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Fahrbericht Hyundai Kona Hybrid: Der mit dem Toyo tanzt

Mit dem neuen Kona als geschlossener Hybrid greift Hyundai die asiatische Konkurrenz von Toyota in ihrem Stammrevier an. Und liefert ein Fahrzeug ab, das nicht nur vernünftig ist, sondern mehr Spaß macht als Prius & Co.

Teilzeit-Stromer: In Rollphasen wird häufig der E-Antrieb genutzt beim Kona Hybrid. | Foto: Hyundai
Teilzeit-Stromer: In Rollphasen wird häufig der E-Antrieb genutzt beim Kona Hybrid. | Foto: Hyundai
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Johannes Reichel

Das Bessere ist des Guten Feind, heißt es so schön. Kein Zweifel, Toyota hat mit seinen Hybriden Prius & Co Maßstäbe gesetzt und eine Technologie forciert, die sich als ebenso nachhaltig wie kostengünstig und damit für viele Kunden erschwinglich erwies. Nur eines konnte man den japanischen Teilzeitstromern bisher nicht unbedingt nachsagen: Dass sie unbedingten Fahrspaß bereiten würden. Zu ausgeprägt ist mit dem stufenlosen Automatikgetriebe der berühmt-berüchtigte Gummibandeffekt beim Anfahren, der spontanen Antritt im Kein erstickt und von vorneherein zu gemäßigtem Fahrstil erzieht.

Dass ein Hybrid nicht lahm antreten muss, beweist jetzt die geschlossene Hybrid-Version des Kona, die der Hersteller der vollelektrischen und der konventionellen Variante zur Seite stellt.

Kombiniert wird bei Hyundai wie im Ioniq Hybrid zum 1,6-Liter-Benzin-Direkteinspritzer (105 PS) und dem 32-kW-Elektromotor ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe (hier DCT genannt), das für gewohnten Antriebs- und Antrittskomfort sorgt. Zudem wechselt es so unauffällig uns schnell die Fahrstufen, dass man es fast für ein stufenloses Räderwerk halten könnte. Meist merkt man nicht, welche Fahrstufe anliegt, es sei denn man wechselt in den sogenannten Sportmodus per Lenkradpaddel, in dem man dann selbst die Gänge sortieren kann.

Konsequent effizient: Häufig im EV-Modus unterwegs

Eigentlich ist das aber sinnlos, denn die DCT-Software regelt das alles so diskret im Hintergrund, dass es auch dem Geräuschniveau dienlich ist. Klar, ganz so leise wie in einem reinen Stromer kann es im Hybriden nicht zugehen. Aber selbst, wer dem Kona die Verbrennersporen gibt, wird von dem recht laufruhigen und drehfreudigen Aggregat nicht übermäßigt belästigt. Das System nutzt Rollphasen konsequent für den reinen E-Betrieb, den man nur mittels des grünen EV-Zeichens in den Zentralinstrumenten mitbekommt.
 

Gerade in Teillast, bei Ortsdurchfahrten und wenn der Fahrer sorgsam mit dem Gaspedal umgeht, ist der EV-Anteil ordentlich. Er stützt sich auf einen 1,56 kWh-Lithium-Polymer-Akku, der platzsparend und kofferraumneutral unter der Rücksitzbank verbaut ist. So gut klappt das Zusammenspiel, dass man den Kona Hybrid auf einer Überland-Dorf-Etappe auf 4,1 l/100 km „runterhungert“, ein sehr guter Wert für einen familientauglichen Kompakt-SUV. Aber der 1,6-Liter-GDI arbeitet schließlich nach dem Atkinson-Prinzip im optimalen Verbrennungsbereich, wie der Hersteller betont. Dass sich serienmäßig ein Ottopartikelfilter um die Rußpartikelemissionen kümmert, beruhigt das Gewissen des Kona-Piloten weiter.

Abbiegung voraus! Sparende Fahrempfehlungen

Rekuperiert wird offenbar auch effektiv, die Halbrundanzeige in den Zentralinstrumenten pendelt eigentlich fast immer auf „Halbmast“. Interessant und durchaus „sparrelevant“ ist die Einbeziehung der GPS-Daten und der Navigation in den Fahrbetrieb: Liegt demnächst ein Abbiegevorgang an, mahnt das System zum Rechtzeitigen Gaslupfen, sodass man sparsam an die Kreuzung heranrollen kann. Wieder ein paar Tropfen Fossiles gespart. Die Vergleichsfahrt auf der Autobahn über gut 100 Kilometer zurück nach Amsterdam zeigt: Auch bei 120 bis 130 km/h neigt der Motor nicht zum Saufen: Mit 5,1 l/100 km schlugen wir wieder im Zentrum der niederländischen Metropole an.  

Ansonsten zeigt sich der Kona auf zeitgemäßem Niveau in Sachen Fahrerassistenz: Abstandstempomat, aktiver Spurassistent, aktive Notbremse, Totwinkelwarnung, Fernlichtassistent mit Voll-LED-Leuchten. Und auch für den Kona ist natürlich das 1.300 Euro teure Bluelink-Konnektivitätspaket mit 10,25-‘‘-Touchscreen verfügbar.

Der ideale Einstieg für Elektro-Skeptiker

Insgesamt schnürt Hyundai auch hier ein plausibles Package, das auch noch mit einem attraktiven Preis ab 26.900 lockt. Der Kona Hybrid ist somit der ideale Einstieg für EV-Skeptiker, die häufiger auch mal längere Strecken absolvieren wollen. Fehlt nur noch ein Kona Plug-In-Hybrid. Aber ob man dieses Feld nicht den größeren SUV Tuscon und Santa Fe überlässt, die jedes Gramm an CO2-Reduktion zur Einhaltung der Flottengrenzwerte dringlicher gebrauchen können, darüber machten die Hyundai-Verantwortlichen nur andeutungsweise Aussagen.

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