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Facelift VW Passat: Der den neuen Nerz nach innen trägt

Die Modellpflege bringt dem Volkswagen Passat optisch und beim Antrieb wenig Revolutionäres, dafür aber aktive Assistenzsysteme und eine neue Generation des Infotainments

Der Plug-in-Hybrid GTE erkhält mehr elektrische Reichweite. | Foto: D. Fund
Der Plug-in-Hybrid GTE erkhält mehr elektrische Reichweite. | Foto: D. Fund
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Redaktion (allg.)

Der neue Passat – das Update: Mit diesem Slogan haben die Marketing-Fachleute von Volkswagen den Nagel auf den Kopf getroffen. Wie ihre statische Präsentation am 6. Februar 2019 in Hamburg zeigte, müssen die intern als „B8-Gen. II“ bezeichneten Limousinen und Kombis mit neuen „inneren Werten“ überzeugen. Die Schürzen an Bug und Heck fallen erst auf den zweiten Blick auf. Dafür bringen serienmäßige LED-Scheinwerfer Vielfahrern viele Vorteile, zumal in ihrer optionalen Ausprägung als „Multi-Beam-LED-Scheinwerfer“, die alle drei ausgestellten Passat Variant hatten. Ihre 44 LED pro Gehäuse passen den Lichtkegel an die Fahrsituation an und blenden bis zu acht Felder aus. Dadurch sollen weder entgegenkommende noch vorausfahrende Fahrzeuge geblendet werden, obwohl das Fernlicht dauerhaft aktiviert ist.

Alle TSI-Benziner und aller TDI erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-TEMP, die sich derzeit rasch zum Standard entwickelt. Hier betonten die Techniker den neuen 2.0 TDI EVO mit 110 kW/150 PS, der bisher nur längs in den Audi A6 eingebaut worden ist. Er soll 10 g/km weniger CO2 erzeugen als sein Vorgänger.

 Schon die Abgasnorm Euro 6d erfüllt der Plug-in-Hybrid Passat GTE Variant. Sein 1.4 TSI-Benziner wurde innermotorisch überarbeitet, hat aber dieselben Kenndaten wie sein Vorgänger und bietet mit dem Elektromotor eine Systemleistung von 160 kW/218 PS. Die Fahrbatterien sind gleich groß geblieben, erreichen aber aufgrund einer vergrößerten Energiedichte statt einer Kapazität von 9,9 kWh nun 13,0 kWh. Sie sollen nach WLTP-Messungen bis zu 55 Kilometer elektrische Reichweite erlauben. Umgerechnet nach dem alten NEFZ-Zyklus wären das statt rund 50 etwa 70 Kilometer. Da sich am Wechselstrom-Ladegerät im GTE nichts geändert hat, dauert das Laden an einer Wallbox mit 360 V / 3,6 kW Ladekapazität mit rund vier Stunden etwas länger als bisher. Über die Integration zweier nun wegfallender Fahrmodi unter dem Fahrmodus „Hybrid“ soll das Fahrzeug während der Fahrt intuitiv noch mehr laden als bisher. Rein elektrisch oder mit der Kraft beider Kraftquellen sportlich fahren kann man per Tastendruck auch weiterhin.

Unter der Dachmarke „I.Q.DRIVE“ subsummiert das Marketing-Sprech beim „Neuen Passat“ den „Travel Assist“. Damit ist ein Abstandsregler gemeint, der auch die Fahrspur halten soll. In Verbindung mit dem neuen „kapazitiven Lenkrad“, das die Berührung durch den Fahrer erkennt, soll längeres teilautomatisiertes Fahren mit bis zu 210 km/h möglich sein. Dieser auch selbst eingreifende „Assistent“ soll in Baustellen gelbe Hilfsmarkierungen berücksichtigen und als Helfer im Stau funktionieren. Dank der Verknüpfung von Navi und Frontkamera soll der Abstandsregler als „Predictive ACC“ die Geschwindigkeit vorausschauend an Kurven, Steigungen, Gefälle und Kreisverkehre anpassen.

Die wichtigste Neuerung im Innenraum ist außer dem optionalen, etwas größer und schärfer gewordenen „Digitalen Cockpit“ der neue „Modulare Infotainment-Baukasten (MIB3)“, der über eine fest eingebaute SIM-Card für eine ständige Online-Verbindung sorgt. Er soll eine verbesserte Sprachsteuerung bringen und wird im Passat zuerst eingeführt. Der MIB3 ist mit dem MBUX vergleichbar, das Mercedes-Benz in der A-Klasse, im Sprinter und zuletzt in der B-Klasse eingeführt hat. Bei Volkswagen reagiert das System auf den Ruf „Hallo Volkswagen“. Auf den Zuruf „VW“ soll es nicht reagieren. Diese „Erziehungsmaßnahme“ wird die Marketingleute sicher freuen.

Ab Mai soll man den überarbeiteten Neuling bestellen können. Die deutsche Markteinführung soll Ende August beginnen. Zu den Preisen machte Volkswagen noch keine Angaben. Bekanntgegeben wurde nur, dass die Basisausstattung künftig „Passat“ den „Trendline“ ablöst und die mittlere Ausstattung „Business“ statt „Comfortline“ heißt. Die Top-Ausstattung wechselt von „Highline“ zu „Elegance“. Obendrein kann der „Neue Passat“ unter der Bezeichnung „R-Line“ individualisiert werden.

Was bedeutet das?

Der Passat legt als Hybrid an Reichweite und in allen Versionen an digitalen Kompetenz nach. Schade, dass auch er absatzseitig unter dem SUV-Druck leidet, den vor allem als Variant bietet er nach wie vor ein extrem gelungenes Package und lässt sich vor allem bei Kilometerfressern als TDI und PHEV deutlich sparsamer bewegen als Tiguan und Co.

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