Werbung
Werbung
Werbung

Evum Motors strebt in Richtung Serie

Münchener Start-up professionalisiert die Organisation und baut die Fertigung in Niederbayern auf. Zur IAA in Frankfurt soll das Fahrzeug dem Serienstand entsprechen. Schon jetzt ist das Interesse groß.

Team-Leistung: Evum Motors sieht sich auf dem Weg vom Start-up zum Mittelständler und will bald in die Fertigung einsteigen. | Foto: Evum/ehhfotografie
Team-Leistung: Evum Motors sieht sich auf dem Weg vom Start-up zum Mittelständler und will bald in die Fertigung einsteigen. | Foto: Evum/ehhfotografie
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Das Münchener Start-up-Unternehmen Evum Motors, eine Ausgründung aus einem Forschungsprojekt der TU München, strebt mit seinem aCar in Richtung Serie. Schon jetzt verzeichne man starkes Interesse an dem Fahrzeug, vor allem von Seiten kommunaler Betriebe, aber auch Garten/Landschaftsbau oder für innerbetriebliche Einsatzzwecke, etwa auf Flughäfen, teilte der Anbieter gegenüber VISION mobility mit. Neben dem attraktiven Preis von gut 22.000 Euro, den man noch nicht offiziell kommunizieren will, sieht man auch die hohe Nutzlast von bis zu einer Tonne sowie die große Bodenfreiheit als Alleinstellungsmerkmale im Bereich der gewerblichen E-Mobilität.

Auch die Option eines solitären Hinterradadantriebs prüfe man, weil viele Interessenten nicht zwingen einen Allrad benötigten und man so weitere Kosten und Aufwand sparen könne, meinte eine Sprecherin. Für andere wiederum sei die Möglichkeit eines hochgeländegängigen Elektro-Fahrzeugs mit Allradfunktionalität besonders interessant. Um die Orientierung zu erleichtern, wird das Fahrzeug jetzt auch nach N1-Klasse (Transporter bis 3,5 Tonnen) homologiert, nicht nach L7e-Einstufung. Das habe auch den Vorteil, dass man die Längenbeschränkung von 3,70 Meter nicht beachten müsse und dadurch Platz für zwei Paletten schaffen könne - eine häufig angefragtes Kriterium, wie Evum-Geschäftsführer Sascha Koberstaedt gegenüber VM erläutert. Außerdem könne man die Kabine etwas verlängern, um mehr Beinraum für großgewachsene Fahrer zu schaffen.

Vom Start-up zum Mittelständler

Seit der letzten Seed-Finanzierungsrunde im Sommer 2018 habe man die stark in die Belegschaft investiert und mit geeigneten Immobilien in und um München die Vorbereitung auf die Serienproduktion vorangetrieben, teilte der Anbieter mit. Vor allem sei die Besetzung von Schlüsselpositionen wie der Leitung Gesamtfahrzeugentwicklung sowie der Leitung Unternehmenskommunikation und Marketing gelungen. Man sieht sich auch als Arbeitgebermarke mittlerweile vom Start-up zum Mittelständler gereift.

„Die Personalsuche hat sich in den letzten Monaten enorm positiv entwickelt, weil man uns als E-Mobility-Hersteller vermehrt wahrnimmt. Mit erfahrenen Führungskräften in den Schlüsselpositionen und jungen Ideengebern in allen Fachbereichen sind wir für die Zukunft gut aufgestellt“, meint Michael Kinne, kaufmännischer Leiter von EVUM Motors.

In den Büros im Entwicklungszentrum in München Freimann beschäftigt das Unternehmen jetzt  40 Mitarbeiter in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Fahrzeugentwicklung und -konstruktion, Erprobung und Homologation und Produktion sowie in den kaufmännischen Bereichen wie Vertrieb, Marketing, Business Development und Kundenservice. Das Durchschnittsalter liegt bei 34 Jahren. Dabei werde man weiterhin von Werkstudenten u.a. des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik und der Fakultät für Maschinenwesen unterstützt, wie der Anbieter weiter mitteilt.

Auch zur IAA will man wieder Präsenz zeigen

Darüber hinaus treibt der Hersteller den Aufbau der Fertigung voran. Im niederbayerischen Bayerbach bei Ergoldsbach wird eine Produktionsstätte für die Serienfertigung vorbereitet, in der ab Frühjahr 2020 im ersten Jahr 1.000 Exemplare, weiter folgend bis zu 15.000 Exemplare jährlich gebaut werden sollen. In München entsteht derzeit zudem eine Werkstatt mit Showroom. Zur IAA im September will man den nächsten Schritt gehen und zeigt das Fahrzeug auf einem weiterentwickelten Fahrzeugstand. Dann soll der elektrisch angetriebene Leicht-Nutzfahrzeug weitestgehend dem Serienstand entsprechen.

Es wird von zwei je 8 kW starken 48-Volt-Motoren an Vorder- und Hinterachse angetrieben, fährt maximal 60 km/h schnell und soll mit Lithium-Ionen-Speichern von 10 und 20 kWh Kapazität eine Reichweite von 100 bis 200 Kilometer erzielen, bei einer Nutzlast von einer Tonne. In der Erprobung befinden sich aber auch noch stärkere Elektromotoren. Man wolle aber unbedingt im 48-Volt-Bereich bleiben, weil viele potenzielle Kunden darauf Wert legten, selbst Reparaturen am Fahrzeug vornehmen zu können, wie Koberstaedt gegenüber VM skizziert. Die Reichweite läge tendenziell in der betrieblichen Praxis noch niedriger als von den Evum-Ingenieuren angepeilt, hier könnte es sogar ein weiteres Downsizing der Speicher geben, überlegt Koberstaedt. Aufgeladen wird auch immer per Haushaltssteckdose, was die Kosten zusätzlich im Rahmen halten soll und die Infrastruktur für die Nutzer erleichtert.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung