Fahrbericht UNU 2: Seidig durch die City surfen

Der neue UNU-Roller nähert sich der Serie und gefällt mit supergeschmeidigem Handling und cooler Apple-Optik. VM-Azubi Robin Lang surrte eine erste Runde durch München.

Gibt Strom: VM-Azubi Robin Lang nahm den neuen UNU-Roller unter einen ersten Augenschein und surrte durch die Münchener Innenstadt. | Foto: UNU
Gibt Strom: VM-Azubi Robin Lang nahm den neuen UNU-Roller unter einen ersten Augenschein und surrte durch die Münchener Innenstadt. | Foto: UNU
Robin Lang

Deutschland – München- Reichenbachstraße: Ich steige aus meinem „auf Kante“ geparkten Polestar 1 aus (kein quatsch ich glaub in so einer engen Parklücke war ich noch nie) und fange erst mal an zu suchen nach der richtigen Hausnummer bzw. nach irgendeinem Stand oder Flaggen oder sonst irgendein Erkennungszeichen. Nein, so sind die UNU Leute nicht, alles Easy, alles gechillt, die unauffälligen matt-schwarzen Roller (2stk) stehen einfach auf dem Gehweg rum neben einer jungen Dame im „freshen“ Outfit kein Polohemd kein Anzug sondern Alltagskleidung. Wir kommen der Firmen-Atmosphäre näher. Kurz wird mir von der jungen Dame der Roller erklärt. Und was im Serienmodell noch gefixt wird (es handelt sich um ein Vorserien-Modell).

Sehr flott von der Ampel weg

Also los geht die wilde Fahrt. Ich habe zwei Batterien an Bord die im Helm-Fach eingesteckt werden und zusammen knapp 100 km Reichweite bieten sollen! Wobei die zweite Batterie aufpreis kostet. Auf den ersten paar Metern fährt sich der Roller ziemlich normal, abgesehen davon, dass die Beschleunigung dem EV-Standard entspricht. Sprich: Zackig aus den Startblöcken. An einer Ampel nähe Maximilianstraße stelle ich mich in ganzer Autofahrermanier hinten an den Verkehr an und sehe plötzlich eine junge UNU-classic-Fahrerin an mir vorbei summen. Ach ja, da war ja was, ich bin ja kein Auto …

Kaum neben die UNU Fahrerin gestellt, fange ich ein kurzes Ampelgespräch an. Die UNU-Pilotin zeigt sich begeistert von dem neuen Bildschirm am Lenker und von der ungewöhnlichen Optik. Meint aber, dass sie ihren pastell- grünen Flitzer schöner findet, wünscht mir noch viel Spaß und summt davon. Wahrscheinlich hätte ihr auch der Preis bei ihrem Scooter besser gefallen. Denn der UNU 2 fängt da an, wo der Classic aufgehört hat, nämlich bei 2.800 Euro. Hoch konfigurieren kann man den Nachfolger des UNU Classic auf bis zu 3.900 Euro. Ziemlich Happig für einen jungen Menschen … Aber: Schönheit liegt natürlich im Auge des Betrachters. Dennoch finde ich das moderne, fast schon Apple- mäßige Design cool und gerade in dem Mattschwarz ziemlich „en Vogue“ und besser als den etwas „abgehangenen“ Retro-Look des Vorgängers und manchen Wettbewerbers. Zur „techy“ Optik tragen natürlich auch die neu designten Leuchten mit Ring Optik vorne und Leuchtband hinten bei.

 

Schicke Schale und trotzdem praktisch

Dennoch beherbergt das stylishe Kunststoffkleid auch einige Vorteile, wie ein extrem großes Helm-Fach und eine wartungsfreundlichere Bauweise. Auch gegen den ein oder anderen Rempler oder gar Umfaller soll die Karosse gewappnet sein, was mir die UNU-Dame vorhin auch mit ein paar beherzten Schlägen gegen die Außenplanke untermauerte. Nächster Stopp: Viktualien-Markt. Ja, die Leute gucken schon hier und da auf den matten Flitzer, da er doch recht ungewöhnlich aussieht. Mittagessen, Akku ganz einfach und schnell gewechselt. Und los geht es wieder ganz leise. Der E-Motor lässt das typische Surren verlauten, allerdings sehr sehr leise. Ob das ein Nachteil ist, dass Fußgänger einen nicht hören? Ja schon. Ist aber halb so wild und eine Frage der Gewohnheit.

Zu guter Letzt hätten wir da noch die Bequemlichkeit des Rollers. Das Fahrwerk wirkt kompakt und fühlt sich selbst auf dem Kopfsteinpflaster um das Maximilianeum komfortabel und sicher an, das Handling ist äußerst agil und bereitet jede Menge Fahrspaß. Man surft ziemlich geschmeidig mit natürlichem Lenkgefühl dahin, Bodenwellen verarbeitet das Fahrwerk recht lässig. Der Sitz, auf den bis zu zwei Personen passen, ist aus einer Art Memory-Schaum und daher extrem gemütlich. Abschließend kann ich sagen, dass mir die coole Atmosphäre, die UNU um sein Scooter-Modell aufbaut, gefallen hat und abgesehen davon der neue UNU 2 ein nahezu perfekter Begleiter durch alle Lagen der urbanen Mobilität ist. Allerdings eben nicht ganz billig. Umso bedauerlicher, dass nutzen statt besitzen einstweilen nichts wird beim UNU: Ein Sharing-Modell ist fürs erste auf Eis gelegt, wie es heißt. Hier muss man einstweilen mit den Ex-Bosch-Rollern von Tier oder den Emmys alias Govecs Schwalbe Vorlieb nehmen. Die weit schwerere und trägere Schwalbe pfeift aber um einiges lauter und durch die City-Gassen ...

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