EVBox/Covestro: Ladesäulen sollen nachhaltiger werden

Die Kooperationspartner wollen weg von fossilen Kunststoffen auch bei Ladestationen. Diese sollen künftig aus erneuerbaren Ressourcen und Reststoffen hergestellt werden. 

Mehr Grün an der Säule: Bisher standen die Ladesäulen weniger im Fokus, wenn es um nachhaltige Materialwahl ging. Das soll sich ändern, finden EVBox und Covestro. | Foto: EVBox
Mehr Grün an der Säule: Bisher standen die Ladesäulen weniger im Fokus, wenn es um nachhaltige Materialwahl ging. Das soll sich ändern, finden EVBox und Covestro. | Foto: EVBox
Johannes Reichel

Die Ladetechnik-Tochter des französischen Energiekonzerns Engie EVBox Group und der Kunststoffspezialist Covestro wollen eine nachhaltigere Materialauswahl bei Ladesäulen etablieren. Die Partner kooperieren seit zehn Jahren bei der Produktion von Ladestationen. In den frühen Phasen der Polycarbonat-Wertschöpfungskette würden ISCC Plus-zertifizierte (International Sustainability and Carbon Certification) Kohlenwasserstoffe aus erneuerbaren Quellen eingesetzt. Mit diesem Verfahren könne man das Ausgangsmaterial - ein Material, das direkt als Brennstoff verwendet werden kann - für die Herstellung von Hochleistungspolycarbonaten von rein fossilen Ressourcen auf erneuerbare Alternativen umstellen, präzisiert der Anbieter.

Nachhaltige Materialen für nachhaltige Mobilität

Kunststoffe seien noch immer ein Synonym für fossile Rohstoffe und müssten bei der Herstellung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge strenge Normen erfüllen. Nachhaltige Materialien, die in der Ladeindustrie verwendet würden, sollten mittlerweile UL-Zertifizierungen erfüllen, plädiert der Anbieter. Mit dem neuen Produktionsprozess von Covestro, der fossile Rohstoffe durch erneuerbare ISCC Plus-zertifizierte Quellen - wie Restfette und Pflanzenöle -  ersetzt, könne die Gruppe Ladestationen mit weniger Auswirkungen auf die Umwelt produzieren.

Die Kunststoffe, die in der Pilotproduktion der Ladestation verwendet werden, folgen einem massenkompatiblen Ansatz, um sicherzustellen, dass der nachhaltige Anteil der Makrolon-basierten Kunststoffteile mindestens 50 Prozent des gesamten verwendeten Kunststoffs ausmacht, skizziert der Anbieter weiter. Der gesamte Prozess werde weiterhin die strengen Vorschriften der Ladeindustrie einhalten.

"Ich freue mich, dass wir in Sachen Nachhaltigkeit noch einen Schritt weiter gehen können. Wir stellen nicht nur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge bereit, sondern können diese Infrastruktur jetzt auch mit Kunststoffen der nächsten Generation herstellen, die überwiegend aus erneuerbaren Quellen bestehen und den CO2-Fußabdruck unserer Produkte reduzieren", wirbt Wijnand Diemer (Senior Director im Product Management bei EVBox Group)

Niklas Meine, Marketing Electrical & Electronics EMEA bei Covestro, sieht die Partnerschaft als Erfolg, will jetzt nachsetzen und die EVBox Group mit Materialien aus ausgewogenen erneuerbaren Quellen für die nächste Generation von Ladelösungen versorgen. Derzeit werden Tests und Pilotprojekte mit dem nachhaltigeren Polycarbonat-Material Makrolon RE durchgeführt, um festzustellen, inwieweit dieses Material in der Produktion verwendet werden kann. Das neue Polycarbonat könnte der Schlüssel für die Produktion von Ladestationen für Elektrofahrzeuge sein, die aus nachhaltigeren Kunststoffen hergestellt werden, glaubt man bei den Partnern.

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