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Exklusiv: VW ID.3 feiert Vorpremiere in Oslo

Auf dem Schlüsselmarkt Norwegen platziert der Hersteller mitten auf der Flaniermeile Aker Brygge ein Zelt, mit dem zwar noch folierten aber sonst "unverhüllten" ersten eigenständigen Elektroauto der Marke. VISION mobility war zufällig vor Ort.

Unverstellt: Nicht mehr im Glaskasten wie in Berlin, sondern live und in "Krachfarbe" konnten norwegische Interessenten den ID.3 in Augenschein nehmen. | Foto: J. Reichel
Unverstellt: Nicht mehr im Glaskasten wie in Berlin, sondern live und in "Krachfarbe" konnten norwegische Interessenten den ID.3 in Augenschein nehmen. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Norwegen ist nicht irgendein Markt: Gefühlt und faktisch (56 Prozent Anteil bei Neuwagen 2018) rollt fast jedes zweite Auto auf den Straßen Oslos (und auch außerhalb) mit Elektro- oder zumindest Hybrid-Antrieb durch die hügeligen Lande. Der Staat subventioniert diese Antriebsform seit Jahren massiv, ein Tesla S ist hier billiger als ein 5er-BMW, wie uns ein Journalisten-Kollege bestätigte. Auch Volkswagen ist hier mit unzähligen e-Golfs und e-Ups sowie Golf und Passat GTE im Straßenbild massiv präsent und hier längst ein erfolgreicher Anbieter von E-Fahrzeugen. Allerdings sind auch die Kunden anspruchsvoll, vor allem im Hinblick auf die Reichweite respektive Wintertauglichkeit. Elektrische Vans aus dem Konzern (VW Crafter/MAN TGE) sieht man daher kaum, außer am Vorzeige-City-Hub von DB Schenker am Filipstadkaia. In Anbetracht langer und harter Winter wirkt das e-Golf-Package in einem wuchtigen 3,5-Tonner dann offenbar doch als Vertriebsbremse.

So wundert es nicht, dass auf diesem Schlüsselmarkt der Elektromobilität, der als Booster für die Stückzahlen dienen soll, Kunden und Passanten jetzt schon einmal einen Blick auf das fast unverhüllte erste eigenständige Elektro-Fahrzeug von Volkswagen werfen durften. VISION mobility war zufällig vor Ort und machte sich ein von etwaigen Hüllen unverstelltes Bild vom Wolfsburger Hoffnungsträger. Überall in der Stadt lockten bunte Plakate und wiesen Banner die Richtung zum VW-Pavillon. Dort lenkte lediglich die psychedelische "Tarnfolie" der Proto- und Werbetypen ein wenig von der finalen Fassung ab.
 

Dessen Proportionen wirken noch ungewohnt mit der kurzen und flachen Schnauze. Das entspricht aber durchaus gängigem und gebotenem E-Auto-Layout, bei dem der Platzbedarf eher im Unterboden für die Akkus groß ist, weniger für den kompakten E-Antrieb. Sofort nimmt man den Machern ab, dass das Fahrzeug bei Außenmaßen eines Golf innen so viel Platz wie ein Passat bietet, lediglich beim Kofferraum kommen leise Zweifel auf, ob das dem Golf entsprechen kann, sitzt doch die E-Maschine zwischen der Hinterachse. Auch wenn das Fahrzeug auf einem Podest platziert war, wirkt es erstaunlich zierlich, absolut stadttauglich und auch im Hinblick auf sein Auftreten "umweltfreundlich". In Norwegen soll das Fahrzeug unter 330.000 Kronen starten, etwa 33.000 Euro. Ein Tesla 3 startet in Norwegen bei 370.700 Euro, ein Nissan Leaf kostet 356.700 Kronen.

Zudem warben die Verantwortlichen mit einer in dem weitläufigen und bergigen Land nicht unwesentlichen Faktor: Über 420 Kilometer Reichweite sollen bei den Norwegern Vertrauen schaffen. Ebenso versuchte man mit einer vollen Kapazitätsgarantie auf den Akku von bis zu 160.000 Kilometer schon mal das Feld für die ersten Verkäufe zu bereiten, auch die Ladeleistung mit bis zu 100 kW soll ein Trumpf für die nordeuropäischen Interessenten sein, die als traditionelle Häusle-Besitzer allerdings häufig kein Problem mit der Heimladung am Haushalts- oder auch kräftigerem AC-Strom haben. Wer davon angetan war, der konnte noch vor Ort seine Kaufabsicht deponieren, für die 1. Edition mit 58 kWh-Akku (nutzbare Kapazität, Brutto 62 kWh), in Serie dann auch ohne Psycho-Folie. Ohnehin bestes Shopping-Wetter: Draussen schüttete es in Strömen. 

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