. Immerhin: Geliefert werden kann binnen fünf bis sechs Monaten, wer heute ordert, bekommt bis Ende März geliefert, die ersten Kunden erhalten ihre Autos Ende Januar/Anfang Februar.

DS rechnet für 2020 mit rund zehn Prozent Anteil des Stromers, Tendenz eher steigend. Und natürlich spannt man zum Schluss noch die Brücke zur Formel e, die sich ja auch ständig weiterentwickelt: So sind 50 kWh Akkukapazität noch nicht das letzte und einzige Wort, gleiches gilt für die 100 kW Leistung.

Was bedeutet das?

DS spielt extrem die frankophile Paris-Karte, was im Falle des DS 3 Crossback E-Tense leider auch bezahlt werden will: Über 30.000 Euro sind eine Ansage in diesem Segment, die eher für lange Gesichter als für lange Lieferzeiten sorgen dürfte. In Zeiten des heutigen Mainstreams hebt sich der DS 3 Crossback trotzdem wohltuend von allen anderen (auch den PSA-Fabrikaten) ab. Und wie gesagt: Logisch und simpel kann jeder!   

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